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Do, 25. Mai 2000, 00:05

Software::Kernel

Bald einfachere Kernel-Konfiguration

Kein Geringerer als Eric Raymond hat ein neues Kernel-Konfigurations-System vorgestellt, das erhebliche Vorteile gegenüber dem bisherigen verspricht.

Die Grundlagen des bisherigen Systems, das sich hinter "make config", "make menuconfig" und "make xconfig" verbirgt, gehen noch auf Kernel 0.99 oder früher zurück. Mit zunehmender Größe des Kernels ist es immer weniger in der Lage, alle Abhängigkeiten korrekt zu behandeln.

Das neue System steht jetzt zum ersten Betatest bereit. Man benötigt den aktuellsten Entwicklerkernel, um es zu testen, doch sind Tests ausdrücklich erwünscht. Derzeit gibt es noch keine graphische Oberfläche wie bei "make xconfig", diese wird aber in den nächsten Wochen hinzukommen.

Für das neue System entwarf Eric kurzerhand eine neue Beschreibungssprache, die von einem in Python implementierten Programm interpretiert wird. Dadurch wird sich die Größe des benötigten Programmcodes von bisher 10000 Zeilen um zwei Drittel reduzieren. Die Konfigurationsdateien, die die ganzen Optionen, Modul-Abhängigkeiten und Menüs beschreiben, werden ebenfalls um zwei Drittel schrumpfen.

Doch der Hauptvorteil des neuen Systems ist nicht die Größe, sondern die Korrektheit sowie die Möglichkeit, die Konfiguration erheblich zu vereinfachen. Es können beispielsweise Optionen eingeführt werden, die einfach bestimmte Standardkonfigurationen auswählen. Die Möglichkeit, jeden Treiber einzeln zu wählen, bleibt natürlich erhalten.

Die Verwendung von Python könnte die Akzeptanz des neuen Systems erschweren, da Python zwar als elegant, aber nicht gerade speichersparend gilt, und längst nicht auf jedem Rechner installiert ist. Dennoch ist zu hoffen, daß es ab Version 2.5 im Kernel enthalten sein wird. Nach Erscheinen von Kernel 2.4 soll es dann auch in diesen Kernel integriert werden.

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