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Mi, 2. März 2011, 12:15

Software::Distributionen::Ubuntu

Mark Shuttleworth bekräftigt Banshee-Entscheidung

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat sich für die Probleme in der Kommunikation mit den Banshee-Entwicklern und der Gemeinschaft entschuldigt, hält aber am Kurs von Canonical fest.

Mark Shuttleworth

Mirko Lindner

Mark Shuttleworth

In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass Canonical 75% der Umsatzbeteiligung, die durch Einkäufe bei Amazon über Banshee gezahlt wird, einbehalten will. Technisch möglich wird das durch eine Änderung des Affiliate-Codes, der im Amazon-Plugin von Banshee steckt, und da Banshee freie Software ist, ist das auch durch die Lizenz gedeckt. Canonical steuert ein weiteres Plugin für Banshee bei, das den eigenen Ubuntu One Music Store ansteuert. Beide Plugins sollen standardmäßig aktiviert sein, und die von beiden generierten Einnahmen sollen zu 25% an die Banshee-Entwickler gehen, die das Geld bisher vollständig der GNOME Foundation stiften.

Nicht nur das prinzipielle Vorgehen von Canonical mit der Änderung des Affiliate Codes wurde von verschiedenen Nutzern kritisiert, sondern auch die Art der Kommunikation. Schon beim Ubuntu-Entwicklertreffen, bei dem beschlossen wurde, Banshee zum Standard-Medienplayer zu machen, wurde nicht an die Implikationen für die Store-Plugins gedacht, wofür sich Shuttleworth nun entschuldigt. Ferner entschuldigt er sich für das erste Angebot an die Entwickler, das Plugin zu deaktivieren und den Affiliate-Code unangetastet zu lassen. Die Person, die dieses Angebot machte, sei dazu nicht berechtigt gewesen. Die nachträgliche Rücknahme dieses Angebotes, das die Banshee-Entwickler gern angenommen hätten, sorgte natürlich für Unmut.

Shuttleworth ist klar, dass es immer Streit geben kann, wenn bezahlte und freiwillige Entwickler eine Gemeinschaft wie die von Ubuntu bilden. Er lässt eine Erläuterung der Prinzipien von Canonical folgen. Canonical bezahle die direkten Kosten der Entwicklung von Ubuntu. Dass darüber hinaus erhebliche Beiträge aus der Gemeinschaft kommen, schmälert seiner Ansicht nach nicht die Investition von Canonical. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei, optionale kostenpflichtige Dienste auf Basis von Ubuntu anzubieten. Nur dadurch sei es möglich, Ubuntu als freies Desktop-System anzubieten. Im Gegensatz dazu seien einige andere Linux-Desktops - er nennt auf Nachfrage Red Hat Workstation und Suse Linux Enterprise Desktop - fast so proprietär wie Windows und Mac OS X.

Laut Shuttleworth wird Canonical stets bemüht sein, seine Einnahmen mit relevanten Projekten zu teilen, die das alles möglich machen. Er bedauert, dass die Position von Canonical bisher nicht hinreichend dokumentiert wurde, und will das nachholen. Er erwartet, dass solche Streitfälle künftig noch öfter aufkommen. Im Interesse einer lebendigen und innovativen Gemeinschaft lädt er alle Projekte ein, eine Partnerschaft mit Canonical einzugehen. Ferner solle auch die Kommunikation verbessert werden. Beispielsweise können Probleme ähnlicher Art im Bugtracking-System von Ubuntu dokumentiert werden.

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