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Mo, 4. April 2011, 16:38

Software::Desktop::KDE

Automatische Abschaltung von Compositing in KWin geplant

Anwendungen, bei denen Compositing im KDE-Window-Manager KWin zu Leistungseinbußen führen würde, können diese Funktion künftig selbständig abschalten, solange sie laufen.

KDE 4.6 in Aktion

kde.org

KDE 4.6 in Aktion

Martin Gräßlin, einer der Hauptentwickler von KWin, erläuterte in seinem Blog, dass es für manche Anwendungen ein Problem darstellen kann, wenn Compositing eingeschaltet ist. Das Ansehen von HD-Videos oder das Spielen von 3D-Spielen im Vollbildmodus lastet die Grafikkarte weitgehend aus; wenn dann noch Compositing angeschaltet ist, fehlen dem Programm Ressourcen, und mit Treibern, die keine zwei OpenGL-Kontexte gleichzeitig unterstützen, kann es zu Darstellungsfehlern oder Abstürzen kommen. Zwar kann KWin Anwendungen, die im Vollbildmodus laufen, am Compositing vorbeischleusen, doch bleiben dabei die OpenGL-Ressourcen belegt. Somit ist diese Funktion für einige Programme, z.B. Webbrowser, unnötig, weil Browser in jedem Fall das Compositing nutzen können sollten. Für andere Programme wie Videoplayer und Spiele ist sie dagegen nicht ausreichend.

Anwender können sich bisher nur mit dem manuellen Abschalten von Compositing behelfen. Doch im kommenden KDE SC 4.7 sollen Anwendungen in der Lage sein, das vorübergehende Abschalten selbst anzufordern. Damit dies kein KDE-Alleingang wird, will Gräßlin das entsprechende API als Erweiterung der NETWM-Spezifikation vorschlagen. Sie kann dann von allen kompatiblen Window-Managern implementiert werden. Auswirken wird sich die neue Funktion indes erst, wenn sie von den betroffenen Programmen auch genutzt wird. Trotz des Automatismus wird es den Benutzern auch weiterhin möglich sein, das Verhalten für jede Anwendung selbst zu definieren.

Für Gräßlin ist es allerdings fraglich, ob die beiden neuen GNOME-Oberflächen, die GNOME Shell und Unity, das Abschalten von Compositing überhaupt umsetzen können. Denn im Gegensatz zu Plasma, das mit oder ohne Compositing je nach Gegebenheiten laufen kann, setzt die GNOME Shell OpenGL zwingend voraus. Ohne OpenGL kann ersatzweise das alte GNOME-Panel laufen, aber ein Umschalten zwischen beiden Modi ohne Neustart des Desktops ist laut Gräßlin nicht möglich. Canonical habe mit Unity genau den gleichen Fehler gemacht.

Gräßlin zeigt sich optimistisch, dass in KDE 4.8 (das im Januar 2012 erscheinen soll) die Benutzer sich normalerweise nicht mehr selbst um das Ein- und Ausschalten von Compositing kümmern müssen. Die entsprechende Einstellung im grafischen Konfigurationsdialog könnte damit entfallen, bliebe aber als Tastenkombination bzw. Option in der Konfigurationsdatei erhalten.

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