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Di, 20. September 2011, 17:09

Gemeinschaft::Personen

Stallman: Android ist keine freie Software

Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation, sieht in Android keine freie Software. Googles Ablehnung, den kompletten Quellcode zu veröffentlichen, die in Android enthaltenen proprietären Treiber und gesperrte Bootloader sind für Stallman ein Indiz dafür, dass Android die Prinzipien der freien Software nicht vollständig respektiere.

Ein Startbildschirm von Android 3.0

android.com

Ein Startbildschirm von Android 3.0

Bereits seit der Fertigstellung von Android 3.0 warten Anwender darauf, den kompletten Quellcode von Android zu erhalten. Die als Honeycomb betitelte Version war nach damaligen Angaben von Google noch nicht reif für die Freigabe. Zwar versprach der Konzern die Freigabe von Android 3.0 binnen der nächsten Monate, doch getan hat sich seitdem recht wenig.

Aufgrund der momentanen Situation sieht deshalb Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation, einen Verstoß gegen die Prinzipien von freier Software. Wie der Programmierer und Aktivist in einem Beitrag für den englischen Guardian schreibt, stelle die momentane Sachlage Android klar als Projekt dar, das nicht als freie Software gezählt werden kann. Die von Google dabei geäußerte Erklärung, wonach Android nicht reif für eine Freigabe war, mag aus der Sicht eines Nutzers plausibel klingen, Entwickler sollten allerdings selbst entscheiden können, inwieweit die Software ihren Ansprüchen genüge.

Richard Stallman

hjb

Richard Stallman

Verantwortlich für die Misere macht Stallman die Lizenz, unter der Anwendungen in Android stehen. So sei die Apache 2.0-Lizenz zwar frei und als solche auch zu sehen, doch verhindere die nicht vorhandene Copyleft-Klausel die vollständige Freigabe der Quellen. Dies sei auch der primäre Grund dafür, dass Google es sich leisten kann, die aktuelle Version nicht mehr freizugeben. Würde der Konzern dagegen die GPL wählen, wäre es jedem Anwender möglich gewesen, seine Rechte bei Google in Anspruch zu nehmen und den vollständigen Code anzufordern.

Doch auch die von Google früher freigegebenen Versionen sind für Stallman problematisch. Zwar halte sich Google strikt an die Vorgaben des Kernels, nutze aber gleichzeitig Komponenten, die nicht im Quellcode vertrieben werden. Dabei gehe es nicht nur um die Quellen der Anwendungen, sondern um die Plattform selbst. Denn neben der Weigerung der Freigabe von Quellen verschärfen vor allem die Gerätehersteller die Situation.

Motorola XOOM mit Android 3.0

Motorola

Motorola XOOM mit Android 3.0

Konkret bemängelt Stallman, dass Gerätehersteller immer öfter Anwender darin hindern, modifizierte Software zu installieren. In dieser Situation seien alle Anwendungen nicht mehr frei, so Stallman. Dabei spiele es keine Rolle, ob sie aus freien Komponenten erstellt wurden oder proprietär vertrieben werden. Auch die Weigerung, wichtige Hardware-Treiber zu veröffentlichen, mache viele der Geräte unfrei. Als einen weiteren Punkt sieht Stallman zudem die in den Geräten installierte Firmware. Viele Anwender sehen sie zwar als eine Art »Schaltung«, die als Kernkomponente jedes Geräts benötigt wird, doch sei die Software manchmal so mächtig, dass sie faktisch die komplette Kontrolle über das Gerät an sich reißen kann. Laut Stallman sei es deshalb notwendig, auch die Firmware im Quellcode zu veröffentlichen, damit die Android-Plattform als freie Software betrachtet werden kann.

Laut Stallman ist der fundamentale Gedanke hinter der freien Software die Freiheit des Anwenders und nicht nur die Offenheit, wie sie beispielsweise durch Open Source erreicht werden kann. Restriktionen in Android, der Firmware oder den eingesetzten Plattformen führen deshalb zwangsläufig dazu, dass die Plattform nicht mehr als vollständig freie Software betrachtet werden kann. Zugleich sehe er aber Android als einen großen Schritt Richtung eines ethischen, Anwender-kontrollierten und freien Telefons. Der Weg sei allerdings noch weit, so Stallman abschließend. Denn auch wenn Android-Geräte freier sind als beispielsweise ihre Apple- oder Windows-Kollegen, vollständig frei sind sie nicht.

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Kommentare (Insgesamt: 71 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[6]: Vielen Dank fuer die Info... (Dschingelbells, So, 2. Oktober 2011)
Re[10]: Es ist gut! (hm, Sa, 24. September 2011)
Re[9]: Es ist gut! (martin7, Do, 22. September 2011)
Re[8]: Es ist gut! (chrm, Do, 22. September 2011)
Re[11]: Jawoll! (martin7, Do, 22. September 2011)
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