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Sa, 12. März 2011, 10:26

Gesellschaft::Politik/Recht

Niederländische Regierung könnte mit freier Software Milliarden sparen

Eine Studie des niederländischen Innenministeriums kam zu dem Ergebnis, dass der Haushalt jährlich um eine bis vier Milliarden Euro entlastet werden könnte, wenn die öffentliche Verwaltung freie Software nutzen würde. Das Ministerium bezeichnete den Bericht als unzuverlässig und wollte ihn unter Verschluss halten, doch Parlamentsmitglieder forderten einen Einblick.

Das niederländische IT-News-Portal Webwereld zitierte den grünen Parlamentarier El Fassed: »Ich wusste, dass wir durch eine Verbesserung des Wettbewerbs viel Geld sparen können, aber diese Summe macht mich benommen«. Fassed gehört zu denen, die die Regierung zu einem schnellen Wechsel auf freie Software drängen. Der Bericht mit dem Titel »Sorry, we're open« wurde dem Parlament auf Drängen des Parlamentsmitglieds Rik Janssen von der sozialistischen Partei zugänglich gemacht. Janssen hatte mitbekommen, dass der Rechnungshof die Studie angefordert hatte und selbst damit beschäftigt ist, das in Open-Source-Software steckende Einsparpotential abzuschätzen. Diese Studie soll am 15. März veröffentlicht werden.

Die Berechnungen für die Studie des Innenministeriums wurden von Verwaltern durchgeführt, die in einem Projekt zur Erneuerung von 11.000 Rechnern für viele Ministerien beschäftigt waren. Sie gingen bei ihren Berechnungen von proprietären Betriebssystemen, Büro- und Mailanwendungen sowie einer proprietären Groupware-Lösung aus. Sie störten sich am meisten an der Herstellerabhängigkeit und den proprietären Standards. Laut Bericht könnten Softwareanbieter die Abhängigkeit von den proprietären Standards ausnutzen und so die Preise für ihre Produkte hoch halten.

Weiterhin steht in dem Bericht, dass ein Wechsel auf freie Software Kosteneinsparungen in verschiedenen Bereichen ermöglichen würde. Dazu zählen Kosten für Beschaffung, proprietäre Lizenzen, deren Verwaltung und die IT-Wartung. Laut einem Schreiben des Ministeriums an das Parlaments wurde dieser Bericht nie in die Entscheidungsfindung einbezogen und kam nie über den Status eines vorbereitenden Dokuments für interne Richtlinien hinaus. Der Bericht wurde versehentlich veröffentlicht, als er dem Parlament zugänglich gemacht wurde. Der Link zum Bericht wurde inzwischen vom Ministerium entfernt.

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