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Mi, 8. Juni 2011, 16:17

Software::Desktop

Kein Lebenszeichen vom 64-Bit-Flash-Player von Adobe

Adobe hat offenbar wenig Interesse, endlich eine 64-Bit-Version des Flash-Players fertigzustellen. Das letzte Update der Testversion »Square« liegt sechs Monate zurück.

Anwender von 64-Bit-Linux-Systemen hatten nur selten Anlass zur Freude über Adobe. Nachdem der Hersteller im November 2008 erstmals einen 64-Bit-Flash-Player als Testversion veröffentlichte, wurde diese vor einem Jahr eingestellt, ohne dass jemals eine stabile Version herausgekommen wäre. Im September 2010 machte Adobe dann mit »Square« einen neuen Anlauf, bei dem nacheinander drei Testversionen erschienen. Doch trotz positiver Beurteilung wurde die 64-Bit-Variante weder in Flash Player 10.2 noch in seinen Nachfolger integriert. Seit dem 30. November 2010 wurden in Adobes Flash-Player zahlreiche Sicherheitslücken entdeckt, die 64-Bit-Version wurde allerdings nicht mehr aktualisiert.

Somit haben Nutzer von 64-Bit-Systemen momentan nur die Option, die veraltete und voller Sicherheitslücken steckende Square-Version weiter zu verwenden oder die 32-Bit-Version umständlich mittels nspluginwrapper oder in einem 32-Bit-Browser zu nutzen. Wer auf Flash gleich ganz abschaffen will, muss auf Videos aus dem Web nicht ganz verzichten, da WebM allmählich mehr Verbreitung findet. Auch die freien Flash-Player Gnash und Lightspark machen Fortschritte, haben allerdings beide noch ihre Schwächen. Caitlyn Martin beschreibt die aktuelle Situation in einem Beitrag bei O'Reilly.

Adobe ist momentan offenbar nicht einmal willens, über eine 64-Bit-Version von Flash zu diskutieren. Im Diskussionsforum von Square antwortet jedenfalls niemand von Adobe. Davon betroffen sind die Benutzer von 64-Bit-Versionen nicht nur von Linux, sondern auch von Mac OS X und Windows. x86-kompatible Prozessoren mit 32 Bit werden inzwischen im Desktop-Bereich kaum noch abgesetzt, somit kann der Betrieb von 32-Bit-Systemen zu Recht als obsolet angesehen werden. Aber auch von der kommenden Version 11 des Flash-Players ist keine 64-Bit-Version zu sehen. In einer Zeit, in der die meisten Hersteller auch von proprietärer Software bereits 64-Bit-Versionen anbieten, wird die Haltung von Adobe immer weniger verständlich, selbst wenn von einem 64-Bit-Flash-Player keine Geschwindigkeitsvorteile, sondern nur kleine Vorteile in der Handhabung zu erwarten sind.

Es kann darüber spekuliert werden, ob der Marktanteil von Linux auf dem Desktop für Adobe zu gering ist, um eine 64-Bit-Version zu rechtfertigen. Aber im Vergleich zu anderen Systemen dürfte der 64-Bit-Anteil bei Linux wesentlich höher liegen, alleine schon deshalb, weil es schon seit langer Zeit möglich ist. Der Marktanteil der mit Linux vorinstallierten Desktop-Neusysteme liegt nach Recherchen von Frau Martin bei 8% oder mehr, wobei Tablet-Rechner mitgezählt werden.

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