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Mi, 18. Mai 2011, 20:31

Software::Systemverwaltung

GRUB kommt mit BtrFS- und ZFS-Partitionen klar

Mit der jetzt veröffentlichten Version 1.99 ermöglicht der GRand Unified Bootloader (GRUB) erstmals von Haus aus einen direkten Systemstart von BtrFS- oder ZFS-Partitionen. Zu den weiteren Neuerungen der aktuellen Version gehören Korrekturen sowie weitere neue Funktionen.

Start eines Debian-Systems mit GRUB2

Hans-Joachim Baader

Start eines Debian-Systems mit GRUB2

Der GRand Unified Bootloader (GRUB) gehört wohl zu den bekanntesten freien Bootloadern für Linux. Einst als Ersatz für LILO im Zuge des GNU-Hurd-Projektes entwickelt, kommt kaum eine Distribution ohne ihn aus. Denn der modulare Bootloader unterstützt eine Reihe von Plattformen und bietet Funktionen, die in anderen Systemen vergeblich gesucht werden. Unter anderem kann GRUB über das Dateisystem auf die als Dateien gespeicherten Betriebssystemkerne zugreifen. Im Gegensatz zu LILO ist GRUB also nicht darauf angewiesen, die genaue Position der Dateien zu kennen. Doch auch die Tage von GRUB sind bereits gezählt, denn mit GRUB2 steht ein komplett überarbeiteter Nachfolger des Projektes in den Startlöchern.

Mit der nun erfolgten Freigabe der Version 1.99 verlässt GRUB2 offiziell das Alpha-Stadium. Dem entsprechend ist die neue Version nicht mehr unter alpha.gnu.org, sondern unter ftp.gnu.org zu finden. Zu den wohl herausragendsten Funktionen der aktuellen Version gehört die Unterstützung von ZFS- und vor allem von BtrFS-Partitionen. Btrfs ist seit einiger Zeit als produktiv einsetzbar deklariert und wird als der kommende Standard unter Linux gehandelt. Doch gerade das direkte Booten von Btrfs-Partitionen unterstützte GRUB2 offiziell noch nicht. Zwar existieren bereits seit geraumer Zeit Patches, um von Btrfs sowohl von GRUB als auch von GRUB2 zu booten, doch erforderten diese immer eine manuelle Änderung im System. Alternativ mussten Anwender eine separate Boot-Partition erstellen, auf die GRUB2 zugreifen konnte.

Weitere Änderungen der neuen Version stellen die Unterstützung von Tastaturlayouts und bidirektionalem Text, ein Parser für alte GRUB-Konfigurationsdateien sowie ein neues lsacpi-Kommando dar. Das Build-System wurde nun auf Automake umgestellt. Zudem wurde GRUB2 eine Unterstützung für AMD Geode CS5536 spendiert. Unter Linux werden nun auch DM-RAID-Geräte und symbolische Links unter /dev/mapper unterstützt. Die in GRUB2 enthaltene Skriptsprache »GRUB Script« bietet unter anderem Elemente für For- und While-Schleifen sowie logische Operatoren wie »until« und »elif«, sowie Funktionsparameter.

Eine Liste aller Änderungen kann der Readme-Datei im Paket oder der Ankündigung auf der Liste des Projektes entnommen werden. GRUB 1.99 kann ab sofort vom FTP-Server des GNU-Projektes heruntergeladen werden. Das Team rund um den Bootloader empfiehlt GCC 4.4 zum Compilieren des Systems. Offiziell wird GCC ab der Version 4.1.3 unterstützt.

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