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Di, 4. Oktober 2011, 09:44

Software::Mobilgeräte

Mer-Projekt will Meego beerben

Das Mer-Projekt, das ursprünglich eine Gemeinschaftsversion von Nokias Mobil-Betriebssystem Maemo darstellte, will nun Meego als Gemeinschaftsprojekt weiterführen.

Meego für Netbooks

Meego

Meego für Netbooks

Als die Linux Foundation gemeinsam mit Intel vor wenigen Tagen Tizen ankündigte, gab es plötzlich keine Zukunft mehr für Meego. Meego war von Intel und Nokia als Nachfolger von Maemo und Moblin entwickelt worden. Nach dem Ausstieg von Nokia fand Intel allerdings keine Partner mehr für das Projekt. So wurde letztlich beschlossen, mit anderen Partnern unter dem Namen Tizen noch einmal von vorn zu beginnen; die bisherigen Meego-Entwickler sollten dazu mit ins Boot geholt werden.

Als Meego geschaffen wurde, stellte es einen großen Umbruch gegenüber Maemo dar. Daher gibt es immer noch eine Gemeinschaft, die Maemo am Leben hält. In diesem Umfeld entstand schon vor zwei Jahren das Mer-Projekt (der Name stand für Maemo Reconstructed). Dieses reagierte auf Nokias damalige Ankündigung, dass Maemo 5 nur noch auf neueren OMAP-Prozessoren und damit auf den neuesten Nokia-Geräten laufen würde, mit einer Rückportierung von Maemo 5 auf die ältere Hardware.

Maemo 5 war ein Betriebssystem, das normalen Linux-Distributionen in vieler Hinsicht stark ähnelte und insbesondere auf dieselben Komponenten aufbaute. Auch Meego weist nicht allzu viele Unterschiede zu normalen Linux-Distributionen auf. Das jetzt neu formierte Mer-Projekt will diese Tradition fortführen und Meego nicht nur als Gemeinschaftsprojekt am Leben halten, sondern auch portabler und auf vielen Plattformen verfügbar machen. Die Portierung auf ein Gerät soll so einfach werden, dass ein einzelner Entwickler sie für sein Gerät durchführen kann.

Drei der führenden Mer-Entwickler, Carsten Munk, David Greaves und Robin Burchell, haben einen detaillierten Plan vorgestellt, wie es mit Meego weitergehen soll. So soll Mer »Meego 2.0« werden, wobei die Ankündigung darauf hindeutet, dass der Name Mer sein wird und das Projekt nicht bei der Linux Foundation bleibt. Die Entwickler streben an, dass Mer-Anwendungen auf auf Tizen lauffähig sein sollen. Dazu wollen sie eine Tizen-konforme Entwicklungsumgebung mit HTML5 anbieten. Als GUIs sollen aber auch Qt und EFL zur Verfügung stehen.

Mer soll modularer werden. Die Entwickler wollen sich zunächst auf einen minimalen Kern von 302 Quellpaketen konzentrieren, der eine auf Qt beruhende Oberfläche besitzt. Diese Variante heißt »Mer Core«, weitere Varianten sollen als separate Teilprojekte entstehen.

Die Entwickler von Mer werden aufgefordert, an dem neu gegründeten Tizen-Projekt mitzuarbeiten und die Ergebnisse der Arbeit, wenn möglich, in Mer wiederzuverwenden. So soll vermieden werden, Arbeit doppelt zu erledigen. Allerdings ist noch nicht viel darüber bekannt, wohin sich Tizen entwickeln wird, und eine erste stabile Version wird erst 2012 kommen. So ist es wohl auch ein Ziel von Mer, die zeitliche Lücke zu überbrücken und eine aktualisierte Version von Meego zu werden. Als erstes Produkt nach Core soll die Smartphone-Version kommen. Meego war bereits dabei, Version 1.3 der Smartphone-Version zu entwickeln, die nun von Mer vollendet werden soll.

Noch ist für das Mer-Projekt viel zu tun. Das Projekt muss sich organisieren und eine Leitungstruktur geben. Dabei denken die Entwickler an ein ähnliches Modell wie Yocto. Das Projekt wendet sich vorwiegend an Hardware-Hersteller, die Mer auf ihre Geräte bringen wollen.

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