Hat sich das mit dem "hohen Aufwand" nicht mittlerweile überlebt?
Für den User/Admin gilt das wohl nicht, ob man jetzt `emerge firefox` oder `apt-get install firefox` eintippt, ist doch Jacke wie Hose. Ebenfalls ob ich ein paar Zeilen in einen Texteditor schreibe, oder eine GUI nutze, die im Endeffekt das selbe tut.
Ein mehr an Aufwand ist's höchstens für die Maschine, aber dass kann man ja wohl erwarten, wenn man seine Pakete anders gebaut haben will, als der Mainstream. Ich kenn genug Anwender von Debian, Arch und Fedora, die regelmäßig ein Paket selbst bauen, statt das Distri-Paket zu nutzen, ist ja bei weitem nicht so, dass diese Pakete alle befriedigen.
Bei den meisten Benutzern idlen die CPUs/Kerne doch sowieso die meiste Zeit, da kann man die Leistung doch auch mal abrufen. Für die meisten Pakete, die "ewig" zu bauen brauchen(Firefox, Thunderbird, Libre-/OpenOffice) gibt's seit Jahren -bin-Pakete und auch glibc/gcc brauchen auf einer modernen Kiste kaum über 10min. Bleiben noch die großen Sets ala KDE/GNOME, aber wie oft werden die schon erneuert?
Ich seh den Sinn nicht, diesen Aufwand als Contra-Punkt verkaufen zu wollen, man kann logischerweise nicht die Flexibilität des Selbstbauens mit fertigen Paketen vergleichen. Allein für mplayer seh ich hier 104 USE-Flags, wieviele Kombinationsmöglichkeiten es da gibt, kann sich jeder selbst ausrechnen; allein dafür ein sinnvolles Namensschema zu finden und den User dann das passende Paket finden zu lassen, dürfte länger dauern, als das Ding auf der eigenen Maschine zu übersetzen.
Gentoo ist nicht für jeden, dass ist klar. Aber das muß man imho nicht mit pseudo-Argumenten unterfüttern, sonst könnte man über andere Distris auch das selbe sagen, aka zu unflexibel, dafür aber einfachere Paketierung.
Das führt zu nix, ausser endlosen Flamewars, also besser gleich sein lassen und jedem gönnen, womit er/sie glücklich ist.
Den satz meinteste doch, oder? "Als Nachteil stellt sich auch hier der hohe Aufwand dar, den man investieren muss, um ein lauffähiges System zu erhalten. "
ich verstehe darunter dass sie die systeminstallation meinen.. ubuntu install oder sowas ist halt in 10min erledigt, für meine gentoos nehme ich mir idr jeweils einen tag zeit.
Klar, zu Zeiten, als Stage1 noch der "offizielle Weg" war, dauerte es (sehr) lange, aber heute mit Stage3 ist's ja im Prinzip nur formatieren,mounten,auspacken,fstab anpassen,user anlegen,kernel backen(lassen),reboot - fertig ist das System.
Der Unterschied ist halt, das Gentoo kann dann fast nichts und muß aufgebaut werden, wohingegen das $buntu vieles kann aber auch - zumindest in meinem Falle - 90% Schrott mitbringt, den ich gar nicht oder von anderen Programmen will.
Meine Privat-Systeme sind alle mehr oder weniger gleich ausgestattet, folglich schieb ich einfach nach dem mounten eine make.conf, das /etc/portage und das worldfile rüber, mach `emerge -e world` und gegessen ist der Käse. Ansonsten `dd` ich halt ein Image auf die Platte, wenn's fix gehen muss.
Mich nervt halt, dass man weniger herausstellt, dass die Systeme unterschiedliche Zielgruppen haben, sondern es als negativ verkauft wird, dass hier und da was anders funktioniert.
Der Unterschied ist halt, das Gentoo kann dann fast nichts und muß aufgebaut werden, wohingegen das $buntu vieles kann [..]
Ich nenne Gentoo und ähnliche Distributionen immer "Man muss"-Distributionen, während Ubuntu und andere Distributionen von mir in die Kategorie "Man kann"-Distribution eingeordnet werden.
[..] zumindest in meinem Falle - 90% Schrott mitbringt, den ich gar nicht oder von anderen Programmen will.
In den meisten Fällen ist dieser "Schrott" aber nur mit etwas mehr Plattenplatz gleichzusetzen. In Zeiten in den TB-Festplatten die Regel sind, macht es keinen großen Unterschied ob ein OS jetzt 2GB oder 2,5GB Plattenplatz benötigt.
Zudem benötigt Gentoo im Vergleich zu "normalen" Distributionen grundsätzlich mehr Platz, da man für das Kompilieren der Programme ja auch Platz reservieren muss. Alleine der Kernel belegt ausgepackt schon knapp 500MB.
Das Problem an Gentoo ist in meinen Augen, dass es eine Distribution ist, deren einziger Zweck darin besteht daran herumzubasteln. Produktiv damit arbeiten? Nicht wirklich. Dazu verschwendet man viel zu viel Zeit damit mit USE-Flags herumzuexperimentieren. Irgendwann stellt man dann fest, dass der Gewinn an Produktivität den man durch die Flexibilität von Gentoo angeblich eine Luftnummer ist, da man 100x mehr Zeit damit verbringt sich mit dem System herumzuschlagen und/oder darauf zu warten, dass der Kompiliervorgang eines Pakets durchgelaufen ist.
Binärpakete unter Gentoo sind in meinen Augen übrigens reine Augenwischerei, da sie diametral dem USE-Flags-System zuwiderlaufen. Wurde z.B. ein Paket mit einem bestimmten USE-Flag gebaut bzw. ohne dieses erstellt, obwohl man dieses nicht will bzw. gerne haben möchte, dann muss man das Paket sowieso neu bauen. Es heißt also auch unter Gentoo, wie bei allen anderen Distributionen, "Friss oder Stirb!".
> In den meisten Fällen ist dieser "Schrott" aber nur mit etwas mehr Plattenplatz gleichzusetzen. In Zeiten in den TB-Festplatten die Regel sind, macht es keinen großen Unterschied ob ein OS jetzt 2GB oder 2,5GB Plattenplatz benötigt.
Mir persönlich geht's dabei eher um's Prinzip, nichts drauf zu haben, was nicht auch explizit benötigt wird. Von meinen zwei Embedded-Böxchen mal abgesehen, da zählt für mich jedes MB.
> Zudem benötigt Gentoo im Vergleich zu "normalen" Distributionen grundsätzlich mehr Platz, da man für das Kompilieren der Programme ja auch Platz reservieren muss.
Muss? Das ist doch nur temporär und läuft zumindest hier komplett im RAM und die distfiles liegen für alle Systeme geshared auf nem Server.
> Alleine der Kernel belegt ausgepackt schon knapp 500MB.
Zumindest hier nicht, da liegt's als SquashFS auf dem Server und wird bei Bedarf via aufs2 genutzt.
> Produktiv damit arbeiten? Nicht wirklich. Klappt hier seit 7,8 Jahren problemlos. Mag daran liegen, dass ich Anwendungen entwickle und mich nicht mit Office-Krams beschäftigen muss.
> Dazu verschwendet man viel zu viel Zeit damit mit USE-Flags herumzuexperimentieren. Wieso denn experimentieren? Ich weis was ich will, das trag ich ein und fertig. Ich hab doch auch nicht jeden Scheiss im Kernel/als Modul, eben weil ich es nicht brauche.
> Irgendwann stellt man dann fest, dass der Gewinn an Produktivität den man durch die Flexibilität von Gentoo angeblich eine Luftnummer ist
Falls du da auf das Ricer/Funrollloops anspielst, mich interessiert das persönlich wenig. Ich möchte nuneinmal gerne wissen, was auf meinem System ist, allein schon um im Zweifel Vorkehrungen treffen zu können bzw. etwas fixen zu können. Wie war das, als Ubuntu ein Release rausbrachte, dass dafür sorgte, dass Leute mit Intel-Grakas kein X11 mehr hatten? Das sind doch grad die Leute, die sich dann nicht selbst helfen können, Produktivität ist dann nicht mehr - und ja, sowas kommt (leider) doch recht oft vor.
> da man 100x mehr Zeit damit verbringt sich mit dem System herumzuschlagen und/oder darauf zu warten, dass der Kompiliervorgang eines Pakets durchgelaufen ist.
KA was für Software du nutzt, aber ich hab hier ein System, auf dem die glibc mit Abstand am längsten zum Übersetzen dauert und das sind je nach Load maximal 20min; das kommt aber auch nur alle Nase lang vor. Ich fahr hier (hauptsächlich) ~amd64, mit täglichen Updates und das dauert täglich längstenfalls 10min. Mir ist das recht, jedenfalls für mich besser, als alle 6 Monate zu bangen, ob ein Distupgrade sauber funktioniert, was in aller Regel bei mir nie geklappt hat und dann doch wieder eine Neu-Install oder manuelles fixen erforderlich machte; been there, done that.
> Wurde z.B. ein Paket mit einem bestimmten USE-Flag gebaut bzw. ohne dieses erstellt, obwohl man dieses nicht will bzw. gerne haben möchte, dann muss man das Paket sowieso neu bauen.
Jo, und? Bei $Binärdistri ist's halt anders rum. Man muss die Bins ja bei Gentoo genauso wenig nutzen, wie man bei anderen Distris selber bauen muss. Das schöne ist, man kann, wenn man denn möchte oder es braucht.
> Es heißt also auch unter Gentoo, wie bei allen anderen Distributionen, "Friss oder Stirb!"
Na, wenn das bei allen so ist, wo ist dein spezielles Problem mit Gentoo? Zwingt dich ja niemand es zu nutzen, aber sich darüber aufzuregen, dass andere es gut finden, hilft auch nicht viel.
//Offtopic, schonmal jemandem aufgefallen, dass es seit längerem mehr $buntu-Trolle als Windows-Trolle gibt? War $buntu also doch erfolgreich :p
Gentoo als Distribution zu bezeichnen ist sinnlos. Man erhält den Eindruck, ein Vergleich mit anderen Distributionen sei sinnvoll, startet diesen Vergleich und kommt natürlich zu dem Ergebnis, dass Gentoo eine schlechte Distribution ist.
Eine Autofabrik ist auch ein schlechtes Auto, weil ich mit einer Autofabrik nicht herumfahren kann. Die Aussage ist zwar wahr, aber trotzdem sinnlos.
Der Vergleich mit der Autofabrik hinkt etwas. Wenn schon ein Autovergleich, dann ist Gentoo ein Kit-Car, bei dem man alle Einzelteile mit den passenden Maschinen selbst erstellen kann oder auch kaufen kann (Selbstkompilieren Binärpakete).
Das Problem an vielen Gentoo-Benutzern ist (um im Kontext "Auto" zu bleiben), dass sie glauben nur durch das Selbstbauen ihres Autos einen Vorteil gegenüber Benutzern normaler Autos zu haben. Das Ergebnis ist nämlich das Gleiche:
Das Auto bringt einen von A nach B. Nur der Aufwand ist unterschiedlich.
Gentoo sieht sich selbst halt als Meta-Distribution/Baukasten, so wie z.B. auch T2. Allgemein sollte man vielleicht definieren, was man (selbst) unter einer Distribution versteht. Für mich ist das eben nicht nur der Kernel + ein bisschen Userspace, da gehört für mich auch ein Konzept dazu und das ist bei Gentoo/T2 in vielen Punkten halt extrem verschieden von Fedora/SUSE/...
> Das Problem an vielen Gentoo-Benutzern ist (um im Kontext "Auto" zu bleiben), dass sie glauben nur durch das Selbstbauen ihres Autos einen Vorteil gegenüber Benutzern normaler Autos zu haben
Das gilt aber nur für die Ricer-Fraktion. Die denken, sie könnten durch USE/C/...-FLAGS großartig was in Sachen Performance bewirken; der Rest der Gentoo-User weis, dass das nur in seltenen Fällen so ist.
> Das Ergebnis ist nämlich das Gleiche:
Das Auto bringt einen von A nach B. Nur der Aufwand ist unterschiedlich
Wenn wir bei Autos bleiben, es gibt Leute, die sind mit nem 3er von der Stange zufrieden, andere wollen gerne andere Felgen oder sonstwas draufhaben. Das ändert nichts am Einsatzzweck und kostet (vielleicht) mehr, aber die Leute sehen einen Sinn darin, warum also nicht?
-- Wenn mir jemand einen guten Grund nennen kann, warum eine andere Distri für meine Zwecke besser ist, bitte, immer gerne her damit
Der Aufwand zur Installation und Konfiguration eines Softwarepaketes besteht eben aus den Schritten Installation und Konfiguration. Letzterer Schritt wird bei den üblichen Verdächtigen durch Skripte unterstützt. Bei Gentoo steht man mit ner "vanilla"-Konfigurationsdatei da, die man erstmal zusammenfriemeln muss. Abgesehen davon ist das Zusammenspiel der Komponenten nicht erledigt (wie z.B. die Unterstützung von Laptop-Knöpfen und deren Einbindung in udev und xorg). Das sollte zukünftigen Gentoo-Benutzern klar sein und es wird überall darauf hingewiesen. Und das ist definitiv ein Contra-Punkt für Benutzer, die in erster Linie produktiv sein möchten. Und es ist definitiv kein Pseudo-Argument (für die Installation gebe ich Dir aber Recht).
> Letzterer Schritt wird bei den üblichen Verdächtigen durch Skripte unterstützt. Bei Gentoo steht man mit ner "vanilla"-Konfigurationsdatei da, die man erstmal zusammenfriemeln muss.
Bei andern Systemen müßte ich(!) auch friemeln, weil die default-config mir eben in aller Regel nicht passt. Es gibt nunmal kein "one size fits all" bei Software, lediglich die Richtung der Bearbeitung ist anders. Abgesehen davon, es hält einen ja niemand davon ab, die Scripte anderer Distris zu nutzen oder sich eine passende GUI zu installieren.
> Abgesehen davon ist das Zusammenspiel der Komponenten nicht erledigt (wie z.B. die Unterstützung von Laptop-Knöpfen und deren Einbindung in udev und xorg)
Funktioniert aber halt auch nicht überall ootb. Bei SUSE z.B. funktionieren meine "Special"-Keys, bei Mandriva und Ubuntu nicht - dafür passt mir die Belegung unter SUSE nicht, muss ich also auch wieder ändern.
> Und das ist definitiv ein Contra-Punkt für Benutzer, die in erster Linie produktiv sein möchten.
Kommt immer drauf an, was Produktivität für den einzelnen heisst, das muss man halt vorher wissen. Eine z.B. Apache-Instanz muss man immer konfigurieren und dafür gibt's auch Defaults vom Upstream, die werden bei Gentoo - und ähnlichen - halt übernommen.
ich respektiere Deinen Ansatz, Dir das zu Bauen, was Du haben möchtest.
Aber ich habe Schwierigkeiten mit dem Gentoo Ansatz, weil etwas wichtiges fehlt, und zwar die rasche Verfügbarkeit von Software. Das gerade mal eben Nachinstallieren von Brocken wie Libreoffice oder Lyx geht unter Debian und Opensuse mit apt und zypper in wenigen Minuten.
Ich teste gerne mal Software, die mir beim Stöbern auffällt. Auch mit einem schnellen PC frisst das Zeit unter Gentoo.
Und bei Debian oder Opensuse werden die Sachen einmal unter den Sourcen gebaut und dann von Tausenden bloß noch Heruntergeladen und gleich genutzt. Unter Gentoo lädt sich jeder Anwender die Sourcen herunter und es wird dann zig mal gebaut.
Ehrlich gesagt schmecken mir allerdings selbst gekochte Sachen auch besser, als Fertiggerichte Analogien hinken zwar etwas, aber vielleicht geht es Dir bei Gentoo so, wie es mir bei Gerichten geht.
Und bei Debian oder Opensuse werden die Sachen einmal unter den Sourcen gebaut und dann von Tausenden bloß noch Heruntergeladen und gleich genutzt. Unter Gentoo lädt sich jeder Anwender die Sourcen herunter und es wird dann zig mal gebaut.
Das müsste mal in "Stromverbrauch" ausgerechnet werden. Wenn "alle" selber kompilieren, ist die Umweltbilanz doch sicherlich dahin....
Mh, wir haben zumindest kein Auto, dafür aber Solar auf dem Dach, wovon wir ins allgemeine System einspeisen - mir persönlich mach ich da keinen Vorwurf.
Aber zum Thema, hat natürlich einen wahren Kern, aber ich glaube, da geht weltweit wesentlich mehr für unnützeres Zeug drauf - Flashbanner z.B.
> Das gerade mal eben Nachinstallieren von Brocken wie Libreoffice oder Lyx geht unter Debian und Opensuse mit apt und zypper in wenigen Minuten.
Dafür gibt's ja bei einigen Sachen -bin-Pakete. Dann gibt's noch $BINHOSTs, die alle Pakete vorgebaut für die jeweilige ~arch haben - dann halt aber nur mit den Default-Flags. Sabayon gibt's auch noch, ebenso Calculate, etc.
Abgesehen davon, heute wird doch selbst bei Gentoo nur noch in (geschätzt) 50% der Fälle wirklich kompiliert. So vieles wird doch heute in Python/Ruby/... geschrieben, dass es kaum mehr als das Auspacken braucht.
> Unter Gentoo lädt sich jeder Anwender die Sourcen herunter und es wird dann zig mal gebaut
Das ist halt der Preis, aber gut, ich zumindest baue die Sachen nur auf zwei Maschinen und verteile sie dann im LAN weiter. Auf der Arbeit bei uns genauso, weder ginge das mit den Maschinen noch wäre es sinnvoll.
> Ehrlich gesagt schmecken mir allerdings selbst gekochte Sachen auch besser, als Fertiggerichte
Eines meiner Hauptprobleme ist halt, dass ich wenig Software verwende, die in den Standardrepos anderer Distris (ausser Debian/FreeBSD) zu finden ist. Ob ich da dann ein ebuild schreibe und es damit baue, oder das ganze als .deb/.rpm/etc mache, nimmt sich in dem Falle nicht viel.
// Disclaimer, ja, bin Gentoo-User
Hat sich das mit dem "hohen Aufwand" nicht mittlerweile überlebt?
Für den User/Admin gilt das wohl nicht, ob man jetzt `emerge firefox` oder `apt-get install firefox` eintippt, ist doch Jacke wie Hose. Ebenfalls ob ich ein paar Zeilen in einen Texteditor schreibe, oder eine GUI nutze, die im Endeffekt das selbe tut.
Ein mehr an Aufwand ist's höchstens für die Maschine, aber dass kann man ja wohl erwarten, wenn man seine Pakete anders gebaut haben will, als der Mainstream. Ich kenn genug Anwender von Debian, Arch und Fedora, die regelmäßig ein Paket selbst bauen, statt das Distri-Paket zu nutzen, ist ja bei weitem nicht so, dass diese Pakete alle befriedigen.
Bei den meisten Benutzern idlen die CPUs/Kerne doch sowieso die meiste Zeit, da kann man die Leistung doch auch mal abrufen. Für die meisten Pakete, die "ewig" zu bauen brauchen(Firefox, Thunderbird, Libre-/OpenOffice) gibt's seit Jahren -bin-Pakete und auch glibc/gcc brauchen auf einer modernen Kiste kaum über 10min. Bleiben noch die großen Sets ala KDE/GNOME, aber wie oft werden die schon erneuert?
Ich seh den Sinn nicht, diesen Aufwand als Contra-Punkt verkaufen zu wollen, man kann logischerweise nicht die Flexibilität des Selbstbauens mit fertigen Paketen vergleichen. Allein für mplayer seh ich hier 104 USE-Flags, wieviele Kombinationsmöglichkeiten es da gibt, kann sich jeder selbst ausrechnen; allein dafür ein sinnvolles Namensschema zu finden und den User dann das passende Paket finden zu lassen, dürfte länger dauern, als das Ding auf der eigenen Maschine zu übersetzen.
Gentoo ist nicht für jeden, dass ist klar. Aber das muß man imho nicht mit pseudo-Argumenten unterfüttern, sonst könnte man über andere Distris auch das selbe sagen, aka zu unflexibel, dafür aber einfachere Paketierung.
Das führt zu nix, ausser endlosen Flamewars, also besser gleich sein lassen und jedem gönnen, womit er/sie glücklich ist.
Den satz meinteste doch, oder?
"Als Nachteil stellt sich auch hier der hohe Aufwand dar, den man investieren muss, um ein lauffähiges System zu erhalten. "
ich verstehe darunter dass sie die systeminstallation meinen.. ubuntu install oder sowas ist halt in 10min erledigt, für meine gentoos nehme ich mir idr jeweils einen tag zeit.
Mh, ist die Frage, was man als "System" ansieht?!
Klar, zu Zeiten, als Stage1 noch der "offizielle Weg" war, dauerte es (sehr) lange, aber heute mit Stage3 ist's ja im Prinzip nur formatieren,mounten,auspacken,fstab anpassen,user anlegen,kernel backen(lassen),reboot - fertig ist das System.
Der Unterschied ist halt, das Gentoo kann dann fast nichts und muß aufgebaut werden, wohingegen das $buntu vieles kann aber auch - zumindest in meinem Falle - 90% Schrott mitbringt, den ich gar nicht oder von anderen Programmen will.
Meine Privat-Systeme sind alle mehr oder weniger gleich ausgestattet, folglich schieb ich einfach nach dem mounten eine make.conf, das /etc/portage und das worldfile rüber, mach `emerge -e world` und gegessen ist der Käse. Ansonsten `dd` ich halt ein Image auf die Platte, wenn's fix gehen muss.
Mich nervt halt, dass man weniger herausstellt, dass die Systeme unterschiedliche Zielgruppen haben, sondern es als negativ verkauft wird, dass hier und da was anders funktioniert.
Zudem benötigt Gentoo im Vergleich zu "normalen" Distributionen grundsätzlich mehr Platz, da man für das Kompilieren der Programme ja auch Platz reservieren muss. Alleine der Kernel belegt ausgepackt schon knapp 500MB.
Das Problem an Gentoo ist in meinen Augen, dass es eine Distribution ist, deren einziger Zweck darin besteht daran herumzubasteln. Produktiv damit arbeiten? Nicht wirklich. Dazu verschwendet man viel zu viel Zeit damit mit USE-Flags herumzuexperimentieren. Irgendwann stellt man dann fest, dass der Gewinn an Produktivität den man durch die Flexibilität von Gentoo angeblich eine Luftnummer ist, da man 100x mehr Zeit damit verbringt sich mit dem System herumzuschlagen und/oder darauf zu warten, dass der Kompiliervorgang eines Pakets durchgelaufen ist.
Binärpakete unter Gentoo sind in meinen Augen übrigens reine Augenwischerei, da sie diametral dem USE-Flags-System zuwiderlaufen. Wurde z.B. ein Paket mit einem bestimmten USE-Flag gebaut bzw. ohne dieses erstellt, obwohl man dieses nicht will bzw. gerne haben möchte, dann muss man das Paket sowieso neu bauen.
Es heißt also auch unter Gentoo, wie bei allen anderen Distributionen, "Friss oder Stirb!".
> In den meisten Fällen ist dieser "Schrott" aber nur mit etwas mehr Plattenplatz gleichzusetzen. In Zeiten in den TB-Festplatten die Regel sind, macht es keinen großen Unterschied ob ein OS jetzt 2GB oder 2,5GB Plattenplatz benötigt.
Mir persönlich geht's dabei eher um's Prinzip, nichts drauf zu haben, was nicht auch explizit benötigt wird. Von meinen zwei Embedded-Böxchen mal abgesehen, da zählt für mich jedes MB.
> Zudem benötigt Gentoo im Vergleich zu "normalen" Distributionen grundsätzlich mehr Platz, da man für das Kompilieren der Programme ja auch Platz reservieren muss.
Muss? Das ist doch nur temporär und läuft zumindest hier komplett im RAM und die distfiles liegen für alle Systeme geshared auf nem Server.
> Alleine der Kernel belegt ausgepackt schon knapp 500MB.
Zumindest hier nicht, da liegt's als SquashFS auf dem Server und wird bei Bedarf via aufs2 genutzt.
> Produktiv damit arbeiten? Nicht wirklich.
Klappt hier seit 7,8 Jahren problemlos. Mag daran liegen, dass ich Anwendungen entwickle und mich nicht mit Office-Krams beschäftigen muss.
> Dazu verschwendet man viel zu viel Zeit damit mit USE-Flags herumzuexperimentieren.
Wieso denn experimentieren? Ich weis was ich will, das trag ich ein und fertig. Ich hab doch auch nicht jeden Scheiss im Kernel/als Modul, eben weil ich es nicht brauche.
> Irgendwann stellt man dann fest, dass der Gewinn an Produktivität den man durch die Flexibilität von Gentoo angeblich eine Luftnummer ist
Falls du da auf das Ricer/Funrollloops anspielst, mich interessiert das persönlich wenig. Ich möchte nuneinmal gerne wissen, was auf meinem System ist, allein schon um im Zweifel Vorkehrungen treffen zu können bzw. etwas fixen zu können.
Wie war das, als Ubuntu ein Release rausbrachte, dass dafür sorgte, dass Leute mit Intel-Grakas kein X11 mehr hatten? Das sind doch grad die Leute, die sich dann nicht selbst helfen können, Produktivität ist dann nicht mehr - und ja, sowas kommt (leider) doch recht oft vor.
> da man 100x mehr Zeit damit verbringt sich mit dem System herumzuschlagen und/oder darauf zu warten, dass der Kompiliervorgang eines Pakets durchgelaufen ist.
KA was für Software du nutzt, aber ich hab hier ein System, auf dem die glibc mit Abstand am längsten zum Übersetzen dauert und das sind je nach Load maximal 20min; das kommt aber auch nur alle Nase lang vor.
Ich fahr hier (hauptsächlich) ~amd64, mit täglichen Updates und das dauert täglich längstenfalls 10min. Mir ist das recht, jedenfalls für mich besser, als alle 6 Monate zu bangen, ob ein Distupgrade sauber funktioniert, was in aller Regel bei mir nie geklappt hat und dann doch wieder eine Neu-Install oder manuelles fixen erforderlich machte; been there, done that.
> Wurde z.B. ein Paket mit einem bestimmten USE-Flag gebaut bzw. ohne dieses erstellt, obwohl man dieses nicht will bzw. gerne haben möchte, dann muss man das Paket sowieso neu bauen.
Jo, und? Bei $Binärdistri ist's halt anders rum. Man muss die Bins ja bei Gentoo genauso wenig nutzen, wie man bei anderen Distris selber bauen muss. Das schöne ist, man kann, wenn man denn möchte oder es braucht.
> Es heißt also auch unter Gentoo, wie bei allen anderen Distributionen, "Friss oder Stirb!"
Na, wenn das bei allen so ist, wo ist dein spezielles Problem mit Gentoo? Zwingt dich ja niemand es zu nutzen, aber sich darüber aufzuregen, dass andere es gut finden, hilft auch nicht viel.
//Offtopic, schonmal jemandem aufgefallen, dass es seit längerem mehr $buntu-Trolle als Windows-Trolle gibt? War $buntu also doch erfolgreich :p
Gentoo als Distribution zu bezeichnen ist sinnlos. Man erhält den Eindruck, ein Vergleich mit anderen Distributionen sei sinnvoll, startet diesen Vergleich und kommt natürlich zu dem Ergebnis, dass Gentoo eine schlechte Distribution ist.
Eine Autofabrik ist auch ein schlechtes Auto, weil ich mit einer Autofabrik nicht herumfahren kann. Die Aussage ist zwar wahr, aber trotzdem sinnlos.
Der Vergleich mit der Autofabrik hinkt etwas. Wenn schon ein Autovergleich, dann ist Gentoo ein Kit-Car, bei dem man alle Einzelteile mit den passenden Maschinen selbst erstellen kann oder auch kaufen kann (Selbstkompilieren Binärpakete).
Das Problem an vielen Gentoo-Benutzern ist (um im Kontext "Auto" zu bleiben), dass sie glauben nur durch das Selbstbauen ihres Autos einen Vorteil gegenüber Benutzern normaler Autos zu haben. Das Ergebnis ist nämlich das Gleiche:
Das Auto bringt einen von A nach B. Nur der Aufwand ist unterschiedlich.
Gentoo sieht sich selbst halt als Meta-Distribution/Baukasten, so wie z.B. auch T2. Allgemein sollte man vielleicht definieren, was man (selbst) unter einer Distribution versteht. Für mich ist das eben nicht nur der Kernel + ein bisschen Userspace, da gehört für mich auch ein Konzept dazu und das ist bei Gentoo/T2 in vielen Punkten halt extrem verschieden von Fedora/SUSE/...
> Das Problem an vielen Gentoo-Benutzern ist (um im Kontext "Auto" zu bleiben), dass sie glauben nur durch das Selbstbauen ihres Autos einen Vorteil gegenüber Benutzern normaler Autos zu haben
Das gilt aber nur für die Ricer-Fraktion. Die denken, sie könnten durch USE/C/...-FLAGS großartig was in Sachen Performance bewirken; der Rest der Gentoo-User weis, dass das nur in seltenen Fällen so ist.
> Das Ergebnis ist nämlich das Gleiche:
Das Auto bringt einen von A nach B. Nur der Aufwand ist unterschiedlich
Wenn wir bei Autos bleiben, es gibt Leute, die sind mit nem 3er von der Stange zufrieden, andere wollen gerne andere Felgen oder sonstwas draufhaben. Das ändert nichts am Einsatzzweck und kostet (vielleicht) mehr, aber die Leute sehen einen Sinn darin, warum also nicht?
--
Wenn mir jemand einen guten Grund nennen kann, warum eine andere Distri für meine Zwecke besser ist, bitte, immer gerne her damit
Der Aufwand zur Installation und Konfiguration eines Softwarepaketes besteht eben aus den Schritten Installation und Konfiguration. Letzterer Schritt wird bei den üblichen Verdächtigen durch Skripte unterstützt. Bei Gentoo steht man mit ner "vanilla"-Konfigurationsdatei da, die man erstmal zusammenfriemeln muss. Abgesehen davon ist das Zusammenspiel der Komponenten nicht erledigt (wie z.B. die Unterstützung von Laptop-Knöpfen und deren Einbindung in udev und xorg).
Das sollte zukünftigen Gentoo-Benutzern klar sein und es wird überall darauf hingewiesen.
Und das ist definitiv ein Contra-Punkt für Benutzer, die in erster Linie produktiv sein möchten. Und es ist definitiv kein Pseudo-Argument (für die Installation gebe ich Dir aber Recht).
> Letzterer Schritt wird bei den üblichen Verdächtigen durch Skripte unterstützt. Bei Gentoo steht man mit ner "vanilla"-Konfigurationsdatei da, die man erstmal zusammenfriemeln muss.
Bei andern Systemen müßte ich(!) auch friemeln, weil die default-config mir eben in aller Regel nicht passt. Es gibt nunmal kein "one size fits all" bei Software, lediglich die Richtung der Bearbeitung ist anders. Abgesehen davon, es hält einen ja niemand davon ab, die Scripte anderer Distris zu nutzen oder sich eine passende GUI zu installieren.
> Abgesehen davon ist das Zusammenspiel der Komponenten nicht erledigt (wie z.B. die Unterstützung von Laptop-Knöpfen und deren Einbindung in udev und xorg)
Funktioniert aber halt auch nicht überall ootb. Bei SUSE z.B. funktionieren meine "Special"-Keys, bei Mandriva und Ubuntu nicht - dafür passt mir die Belegung unter SUSE nicht, muss ich also auch wieder ändern.
> Und das ist definitiv ein Contra-Punkt für Benutzer, die in erster Linie produktiv sein möchten.
Kommt immer drauf an, was Produktivität für den einzelnen heisst, das muss man halt vorher wissen. Eine z.B. Apache-Instanz muss man immer konfigurieren und dafür gibt's auch Defaults vom Upstream, die werden bei Gentoo - und ähnlichen - halt übernommen.
Hallo,
ich respektiere Deinen Ansatz, Dir das zu Bauen, was Du haben möchtest.
Aber ich habe Schwierigkeiten mit dem Gentoo Ansatz, weil etwas wichtiges fehlt, und zwar die rasche Verfügbarkeit von Software. Das gerade mal eben Nachinstallieren von Brocken wie Libreoffice oder Lyx geht unter Debian und Opensuse mit apt und zypper in wenigen Minuten.
Ich teste gerne mal Software, die mir beim Stöbern auffällt. Auch mit einem schnellen PC frisst das Zeit unter Gentoo.
Und bei Debian oder Opensuse werden die Sachen einmal unter den Sourcen gebaut und dann von Tausenden bloß noch Heruntergeladen und gleich genutzt. Unter Gentoo lädt sich jeder Anwender die Sourcen herunter und es wird dann zig mal gebaut.
Ehrlich gesagt schmecken mir allerdings selbst gekochte Sachen auch besser, als Fertiggerichte
Analogien hinken zwar etwas, aber vielleicht geht es Dir bei Gentoo so, wie es mir bei Gerichten geht.
Viele Grüße,
Holger
Das müsste mal in "Stromverbrauch" ausgerechnet werden.
Wenn "alle" selber kompilieren, ist die Umweltbilanz doch sicherlich dahin....
Ja genau, die Energien/Zeit für unsinnige Foren Kommentare nicht vergessen.
Mh, wir haben zumindest kein Auto, dafür aber Solar auf dem Dach, wovon wir ins allgemeine System einspeisen - mir persönlich mach ich da keinen Vorwurf.
Aber zum Thema, hat natürlich einen wahren Kern, aber ich glaube, da geht weltweit wesentlich mehr für unnützeres Zeug drauf - Flashbanner z.B.
> Das gerade mal eben Nachinstallieren von Brocken wie Libreoffice oder Lyx geht unter Debian und Opensuse mit apt und zypper in wenigen Minuten.
Dafür gibt's ja bei einigen Sachen -bin-Pakete. Dann gibt's noch $BINHOSTs, die alle Pakete vorgebaut für die jeweilige ~arch haben - dann halt aber nur mit den Default-Flags. Sabayon gibt's auch noch, ebenso Calculate, etc.
Abgesehen davon, heute wird doch selbst bei Gentoo nur noch in (geschätzt) 50% der Fälle wirklich kompiliert. So vieles wird doch heute in Python/Ruby/... geschrieben, dass es kaum mehr als das Auspacken braucht.
> Unter Gentoo lädt sich jeder Anwender die Sourcen herunter und es wird dann zig mal gebaut
Das ist halt der Preis, aber gut, ich zumindest baue die Sachen nur auf zwei Maschinen und verteile sie dann im LAN weiter. Auf der Arbeit bei uns genauso, weder ginge das mit den Maschinen noch wäre es sinnvoll.
> Ehrlich gesagt schmecken mir allerdings selbst gekochte Sachen auch besser, als Fertiggerichte
Eines meiner Hauptprobleme ist halt, dass ich wenig Software verwende, die in den Standardrepos anderer Distris (ausser Debian/FreeBSD) zu finden ist. Ob ich da dann ein ebuild schreibe und es damit baue, oder das ganze als .deb/.rpm/etc mache, nimmt sich in dem Falle nicht viel.