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Fr, 10. Juni 2011, 08:40

Gemeinschaft::Personen

Leser in Ketten: Stallman gegen E-Books

Richard Stallman, GNU-Pionier und Gründer der Free Software Foundation, hat einen erneuten Vorstoß gegen Amazons DRM-geschützte E-Books unternommen. In seinem Artikel »The Danger of E-books« warnt Stallman vor elektronischen Büchern und davor, dass Technologien Nutzer einschränken können.

Richard Stallman

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Richard Stallman

Stallman zufolge sind E-Books in vielerlei Hinsicht ein Rückschritt gegenüber herkömmlichen gedruckten Werken. Letztere können anonym erworben werden und gehen in das Eigentum der Leser über. Sie dürfen anschließend damit machen was sie wollen, solange sie nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Sie können beispielsweise einzelne Seiten scannen oder kopieren. Um ein Buch zu lesen, sind keine proprietären Technologien nötig, da das Format in der Regel offen ist. Zudem findet Stallman, dass es für Dritte schwierig ist, ein Buch einfach so zu zerstören.

Ganz anders verhält es sich bei E-Books, wobei sich Stallman hier speziell auf Amazon bezieht. Die Bücher könnten weder anonym erworben werden noch würden sie ohne Einschränkungen nutzbar sein. Für letzteres sind in der Regel die Lizenzen, proprietäre Formate und das digitale Rechtemanagement (DRM) verantwortlich, mit denen E-Books versehen werden. Sie erfordern nicht nur spezielle Software wie Adobes Digital Editions, um gelesen werden zu können, sondern schränken auch die Zugriffsrechte der Leser ein. So ist es beispielsweise schwierig, Bücher auf (vielen) verschiedenen Endgeräten zu lesen, sie zu verleihen oder in extremen Fällen einzelne Seiten auszudrucken. Für Linux existiert zudem keine vernünftige Implementierung der Digital Editions, so dass erheblicher Aufwand betrieben werden muss, um mit hartem DRM geschützte E-Books lesbar zu machen.

Stallman prangert in seinem Artikel auch an, dass Amazon sich Hintertüren offen hält, die es ermöglichen, E-Books via Whispernet von den E-Book-Readern der Leser zu entfernen. Eine derartige Löschaktion sorgte beispielsweise vor zwei Jahren für Aufregung, als Amazon Orwells Titel »Animal Farm« und »1984« aufgrund von Urheberrechtsverstößen von vielen Kindle-Lesegeräten entfernte. Diese Aktion führte dazu, dass die Free Software Foundation forderte, die Kindle-Firmware unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen und die Petition »Freedom to read« startete.

Stallman fordert, E-Books solange abzulehnen, bis Händler und Verlage die Freiheit der Leser akzeptieren und nicht mehr einschränken. Den Argumenten der Verlage, dass DRM nötig sei, um die Autoren bezahlen zu können, setzt Stallman zwei Vorschläge entgegen. Beispielsweise könnten Autoren mit Steuermitteln bezahlt werden, die Höhe ihrer Tantiemen würde dabei von ihrer Popularität abhängen. Eine andere Idee nutzt Technologien und Organisationen, mit deren Hilfe Leser Autoren anonym eine freiwillige Bezahlung zukommen lassen.

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