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Mi, 26. Januar 2011, 15:21

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

FreeBSD-Statusbericht für viertes Quartal 2010

Das FreeBSD-Projekt hat im aktuellen Statusbericht eine Übersicht über die Entwicklung von FreeBSD von Oktober bis Dezember 2010 gegeben.

Anton K. Gural/freebsd.org

Das Team zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt von FreeBSD 7.4 und 8.2, die beide inzwischen den Status von Veröffentlichungskandidaten erreicht haben und bald offiziell erscheinen sollen. Doch wesentlich mehr Arbeit wurde in die kommende Version 9 investiert. So wurde die Portierung des Systems auf den ARM-Prozessor TI OMAP3 fortgesetzt. Auch die Playstation 3 sowie SPARC64-Prozessoren werden künftig unterstützt. Zudem soll FreeBSD ab Version 8.2 unter Amazon EC2 einsetzbar sein.

Im Netzwerkbereich wird DIstributed Firewall and Flow-shaper Using Statistical Evidence (DIFFUSE) entwickelt, das aufbauend auf der Firewall IPFW Pakete aufgrund statistischer Eigenschaften klassifiziert. Das kann nützlich sein, wenn die Inspektion der Paketinhalte problematisch ist, beispielsweise durch rechtliche Vorschriften oder Verschlüsselung.

Im ganzen Netzwerkbereich wurden Korrekturen vorgenommen, vor allem bei IPv6. Fünf neue Algorithmen zur Vermeidung von Überlast in TCP-Netzen wurden von verschiedenen Entwicklern implementiert. Desweiteren ist ein Ethernet Switch Framework in Arbeit. Auch Unterstützung für den WLAN-Standard IEEE 802.11n ist in Arbeit. Desweiteren entsteht ein virtio-Netzwerktreiber für den Einsatz als virtuelle Maschine unter Linux mit KVM. Eine weitere Neuentwicklung sorgt für generische Flusssteuerung in Ethernet mit dem mii-Treiber und Integration in das Programm ifconfig.

Die Bemühungen zur Skalierung des TCP-Stacks auf SMP-Systemen, gefördert von Juniper, sollen nun bald reif zur Integration in den Kernel sein. Die bisherigen Leistungsmessungen sollen vielversprechend sein.

Ein von Cisco finanziertes Projekt geom_raid zielt darauf ab, ATA-Software-RAIDs neu zu implementieren. Dabei wird im Gegensatz zum bisherigen Treiber ataraid auf ein modulares Design Wert gelegt. Außerdem wurden Verbesserungen am Partitionierungswerkzeug gpart vorgenommen. Das Dateisystem UFS erhielt ein TRIM-Kommando, das den Betrieb von Solid State Disks (SSD) schneller und langlebiger macht.

Der neue BSD-Installer, der den alten sysinstall ablösen soll, ist nun weitgehend vollständig, es fehlen noch die Unterstützung von ZFS und die Einrichtung von WLAN.

Kurz vor der Fertigstellung sind auch die Resource Containers, die die Ressourcen spezifisch für jedes Jail begrenzen können. xz-Kompression ist nun für Pakete in den Ports und Logdateien verfügbar. Der aktualisierte webcamd kann nun mit über 1500 USB-basierten Webcams und anderen Geräten umgehen.

Server-Prozesse sollen künftig mit FreeBSD Services Control (fsc) besser gesteuert werden können. Das neue Subsystem soll bald als Port zur Verfügung stehen. Zur Erhöhung der Systemsicherheit wurde der Stack so angelegt, dass kein Code mehr auf ihm ausgeführt werden kann.

Eine Entwicklergruppe kümmert sich um die Portierung des Browsers Chromium. Eine andere hat sich zum Ziel gesetzt, FreeBSD besser als »Heimkino« (HTPC) nutzbar zu machen. Die Bemühungen, das GPL-lizenzierte und C++ benötigende groff für die Anzeige von Manpages durch eine eigene Lösung zu ersetzen, wurden besonders in OpenBSD und NetBSD vorangetrieben und sind jetzt mit dem Programm mdocml auch in FreeBSD verfügbar.

Die Ports-Sammlung, eine umfangreiche Sammlung von freier Software, die dem System hinzugefügt werden kann, wurde weiter vergrößert und dürfte bald 23.000 Pakete erreichen. Das neue Programm Portmaster, das den Benutzern die Verwaltung der Ports erleichtern soll, wurde wesentlich verbessert und arbeitet nun auch, soweit wie möglich, ohne dass der Ports-Verzeichnisbaum installiert ist. Das Testen von neuen Ports wird mit der Ports-Sandbox erleichtert, die kurz vor der Fertigstellung steht.

Die FreeBSD Foundation konnte 2010 mit 325.000 US-Dollar fast ihr Spendenziel von 350.000 USD erreichen. Mit dem Geld sollen weitere Projekte finanziert werden. Ein Teil des Geldes wird auch für die Unterstützung von BSD-Konferenzen und die Verbesserung der Projektserver ausgegeben.

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