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Mo, 9. Mai 2011, 09:28

Software::Grafik

LyX 2.0 veröffentlicht

Einen Monat, nachdem die LyX-Entwickler eine Betaversion der Textverarbeitung veröffentlichten, haben sie nun die Version 2.0 zum Download freigegeben. Da LyX Anwendern die typografischen Aufgaben weitestgehend abnimmt, können sie sich auf die Struktur ihrer Dokumente und das Schreiben konzentrieren.

LyX 2.0

lyx.org

LyX 2.0

LyX existiert seit über fünfzehn Jahren. Die aktuelle Version enthält viele Neuerungen. Dazu zählen erweiterte Suchmöglichkeiten, die es Anwendern erlauben, auch nach Formatierungen und Formeln innerhalb ihrer Dokumente zu suchen. Die Rechtschreibprüfung kann so konfiguriert werden, das Fehler bzw. unbekannte Wörter bereits während des Schreibens markiert werden, eine neue Vergleichsfunktion kann Unterschiede in Dokumenten aufspüren und übersichtlich ausgeben.

Das Thesaurus in LyX 2.0 spricht jetzt neben Englisch auch eine Vielzahl anderer Sprachen. Es setzt auf den MyThes-Bibliotheken auf, die auch in Open- und LibreOffice verwendet werden. Für Querverweise lässt sich jetzt neben Prettyref auch das Refstyle-Paket einsetzen, das ebenfalls andere Sprachen neben Englisch unterstützt. Anwender können dank des Splitindex-Pakets in Dokumenten eine unbegrenzte Anzahl Indexe anlegen und für Verweise heranziehen.

Mit XeTeX, LuaTeX und XHTML unterstützt die neue LyX-Version deutlich mehr Backends als die Vorgänger. Ausgabe-Dokumente lassen sich leichter anpassen. Anwender können nicht nur das Dokumentformat (pdf, dvi, html, OpenDocument, PostScript) in einem Dialog wählen, sondern auch die Bibliografie-Stile, Schriftart und Sprachpakete. Wird ein Dokument aus mehreren Dateien zusammengesetzt, lassen sich nun via \includeonly auf Wunsch nur bestimmte Dateien in ein TeX-Dokument einbetten. Die Anzahl der unterstützten LaTeX-Befehle wurde erweitert, wodurch Autoren unter anderem Textstellen besser auszeichnen können.

Die Nutzung von Tabellen in LyX-Dokumenten haben die Entwickler ebenfalls verbessert. LyX 2.0 erlaubt es, die vertikale Position von Tabellen ebenso anzugeben wie die horizontale Ausrichung in Tabellenzellen. Eine Zelle darf nun aus mehreren Zeilen bestehen und Spalten lassen sich anhand bestimmter Zeichen ausrichten. Eine Vorschaufunktion ermöglicht es, dass Anwender mit wenigen Klicks aus LyX heraus testen können, wie ihre Dokumente später aussehen werden. Dank einer Vorwärts-Suche können aus Textstellen aus PDF- und DVI-Dokumenten in der lyx-Datei angesteuert werden.

LyX 2.0 kann mit SVN zusammenspielen und erleichtert so die Versionsverwaltung. In Vorgängerversionen getätigte Einstellungen können mit dem Werkzeug prefs2prefs an LyX 2.0 angepasst werden, was Anwendern bei einem Upgrade einige Arbeit erspart. Vorlagen für Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten unterstützen Studenten und Wissenschaftler. Neben den Neuerungen flossen viele Korrekturen in LyX 2.0 ein, die in der Feature-Liste aufgeführt werden.

Die Entwicklung von LyX begann 1995 auf Initiative des Studenten Matthias Ettrich, der ein einfach zu bedienendes Frontend für LaTeX vermisste. Zu Beginn hieß LyX noch Lyrix, dieser Name wurde aber relativ schnell verworfen. Anders als Textverarbeitungen oder viele grafische Layout-Programme folgt LyX dem Prinzip »What You See Is What You Mean« (WYSIWYM). Die Software steht unter der GPLv2. Die aktuelle LyX-Version kann als Quelltext heruntergeladen werden. Zum aktuellen Zeit ist LyX 2.0 nur im Repositorium von Fedora und den Entwicklerversionen von Ubuntu und Debian zu finden. Neben LyX 2.0 veröffentlichten die Entwickler auch eine Aktualisierung für LyX 1.6.

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