Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mo, 25. Juli 2011, 09:57

Gemeinschaft

Mark Shuttleworth plädiert für Beitragsvereinbarungen

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat in einem weiteren langen Blog-Artikel dargelegt, warum er Beitragsvereinbarungen befürwortet, in denen die Rechte an Beiträge zu freien Projekten vollständig dem Projekt übertragen werden.

Mark Shuttleworth

Mirko Lindner

Mark Shuttleworth

Mit Besitz kommt Verantwortung für dessen Pflege, schreibt Shuttleworth. In der Software-Welt heißt das, dass Code geändert, Fragen beantwortet oder Markennamen verteidigt werden müssen. Wenn jemand einen Patch beisteuert, bürdet er die weitere Pflege dieses Codes dem Projekt auf, außer vielleicht, wenn es ein extern gewartetes Plugin ist. Es sei daher nur gerecht, dem Projekt auch die Rechte an dem Patch zu übertragen. Im Idealfall sollte er von dem Projekt seinerseits eine weitreichende Lizenz an dem Patch zurück erhalten.

Auf diese Weise funktioniert die Beitragsvereinbarung (Contributor License Agreement, CLA) von Canonical. Das von Shuttleworth nicht erwähnte, aber von Canonical initiierte Projekt Harmony hat erst kürzlich entsprechende Vorlagen erarbeitet. Shuttleworth ist aber der Meinung, dass jeder, der einen Patch zu einem Projekt beisteuert, dem Projekt die Rechte geben sollte, selbst wenn das CLA nicht optimal ist. Canonical selbst unterzeichne bereitwillig jedes CLA, um das entsprechende Projekt zu stärken. Viele Beitragende lehnen so etwas ab, weil sie beispielsweise befürchten, dass das Projekt, besonders wenn eine einzelne Firma dahinter steht, den Code in proprietären Produkten einsetzen könnte. Solche Bedenken bezeichnet Shuttleworth als wenig hilfreich; er befürwortet duale Lizenzierung sogar. Seiner Ansicht nach ist Open Source im Anwendungsbereich immer noch schwach und er würde es sehr begrüßen, wenn mehr Firmen ihre Software unter der GPL veröffentlichen würden und es mehr Jobs gäbe, die mit dem Schreiben von GPL-Code statt proprietärem Code zu tun haben. Ohne CLA würden viele Firmen einen solchen Schritt erst gar nicht erwägen.

Sich die Rechte an seinem Patch vorzubehalten, ist laut Shuttleworth ohnehin nicht so wirksam, wie manche denken, obwohl sie vom Gesetz her natürlich das Copyright behalten. Sollte eine Änderung der Lizenz anstehen, würde jeder Beitragende gefragt, ob er dem zustimme. Wer nicht antwortet, gibt seine stillschweigende Zustimmung, und der Code von Leuten, die nicht zustimme, könne in der Regel schnell ersetzt werden.

In der lesenswerten Diskussion zu dem Artikel gibt es einige Kritik an Shuttleworths Aussagen. So sehen einige Kommentatoren nicht, wo ein CLA hilfreich sein sollte. Im Gegenteil habe ein CLA in der Gemeinschaft einen schlechten Stand und würde Beiträge verringern. Die »Bürde der Pflege« eines Patches sei vernachlässigbar und Shuttleworths Argument daher zweifelhaft. Sie werfen ihm vor, dass seine Ansichten zu firmenzentrisch seien. Andere schlagen vor, dass ein CLA einfach fordern sollte, dass Patches unter einer liberalen Lizenz wie MIT eingereicht werden, die eine Relizenzierung erlauben. Mit Übersetzungen, die bei Launchpad eingereicht werden und unter BSD-Lizenz stehen müssen, nutze Canonical selbst schon solch ein Vorgehen.

Werbung
Kommentare (Insgesamt: 71 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[9]: Mekwürdige Auffassung (am Mo, Do, 28. Juli 2011)
Re[2]: Ob das so gut ist... (Also, Di, 26. Juli 2011)
Re[6]: Mekwürdige Auffassung (Also, Di, 26. Juli 2011)
Re[2]: Mekwürdige Auffassung (Also, Di, 26. Juli 2011)
Re[3]: Mekwürdige Auffassung (Also, Di, 26. Juli 2011)
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung