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Di, 24. Mai 2011, 09:24

Software::Kernel

Abschied von Linux 2.6

Eine kurze Mitteilung von Linus Torvalds deutet an, dass die nächste Version des Linux-Kernels nicht 2.6.40, sondern 2.8.0 oder gar 3.0 sein könnte.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Nur ein Nachsatz in einer kurzen Mitteilung von Linux-Initiator Linus Torvalds gibt den bereits Jahre alten Überlegungen, die Kernel-Versionsnummerierung zu ändern, wieder Auftrieb. »Die Stimmen in meinem Kopf sagen, dass die Versionsnummern allmählich zu groß werden«, schrieb Torvalds. Die nächste Version könnte daher 2.8.0 statt der eigentlich fälligen 2.6.40 sein.

Der kurze Satz löste sofort eine lebhafte Diskussion aus. Ingo Molnar wünschte sich, das die 2.6er-Linie noch bis 2.6.42 (in Anspielung auf Per Anhalter durch die Galaxis) weitergeführt würde, worauf 3.0.0 folgen sollte. Später gab er allerdings zu bedenken, dass wohl erst Linux 42.0 als die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem sein könnte. Torvalds antwortete, dass er ernsthaft über 3.0 nachdenke, also die Versionsnummern auf zwei Stellen reduziert; die dritte Stelle wäre dann für Updates der stabilen Version gedacht.

Einen realen Grund außer dem Eindruck vieler Entwickler, dass die Versionsnummer »zu groß« wird, gibt es für die Änderung nicht. Da die Versionsnummern des Kernels schon lange nichts mehr mit Features zu tun haben, ist im Prinzip jeder Zeitpunkt für eine Umstellung denkbar. Die mit Linux 2.6.37 weitgehend abgeschlossene Abschaffung des Big Kernel Lock, die zweifellos ein Meilenstein war, taugt daher kaum als Ausrede. Mehrere Entwickler würden es bevorzugen, wenn zuerst die ARM-Architektur aufgeräumt würde, bevor man den Kernel in Linux 3.0 umbenennt. Andere Entwickler geben zu bedenken, dass durch die Änderung einige Skripte und Tools geändert werden müssten, dies ist jedoch sicherlich ein überschaubares Problem.

Passend zur Version 3.0 wäre für Torvalds, dass Linux dieses Jahr in seine dritte Dekade geht. Heute vor 20 Jahren war Linux zwar noch nicht veröffentlicht, aber Torvalds, von seinem Studium unterfordert, arbeitete zu dieser Zeit sehr intensiv an der ersten Version. Allerdings will er diesen Aspekt nicht zu sehr betonen. Linux 3.x würde dann nach einigen Jahren durch Version 4.0 ersetzt, gleichgültig ob dies in zehn Jahren wäre oder deutlich früher. Wichtiger sei die Betonung, dass auch ungerade Versionsnummen mittlerweile für stabile Versionen stehen.

Gespannt darf man nun auf den ersten Veröffentlichungskandidaten der nächsten Kernel-Version sein, die Torvalds noch vor seinem Abflug zur LinuxCon Japan, also kommenden Sonntag oder Montag, herausgeben wird. Dieser wird zeigen, wie sich Torvalds bezüglich der Versionsnummer entschieden hat.

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