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Do, 5. Mai 2011, 12:54

Software::Entwicklung

Oracle will Hudson an die Eclipse Foundation übergeben

Nachdem Oracle die Gemeinschaft vor einigen Wochen durch den Umzug von Hudson zu GitHub überraschte, will das Unternehmen nun die Entwicklung des kompletten Systems zu einem Projekt der Eclipse Foundation machen.

Die Entwicklung des durch Oracle von Sun übernommenen Continuous-Integration-Systems Hudson nimmt zum wiederholten Male eine unerwartete Wendung. Nachdem Oracle Mitte Februar für Überraschung sorgte, als das Unternehmen den Umzug des Systems zu GitHub vermeldete, kommt es nun noch dicker. So soll laut einem Vorschlag des Datenbank- und Hardwarespezialisten die komplette Entwicklung von Hudson an eine neutrale Institution übergeben werden. Demnach plant Oracle, Hudson als Projekt der Eclipse Foundation zu etablieren.

Die Ankündigung das Unternehmens ist umso überraschender, als den Plänen ein monatelanger Streit um Hudson vorher ging. Denn die Entwickler des ursprünglich auf Java.net beheimateten Projektes waren mit der gegebenen Infrastruktur unzufrieden und wollten die Infrastruktur verlegen. Oracle allerdings, als Eigentümer der Namensrechte, weigerte sich, dem Wunsch nachzukommen. Auch die Bestrebungen, den Namen des Systems an eine »neutrale Stelle« zu übergeben und damit der Gemeinschaft indirekt einen Umzug zu ermöglichen, scheiterte. Zudem verlangte Oracle von den Beteiligten Änderungen, die nicht nur den Entwicklungsprozess, sondern auch die Entwickler selbst massiv betreffen würden. Als Folge entstand mit Jenkins ein Parallelprojekt, dem die führenden Entwickler von Hudson beigetreten sind und das unabhängig von Oracle entwickelt wird.

Der nun angestrebte Wechsel zu Eclipse würde nicht nur einen physischen Umzug des Projektes bedeuten, sondern auch eine Änderung der Lizenz von der MIT-Lizenz zur Eclipse Public Licence (EPL) nach sich ziehen. Weit pikanter ist allerdings, dass auch die Namensrechte, einer der Hauptpunkte beim Zerwürfnis zwischen Oracle und den Entwicklern, auch an die Eclipse Foundation übertragen werden sollen. Einen entsprechenden Vorschlag hat Oracle nach Angaben der Foundation bereits unterbreitet.

Ganz zurückziehen wird sich Oracle aus der Entwicklung allerdings nicht. Wie das Unternehmen schreibt, will es weiterhin die Kontrolle über das Projekt behalten und die Leitung übernehmen. Unterstützt wird die Firma dabei unter anderem von Sonatype, Tasktop und Vmware. Gerade Sonatype schlug sich recht früh auf die Seite von Oracle, als es zum Zerwürfnis kam. Zudem plant das Unternehmen, eine neue Plugin-Architektur für Hudson zu erstellen.

Seitens der Eclipse Foundation scheint es durchaus Interesse an Hudson zu geben. So zitiert Oracle Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation, mit den Worten, dass Oracles Entscheidung, das Projekt in die Hände von Eclipse zu übergeben, gut sei. Zwar muss noch die Eclipse-Gemeinschaft dem Vorschlag zustimmen, doch kann davon ausgegangen werden, dass sie sich nicht der Aufnahme widersetzen wird. Denn unter dem Dach der Eclipse Foundation finden sich zwar eine Menge verschiedener Projekte, ein Continuous-Integration-System fehlt aber noch.

Fraglich ist nur noch, ob auch das Jenkins-Projekt sich an der Entwicklung von Hudson beteiligen wird. Zum einen dürfte gerade die Ankündigung, dass Oracle weiterhin die Leitung übernehmen wird, zum anderen aber auch die Vorfälle der Vergangenheit eine Kooperation erschweren. Eine Ankündigung auf der Liste des Projektes fand bis dato keine Resonanz.

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