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Mi, 26. Januar 2011, 10:24

Software::Distributionen

Distributionen arbeiten an gemeinsamem App-Installer

Vincent Untz berichtet in seinem Blog von einem distributionsübergreifenden Treffen zum Entwurf eines App-Installers und macht sich Gedanken zur Zusammenarbeit zwischen den Distributionen.

Teilnehmer des AppStream-Treffens

Teilnehmer des AppStream-Treffens

Anwendungen möglichst einfach installieren zu können, ist offensichtlich ein wichtiges Bedürfnis aller Benutzer. Sogenannte App-Stores, die wie Pilze aus dem Boden schießen, dürften jeden Zweifel an dieser Aussage beseitigen. Unter Linux gab es seit vielen Jahren schon zahlreiche ähnliche Versuche. Einer der jüngsten und vielleicht der einzige, der weitere Verbreitung gefunden hat, ist das Ubuntu Software Center. Es stellt letztlich nur eine alternative Oberfläche für eine bewährte Technologie dar. Dies hat Vor- und Nachteile, aber der größte Vorteil dürfte sein, dass auf eine der Stärken von Linux, das ausgefeilte Paketsystem, aufgesetzt wird. Die meisten Entwickler teilen diese Auffassung, dass das Paketsystem genutzt und nicht umgangen werden soll.

Vincent Untz, GNOME-Entwickler bei SUSE, organisierte ein Treffen von Entwicklern mehrerer Distributionen bei in Nürnberg, um über ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren. Wie man an der Agenda des Treffens sehen kann, besitzt ein App-Installer zahlreiche Aspekte, beispielsweise wie die Metadaten aussehen und wo sie gespeichert werden, in welchen Sprachen sie verfügbar sind und wie sie präsentiert werden. Die Frage, ob die Ursprungsprojekte die Metadaten pflegen sollen oder die Distributionen, war genauso zu berücksichtigen wie eventuelle rechtliche Fragen, z.B. Jugendschutz oder Anwendungen, die in bestimmten Ländern nicht vertrieben werden dürfen.

Laut Untz war das Treffen produktiv und es wurde in allen Punkten eine Einigung erzielt. Die Ergebnisse sollen nun publiziert werden, unter anderem über das FreeDesktop.org-Wiki. Untz selbst berichtete in einem internen Vortrag bei SUSE über die Ergebnisse, was in einem Video festgehalten wurde.

Die Entwickler einigten sich auf einen Entwurf, der auf das distributionsunabhängige PackageKit für die Paketverwaltung, Xapian zum intelligenten Suchen in den Metadaten, eine neue Datei app-data.xml auf dem Server und eine Erweiterung der .desktop-Datei aufsetzt. Auch die Open Collaboration Services sollen eingebunden werden. Die Datei app-data.xml wird von einem Compose-Server automatisch aus den .desktop-Dateien in den Paketen erzeugt. Das Ubuntu-Software-Center, für die Entwickler das ideale Frontend des Systems, soll von APT auf PackageKit umgestellt werden. Der Plan ist, die notwendigen Spezifikationen bis Ende Juni zu vollenden und die Infrastruktur bis zum November in den beteiligten Distributionen (SUSE, Debian, Ubuntu, Fedora) zu implementieren.

Wie Untz anmerkt, funktionierte die distributionsübergreifende Zusammenarbeit in diesem Fall sehr gut. Natürlich sei es leichter, Dinge hinter verschlossenen Türen zu entwickeln, aber gleichzeitig arbeiten die Leute auch sehr gerne zusammen. Selbst wenn sie konkurrierende Produkte entwickeln, wie APT und RPM, kommen sie mit diesen Unterschieden gut aus. Eine gewisse Schwierigkeit besteht darin, die richtigen Leute zusammenzubringen. Das dürfte einer der Gründe sein, warum die Distributionen in manchen Punkten eigene Lösungen erfunden haben, statt zusammenzuarbeiten. Untz ist der Meinung, dass es künftig vermieden werden sollte, dass jede Distribution die Arbeit von anderen dupliziert. Daher sollte die Zusammenarbeit wesentlich erweitert werden.

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