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Do, 31. März 2011, 13:29

Software::Distributionen::BSD::NetBSD

NetBSD unterscheidet Portierungen nach Wichtigkeit

Das NetBSD-Projekt will künftig nicht mehr alle Portierungen gleichwertig behandeln. Damit soll erreicht werden, dass die Entwicklung für die wichtigen Architekturen schneller vorankommt.

NetBSD

Das freie BSD-Betriebssystem NetBSD rühmt sich damit, auf fast jeder erdenklichen Hardware zu laufen. Es unterstützt fast die gleiche Zahl von Architekturen und spezifischen Boards wie Linux. Dabei galten bisher alle veröffentlichten Portierungen als gleichwertig. Doch wie auch schon andere Projekte wie Debian feststellen mussten, bedeutet das mittlerweile, dass für einige wenig genutzte Plattformen verhältnismäßig viel Aufwand getrieben werden muss. Früher war das noch eher machbar, da die Zahl der Geräte gering und ihre Funktion ziemlich einheitlich war. Heute behindert es den Fortschritt auf den meistgenutzten Plattformen, besonders da aus Sicht des Kern-Teams auch von der Gemeinschaft zu wenig Unterstützung für die Pflege und den Test der anderen Plattformen kommt.

Debian löste das Problem schon vor fünf Jahren, indem es einige Portierungen zu inoffiziellen Portierungen erklärte. Diese werden unabhängig von der offiziellen Distribution entwickelt und können deren Veröffentlichung nicht aufhalten.

Das NetBSD-Projekt will das Problem nun auf ähnliche Weise lösen. Die vorhandenen Portierungen werden nach ihrer Wichtigkeit in drei Klassen eingeteilt. Die Zugehörigkeit zu den Klassen wird vom Kernteam definiert und kann sich im Laufe der Zeit ändern, je nachdem, wie stark die betreffende Architektur in der Industrie verbreitet ist und wie stark sich die Gemeinschaft um sie kümmert.

Die höchste Klasse ist demnach Teil der NetBSD-Strategie und enthält diejenigen Architekturen, die in modernen Servern, eingebetteten Geräten und Desktops zum Einsatz kommen. Plattformunabhängige Änderungen am NetBSD-System sollen nur vorgenommen werden, wenn diese Klasse davon profitiert. Regressionen in der automatisierten NetBSD-Testsuite sind nicht erlaubt. Zu dieser Klasse gehören die Portierungen amd64, evbarm, evbmips, evbppc, hpcarm, i386, sparc64 und xen. Sie laufen auf den CPUs x86 (32 und 64 Bit) sowie ausgewählten Varianten von ARM, PowerPC, MIPS und Sparc64.

Die Portierungen zweiten Ranges sind alle übrigen in NetBSD vorliegenden. Sie laufen auf Hardware, die alt ist, oder besitzen wenig Aktivität. Dennoch sind sie funktionsfähig, aber diesen Zustand zu erhalten, ist nicht mehr die Aufgabe der Kernentwickler. Auch die Integration von Neuerungen muss durch die Gemeinschaft erfolgen, nicht mehr durch das Kernteam. Solange die Portierung funktionsfähig ist, bleibt sie Bestandteil der offiziellen NetBSD-Veröffentlichungen; ansonsten wird sie in den dritten Rang abgestuft.

Die Portierungen dritten Ranges sind diejenigen, die sozusagen im Koma liegen. Derzeit gibt es keine Portierung, die in diese Kategorie fällt. Wenn durch die Initiative der Gemeinschaft wieder ein funktionsfähiger Zustand erreicht wird, wird die Portierung wieder in den zweiten Rang aufgenommen. Wenn kritische Probleme aber für 6 bis 12 Monate nicht korrigiert werden, soll sie aus NetBSD entfernt werden.

Die aktuelle Liste der Portierungen mit ihrer Einteilung wird stets unter www.netbsd.org/ports vorgehalten.

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