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Mo, 6. Juni 2011, 16:38

Software::Büro

OpenOffice.org offiziell zu Apache

Ohne große Ankündigung hat Oracle das OpenOffice-Projekt an die Apache Software Foundation übertragen.

OpenOffice.org

Auch mit dem jüngsten Schritt von Oracle setzt sich die mangelnde Transparenz gegenüber freien Projekten, die einen Großteil der bei der Übernahme von Sun erworbenen Projekte bereits zur Abspaltung bewegt hat, fort. Nachdem Oracle erklärt hatte, die Entwicklung an OpenOffice.org einzustellen, wurde das Projekt jetzt eher beiläufig an die Apache Software Foundation (ASF) übergeben. Dort wird es zunächst als beginnendes Projekt im Apache Incubator geführt. Jim Jagielski, Präsident der ASF, hieß das Projekt willkommen, das eine starke Gemeinschaft und bedeutende Unternehmensunterstützung hinter sich habe. Diese Unterstützung wird in erster Linie von IBM kommen, das den Wechsel bei OpenOffice.org ebenfalls begrüßte. Laut Ed Brill von IBM will der Konzern OpenOffice.org über Dokumente und Dokumentformate hinaus erweitern und in ein semantisches Web einbinden. Im Rahmen der Arbeit an Lotus Symphony seien etliche Erweiterungen von OpenOffice.org entstanden, die nun in das Projekt eingebracht werden sollen.

Mit dem Umzug zu Apache wird offenbar die Lizenz auf die Apache 2.0-Lizenz umgestellt, bemerkt Rob Weir, ebenfalls IBM. Es sei grundsätzlich eine gute Sache, dass OpenOffice.org an eine so starke Organisation wie Apache geht. Die ASF ist eine Meritokratie, wie viele Open-Source-Projekte, was bedeutet, dass diejenigen das Sagen haben, die Code beitragen. Er rechnet damit, dass in Kürze das Incubator-Projekt eingerichtet ist, und OpenOffice bald zu einem der Hauptprojekte der Foundation wird. Bob Sutor, Vizepräsident von IBM, entwirft eine Vision von einem weiter verbreiteten Einsatz des freien Dokumentformates ODF, Refaktorisierung und Modularisierung von OpenOffice.org und wachsender Funktionalität in den nächsten Jahren.

Etwas weniger positiv sieht die Document Foundation diesen Schritt. Sie spricht von einer verpassten Chance, beide Projekte wieder zu vereinigen, nachdem die Document Foundation im letzten Jahr LibreOffice als Fork von OpenOffice.org gegründet hatte. Die Document Foundation sei ähnlich strukturiert wie die ASF, akzeptiere weiterhin Beiträge von Firmen und hoffe auf fruchtbare Gespräche mit der ASF. Differenzen gibt es jedoch bei der Lizenz, da die Document Foundation Copyleft-Lizenzen bevorzugt, was bei der ASF gar nicht in Frage kommt. Immerhin sei die Apache 2.0-Lizenz kompatibel mit der LGPLv3 und MPL.

In eine ähnliche Kerbe haut SUSE, das den Schritt von Oracle zwar begrüßt, aber zugleich die Unterstützung für LibreOffice bekräftigt. SUSE hätte es lieber gesehen, wenn IBM und andere Mitarbeiter an OpenOffice.org ihre Beiträge direkt an LibreOffice leisten würden. Momentan scheint eine Vereinigung beider Projekte undenkbar und es bleibt abzuwarten, was sich aus den kommenden Gesprächen zwischen der Document Foundation und der ASF ergibt.

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