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Fr, 15. Juli 2011, 13:35

Software::Desktop

BrowserID: Mozilla bringt Universal-Log-in

Die Mozilla Labs haben mit BrowserID einen zunächst experimentellen Ansatz für ein Universal-Log-in im Web vorgestellt. Das Projekt verspricht Benutzern ein einfaches Anmelden auf Seiten mit einem Klick und ohne zusätzliches Passwort.

developer.mozilla.org

Um das zu ermöglichen, setzt Mozilla auf verifizierte E-Mail-Adressen als Kernstück von BrowserID. Das erlaubt Webseiten, die Identität des Benutzers im Hintergrund mithilfe kryptographischer Schlüssel zu überprüfen.

Gegenüber der Nutzung beispielsweise von Facebook- oder Google-Accounts als Universal-Log-in soll BrowserID dadurch punkten, dass es die Privatsphäre des Benutzers besser schützt. Entwickler lockt indes das Versprechen, dass das System sehr leicht in Webangebote zu integrieren ist. Zudem betont Mozilla, dass BrowserID keineswegs eine reine Firefox-Lösung ist, sondern prinzipiell in allen modernen Browsern inklusive Internet Explorer funktioniert.

BrowserID soll Benutzern ersparen, sich mit etlichen Passwörtern herumzuschlagen, und dafür eine attraktivere Lösung bieten als Logins mittels Drittanbietern wie Facebook oder Google. »Diese Produkte bedeuten einen Lock-in, haben Zuverlässigkeitsprobleme und es gibt Datenschutz-Bedenken«, so Dan Mills vom Identity-Team der Mozilla Labs in dessen Blog. Der Ansatz soll dadurch punkten, dass Benutzer jede beliebige E-Mail-Adresse nutzen können. Zudem betont Mozilla, dass es im Gegensatz zu anderen Lösungen keine Datenlecks gibt, bei denen Informationen an Server von Drittanbietern weitergegeben werden.

BrowserID nutzt das »Verified E-Mail-Protocol«. Um das System zu nutzen, meldet sich der Nutzer mit einer E-Mail-Adresse an und erhält einen Bestätigungslink zugesandt. Klickt er darauf, legt das System im Browser einen Krypto-Schlüssel ab. Um sich bei einer Webseite anzumelden, reicht es dann, die E-Mail-Adresse zu wählen und den Vorgang mit einem Klick zu bestätigen. Im Hintergrund vergleicht BrowserID den Browser-Schlüssel mit einem, der vom jeweiligen E-Mail-Anbieter oder nötigenfalls einem Drittanbieter gehostet wird - und erkennt so, dass den Browser ein Benutzer mit dieser E-Mail-Adresse nutzt.

Zwar lockt Mozilla schon jetzt Webentwickler damit, dass sie BrowserID mit wenigen Code-Zeilen in ihre Angebote integrieren können. Doch noch befindet sich das System in einer sehr frühen Entwicklungsphase. So liegt der aktuelle Prototyp in HTML und JavaScript vor. In Zukunft soll BrowserID direkt in Browser integriert sein - klarerweise in Firefox, aber auch in die wichtigen Konkurrenten, so die Mozilla-Hoffnung.

Der Prototyp ist laut Mills zunächst dazu gedacht, dass die Gemeinschaft Feedback zum Projekt geben kann. Denn noch wird an BrowserID laufend gefeilt. Dabei wird sich Mozilla auch definitiv noch mit Detailfragen befassen müssen. Ein pressetext-Schnelltest zeigt beispielsweise, dass der Prototyp Schlüssel offenbar bis zur manuellen Löschung im Browser speichert. Das birgt auf geteilten oder gar öffentlichen Computern ein gewaltiges Risikopotenzial, falls ein Benutzer das Löschen vergisst. (pte)

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