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Mo, 30. Mai 2011, 11:23

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.0 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.0-rc1 freigegeben. Während die Hochzählung der Versionsnummer passend zum 20. Geburtstag von Linux kommt, ist der Kernel technisch die Fortsetzung von 2.6.39 ohne umwälzende Änderungen.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Schon kurz nach der Freigabe von Linux 2.6.39 hatte Torvalds Überlegungen angestellt, die Kernel-Version auf 3.0 zu setzen, um es zu vermeiden, die dritte Stelle der bisherigen Version immer weiter hochzuzählen. Einen technischen Grund für die jetzt tatsächlich vollzogene Umstellung gibt es nicht, die Version 3.0 fällt aber zeitlich kurz vor den 20. Geburtstag von Linux, was laut Torvalds sicher Anlass genug ist. Diskussionen um eine Änderung der Versionierung hatte es schon früher gegeben, unter anderem beim Kernel Summit 2010. Letztlich entschloss sich Torvalds zu der Änderung recht spontan und ohne große Diskussion, da er immer noch das letzte Wort bezüglich jeder Kernel-Änderung hat.

Die Änderung der Versionsnummer dürfte einige Skripte durcheinander bringen, die vom bisherigen Schema fest ausgehen. Der Kernel selbst meldet sich als Version 3.0.0-rc1 statt 3.0-rc1, doch dies soll bald behoben sein. Auch die Administratoren zahlreicher Spiegelserver werden möglicherweise ihre Skripte anpassen müssen, denn für die neue Version wurde das neue Unterverzeichnis v3.0 geschaffen.

Linux 3.0-rc1 enthält über 7300 Änderungen, etwas weniger als in den letzten Versionen. Etwa 2000 werden erfahrungsgemäß bis zur Freigabe in ungefähr zwei Monaten hinzu kommen. Wie inzwischen üblich waren zwei Drittel aller Änderungen neue oder aktualisierte Treiber. In der ARM-Architektur wurden erste Schritte zur Konsolidierung der zahllosen duplizierten Treiber und Funktionen unternommen, die aus der Vielzahl der existierenden Boards und Systeme resultierten.

Der Kernel wird standardmäßig nicht mehr mit der Option -Os compiliert, die vor allem die Codegröße minimiert. Torvalds war unzufrieden mit den Optimierungen, die diese Option bot. Zwar ist es weiterhin geboten, den Code möglichst klein zu halten, um die Caches gut auszunutzen, da sonst die Geschwindigkeit leidet. Laut Torvalds lässt GCC aber ungeachtet der Optionen einige »offensichtliche« Reduktionen der Code-Größe missen.

Das Netzwerk-Subsystem erhielt einen weiteren Paket-Scheduler, den Quick Fair Queue Paket-Scheduler. Ein Just-in-Time-Compiler für den Berkeley Packet Filter feierte seinen Einstand. Der neue Systemaufruf sendmmsg ermöglicht das Senden von mehreren Paketen mit einem Aufruf, analog zu recvmmsg. Es gibt nun außerdem ICMP-Sockets, die es unter anderem möglich machen sollen, dass unprivilegierte Programme Pings senden können.

Das tmpfs-Dateisystem unterstützt nun erweiterte Attribute. Der Xen-Block-Backend-Treiber wurde hinzugefügt; mit diesem können virtuelle Maschinen (VMs) ein Blockgerät für andere VMs exportieren. Unterstützung für ACPI Power Meter wurde hinzugefügt. Ein neuer Alarm-Timer-Mechanismus, der Alarme auslösen kann, auch wenn das System suspendiert ist, wurde aufgenommen. Außerdem wurden auch dieses Mal viele neue Treiber hinzugefügt.

Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im ausführlichen Änderungslog zu finden. Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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