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Fr, 15. April 2011, 14:18

Software::Virtualisierung

Natives Linux-Frontend als Alternative zu Qemu

Wer das in Linux eingebaute KVM als Hypervisor einsetzt, benötigt zwangsläufig Qemu als Frontend für die die virtuellen Maschinen. Nachdem führende Kernel- und KVM-Entwickler diverse Mängel von Qemu aufzeigten, hat die Entwicklung einer Alternative begonnen.

Pekka Enberg kündigte den Start des Projektes »Native Linux KVM Tool« schon am 31. März an. Das Ziel der momentan einfach »kvm« benannten Anwendung ist es, eine saubere, von Grund auf neu implementierte und schlanke Alternative zu Qemu bereitzustellen, die mittels KVM virtuelle Gastsysteme starten kann. Sie soll sich auf Linux-Gastsysteme beschränken und soll daher keine BIOS-Abhängigkeiten und nur minimale Emulation von obsoleten Geräten besitzen.

In der ersten Ankündigung des Tools spielt Pekka Enberg auf die historische E-Mail an, mit der Linus Torvalds erstmals bekannt gab, dass er an Linux arbeitet: »just a hobby, won't be big and professional like QEMU«. Das Projekt entstand aus einer langen Diskussion auf der Kernel-Mailingliste, in deren Verlauf Ingo Molnar einen entsprechenden Vorschlag machte.

Molnar war der Meinung, dass der Erfolg von KVM darauf zurückzuführen war, dass es mit anfänglich 10.000 Code-Zeilen sehr kompakt war und der aktuellen Kernel-Version folgte. Im Gegensatz dazu war Xen eine Größenordnung größer und beruhte auf einem Fork einer älteren Linux-Version; die Folge waren zahllose Akzeptanz- und technische Probleme, und bis heute ist Xen nicht vollständig in den Kernel integriert. Ähnliche Probleme gebe es aber auch mit Qemu, das unabhängig von KVM entwickelt wird. Qemu sei so komplex, dass es kaum noch wartbar ist, und habe einige Benutzbarkeitsprobleme. Ein neues Tool, das eng an die Entwicklung von KVM gekoppelt ist und - wie das Tool »perf«, das als Erfolg gilt - im Kernel-Baum entwickelt wird, sei eine wesentliche Verbesserung.

Enberg und mehrere andere Entwickler machten die Idee zur Realität. Sie entwickeln kvm zur Zeit auf github.com. Es handelt sich um einen kompletten Kernel-Baum, in dessen tools-Verzeichnis unter kvm das neue Programm heranwächst. Der erste Prototyp hatte keine Unterstützung für Grafik oder Netzwerk, konnte aber mit nur 5.000 Zeilen C-Code bereits ein Linux-Gastsystem starten, in das man sich über die serielle Konsole einloggen konnte. Inzwischen sind weitere Funktionen hinzugekommen. Im Laufe der Zeit wird das Programm sicher viele Funktionen erhalten, die alle Möglichkeiten von KVM voll ausnutzen, die Integration von virtuellen Maschinen verbessern und die Geschwindigkeit erhöhen.

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