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Mi, 30. März 2011, 09:58

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.39 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 2.6.39-rc1 freigegeben. Umwälzende Änderungen soll es dieses Mal nicht geben, aber diverse Optimierungen und die erstmalige Unterstützung der chinesischen Prozessorarchitektur Unicore.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

In den zwei Wochen seit der Freigabe von Linux 2.6.38 hat Torvalds rund 9000 Änderungen in den Kernel integriert. Das sind deutlich mehr als in den letzten Versionen außer 2.6.37. Laut seinen Anmerkungen waren zwei Drittel aller Änderungen neue oder aktualisierte Treiber. Die ARM-Architektur erhielt Unterstützung für weitere Boards, und die ersten Schritte zur Vereinheitlichung der m68k-Architektur mit und ohne Speicherverwaltungseinheit wurden getan.

Neu ist die erstmalige Portierung auf die chinesische Prozessorarchitektur Unicore, nicht zu verwechseln mit zahlreichen anderen Produkten gleichen Namens. Diese an der Universität von Peking entwickelte 32-Bit-Architektur ist bereits einige Jahre alt. Sie wird in CPU- und Microcontroller-Chips genutzt, die in einer Anzahl von Produkten in China eingesetzt werden.

Bei der Interrupt-Behandlung wurde eine Option eingeführt, alle Interrupt-Handler als Threads auszuführen. Hauptsächlich dient dies zum Debuggen von Interrupt-Handlern, viele Treiber wurden infolgedessen geändert. Auch im Dateisystembereich wurde optimiert und aufgeräumt. Von besonderer Bedeutung ist dabei ein neues »Plugging«-Modell für Blockgeräte. Dieses wurde so umstrukturiert, dass weniger Sperren erforderlich sind, was einen häufig genutzten Aufruf beschleunigen sollte. Ferner wurden zwei neue Systemaufrufe eingeführt, die mit Datei-Handles arbeiten. Vor allem Dateiserver im Userspace sollten davon profitieren; das Dateisystem XFS bot bereits einen ähnlichen Mechanismus an.

Der »Big Kernel Lock« (BKL), eine seinerzeit von Alan Cox eingeführte globale Sperre, um die Ausführung des Kernels auf mehreren Prozessoren zu ermöglichen, ist nun endgültig gegangen. Viele Jahre Arbeit waren nötig, um die Sperrmechanismen im Kernel immer weiter zu verfeinern, so dass die effiziente Ausführung des Betriebssystems auf immer mehr Prozessorkernen, mittlerweile hunderttausenden, parallel möglich ist. Zuletzt waren nur noch wenige Treiber für eher ungebräuchliche Hardware verblieben, die den BKL benötigten. Jetzt sind auch die letzten umgestellt.

Der Speicherallokator SLUB wurde erheblich beschleunigt, da er nun viele Allokierungen ausführen kann, ohne eine Sperre setzen zu müssen. Der CPU-Scheduler erhielt ein Directed Yield-Feature, mit dem virtuelle Maschinen unter Umständen etwas schneller werden. IP sets ermöglichen künftig die Gruppierung von IP-Adressen, um sie mit einer einzelnen IPTables-Regel abzudecken. Durch die Vergrößerung des initialen Sendefensters im TCP-Protokoll soll die Latenzzeit in einigen Fällen sinken. Der neue Systemaufruf syncfs wirkt wie sync, aber nur auf ein einzelnes Dateisystem.

Viele neue Treiber fanden auch dieses Mal den Weg in den Kernel, darunter die Unterstützung für USB 3.0-Hubs und Intel GMA500-Grafikchips. Außerdem wurde das Media-Controller-Subsystem integriert, das es ermöglicht, Anwendungsprogrammen Informationen über die Topologie von komplexen Multimedia-Chips zu geben.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im ausführlichen Änderungslog zu finden. Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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Kommentare (Insgesamt: 7 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Unverständlich. (cyberdoc, Do, 31. März 2011)
Re: Unverständlich. (Lausi, Mi, 30. März 2011)
Re: Tick Tock - Verfahren (chefkoch3000, Mi, 30. März 2011)
Re[2]: Unverständlich. (Hotte, Mi, 30. März 2011)
Tick Tock - Verfahren (tbol.inq, Mi, 30. März 2011)
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