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Sa, 16. Juli 2011, 09:47

Software::Systemverwaltung

Garrett: Booten mit EFI

Kernel-Entwickler Matthew Garrett hat in seinem Blog auf Fehler in der Implementierung von EFI aufmerksam gemacht. Zugleich wirft er einigen Herstellern mangelnde Tests mit Linux vor.

EFI, als Ersatz oder Nachfolger des PC-BIOS entwickelt, ist laut Garrett in einigen Punkten besser als das BIOS, darunter die Auswahl des Bootladers. EFI sieht eine separate Boot-Partition vor, in der die verschiedenen Betriebssysteme ihre Bootloader ablegen können, ohne sich gegenseitig zu stören. Die Bootloader werden im nichtflüchtigen RAM (NVRAM) des Rechners registriert. Die Firmware kann ein Menü mit allen registrierten Bootloadern darstellen oder einen voreingestellten Loader starten.

Da diese Methode mit Wechselmedien nicht so gut funktioniert, kommt auf solchen Medien ein anderes Schema zum Einsatz, bei dem nach Dateien nach dem Schema EFI/boot/boot(architecture).efi gesucht wird. »Architecture« kann dabei für »ia32«, »ia64«, »x64« und andere stehen. Da normalerweise nur ein System auf einem Wechselmedium liegt, kommt es auch selten zu Kollisionen. Kollisionen sind der Normalfall unter dem alten MBR-Schema, sie führen zu zahlreichen Problemen.

Nun führte laut Garrett die UEFI-Spezifikation 2.3 einen neuen Abschnitt 3.4.1.2 ein, der es der Firmware erlaubt, eine Festplatte hinsichtlich des Bootloaders wie eine Wechselplatte zu behandeln, falls keine Loader im NVRAM definiert sind. Einige Firmware-Entwickler haben die Einschränkung hinter dem »falls« nicht verstanden und verwenden mittlerweile nur noch die Datei unter EFI/boot. Da Windows bei der Erstinstallation dort einen Fallback-Bootloader ablegt, wenn noch keiner vorhanden ist, bootet es auch mit einer solchen Firmware korrekt, und das ist alles, was diese Entwickler je testen.

Wenn Linux auf einem solchen System nicht das erste oder einzige installierte Betriebssystem ist, wird es nicht booten, da der Fallback-Bootloader von Windows dazu nicht fähig ist. Die Linux-Distributoren müssten also einen eigenen Fallback-Bootloader installieren, um ganz sicher zu gehen, dass Linux auch bootet. Das würde aber auf eine ähnliche Kollision hinauslaufen, wie sie beim MBR besteht. Als eine bessere Alternative könnte sich Garrett vorstellen, einen speziellen Bootloader zu installieren, der die EFI-Systempartition nach anderen Loadern durchsucht. Alle diese Mühen wären unnötig, wenn die Firmware-Entwickler die Spezifikationen korrekt implementieren würden.

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Kommentare (Insgesamt: 22 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Tjo - Frommer Wunsch! (parkuhr, Mi, 20. Juli 2011)
x64 != x32_64 || amd_64 (root, Di, 19. Juli 2011)
Re[3]: Tjo - Frommer Wunsch! (irgendwer, Di, 19. Juli 2011)
Ach!? (irgendwer, Di, 19. Juli 2011)
Re[2]: Tjo - Frommer Wunsch! (fgh, Di, 19. Juli 2011)
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