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Do, 3. Februar 2011, 08:34

Gesellschaft::Politik/Recht

Verdacht: Auswärtiges Amt möchte wieder proprietäre Software

Das Auswärtige Amt, einst eine Vorzeigebehörde, was den Einsatz freier Software in deutschen Amtsstuben angeht, möchte vielleicht zu proprietärer Software zurückkehren. Der Verdacht initiierte eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion, um Kosten und Nutzen zu hinterfragen.

Die kleine Anfrage wurde von 14 Abgeordneten der SPD-Fraktion unter Leitung Oliver Kaczmareks gestellt. Die SPD war 2002 daran beteiligt, als die Migration der IT-Systeme des Auswärtigen Amtes und einzelner Botschaften auf freie Software durrchgeführt wurde, in deren Rahmen Betriebssysteme, Büro- und Serversoftware betroffen waren. Laut der SPD hat sich dieser Schritt finanziell ausgezahlt, Heise Online wusste im Jahr 2007 gar zu berichten, dass das Auswärtige Amt bezüglich der IT-Kosten das am wirtschaftlichsten handelnde Bundesministerium sei und mit Ausgaben von 1.190 Euro auskomme, wo andere Behörden bis zu 5.000 Euro verbrennen. Und das, obwohl das Auswärtige Amt (AA) unter erschwerten Bedingungen arbeite, weil 80 Prozent der Rechner im Ausland stehen und so schwerer zu betreuen seien.

In ihrer kleinen Anfrage betonten die Abgeordneten, das freie Software ein Standortfaktor für Europa und ein Markt für Dienstleistungen in Deutschland sei und fragten unter anderem, in welchen Bundesministerien freie Software verwendet wird, welche Bilanz die Regierung aus der Nutzung freier Software im AA und ggf. in anderen Bundesbehörden zieht, welche IT-Kosten in den Bundesministerien angefallen sind und wieviel Geld dank Open-Source-Anwendungen eingespart werde. Weiterhin soll die Anfrage ans Licht bringen, ob weitere Migrationen auf freie Software geplant sind, was die Regierung von einer Standardisierung der Nutzung freier Software in ihren Behörden hält und wie hoch die Kosten einer Rückumstellung auf proprietäre Software im Auswärtigen Amt ausfallen würden. Auch ob es aktuell Planungen gebe, im AA eine Rückumstellung auf proprietäre Software voranzutreiben, was mit unfreier Software verbundene zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen kosten würden und wer an diesen Vorgängen beteiligt ist, wollen die Abgeordneten wissen.

Gerüchte nennen als Grund für die Rückmigration der IT-Systeme des Auswärtigen Amtes auf proprietäre Betriebssysteme und Büroanwendungen angebliche Interoperabilitätsprobleme mit anderen Ministerien. Bisher liegt noch keine Antwort auf die Anfrage vor.

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