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Fr, 22. Juli 2011, 15:15

Software::Datenbanken

Oracle kauft Ksplice

Oracle hat Ksplice gekauft, ein junges Unternehmen, das eine Technologie zum Patchen des Linux-Kernels zur Laufzeit vermarktet. Nun droht die Einstellung des Supports für andere Distributionen als Oracle Linux.

Ksplice wurde 2008 gegründet, um die gleichnamige Technologie zu vermarkten, die am MIT entwickelt wurde. Die Technologie dient dazu, Fehlerkorrekturen zur Laufzeit in den Linux-Kernel einzubringen. Damit soll in 80% der Fälle ein Neustart des Systems nach dem Patchen unnötig sein, was den Nutzern der Technologie kürzere Stillstandszeiten beschert. Die Software ist bisher für Ubuntu und Fedora kostenlos zum Ausprobieren zu haben und unterstützt nach Angaben des Herstellers zahlreiche Kernel verschiedener Distributoren, darunter Red Hat, CentOS, OpenVZ (auf Red Hat beruhend), Debian, Ubuntu, Fedora, CloudLinux und Scientific Linux. Ksplice hat nach eigenen Angaben rund 700 Kunden, die für jeden mit Ksplice gepflegten Rechner einen bestimmten Betrag zahlen.

Die Übernahme von Ksplice durch Oracle soll die Technologie auch zu Oracles Linux-Kunden bringen, und zwar ohne zusätzliche Kosten. Bedenklich sind dabei Äußerungen von Oracle, keinen Support für andere Distributionen leisten zu wollen. Offenbar will Oracle die Funktion von Ksplice als Alleinstellungsmerkmal verwenden, um neue Kunden zu gewinnen.

Diese Pläne sind für die bisherigen Nutzer von Ksplice natürlich bedenklich. So wurden auf Slashdot bereits Rufe nach einem Fork laut. Der Quellcode von Ksplice stand anfänglich unter der GPLv2, und Version 0.9.9, die mutmaßlich bisher neueste Version, ist in verschiedenen Archiven noch zu finden. Ausgehend von dieser fast zwei Jahre alten Version wäre ein Fork möglich. Die Arbeit müsste allerdings von einem unabhängigen Unternehmen geleistet werden, denn ein Distributor wie beispielsweise Red Hat dürfte ebenso wie Oracle kein Interesse daran haben, Support für seine Konkurrenten zu leisten.

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