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Di, 24. Mai 2011, 13:59

Gesellschaft::Wissen

Wikipedia will Weltkulturerbe werden

Mittels einer Petition will Wikipedia erreichen, zum Weltkulturerbe zu werden. Anlass für die Petition ist, dass für die Anerkennung die Maßstäbe der UNESCO geändert werden müssten, und der normale, formale Weg Jahre dauern würde.

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia

Mirko Lindner

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia

Nachdem Wikipedia dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, kam der Gedanke auf, die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe zu beantragen. Damit soll gewürdigt werden, dass Wikipedia nach eigenen Angaben die größte Wissenssammlung der Menschheitsgeschichte ist, die zudem unabhängig, frei zugänglich und nicht kommerziell ist.

Wikipedia sieht sich damit als Vorreiter eines Kulturwandels, denn sie habe die uralte Tradition des Austauschs von Wissen in das neue, digitale Zeitalter überführt. So sei ein in der Kulturgeschichte bisher einzigartiger Ort des Wissensaustauschs entstanden, und deshalb habe sie als grenzübergreifende, kulturelle Leistung der Menschen die Anerkennung und den Schutz der UNESCO als erstes digitales Weltkulturerbe verdient.

Nun ist dieses Vorhaben nicht ganz leicht. Zwar erfüllt Wikipedia die inzwischen zusätzlich geschaffenen Kategorien als Weltdokumentenerbe und als immaterielles Welterbe, doch um diese Einstufungen geht es hier nicht. Ein Weltkulturerbe kann sich auch nicht selbst bewerben, sondern muss von einem Staat vorgeschlagen werden. Dies geschieht nur einmal im Jahr im Februar. Deswegen startet das Projekt eine Petition und einer breiten Diskussion, die den formalen Weg unterstützen sollen.

Ein Kulturgut muss außerdem bedroht sein, damit es zum Weltkulturerbe werden kann. Dem Einwand, Wikipedia und insbesondere die deutschsprachige Wikipedia seien doch gar nicht bedroht, wird damit begegnet, dass keineswegs alle Menschen einen kostengünstigen Breitband-Internetzugang mit ungehindertem Zugriff auf das ganze Netz haben. Freies Wissen und der Zugang zu freiem Wissen werden laut Wikipedia auf vielen Ebenen bedroht, beispielsweise durch Bestrebungen, die Netzneutralität aufzuheben, Verschärfungen rechtlicher Vorschriften oder Zensur.

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