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Mo, 24. Oktober 2011, 17:54

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.1 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.1 des Linux-Kernels freigegeben. Der Kernel unterstützt nun die OpenRISC-Architektur.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Wegen der Kompromittierung von kernel.org hatte Linux 3.1 etwas mehr Zeit zum Reifen. So dauerte es dieses Mal knapp über drei Monate seit der Veröffentlichung von Linux 3.0. Ohne die ungeplante Verzögerung wäre auch ein sehr kurzer Zyklus von nur zwei Monaten möglich gewesen.

Linus Torvalds veröffenlichte Version 3.1 während des gerade laufenden Kernel Summits in Prag. Der Kernel ist mit seinem GPG-Schlüssel signiert, eine Konsequenz der höheren Sicherheitsvorkehrungen von kernel.org. Für die nächste Version 3.2 des Kernels erwartet Torvalds eine Flut von Änderungen, die schon bereit zur Integration sind. Um diese Flut etwas einzudämmen, will er nur Patches integrieren, die bereits in Linux-next getestet wurden.

Linux 3.1 unterstützt die OpenRISC-Architektur, eine Architektur, die als Open-Source-Projekt entwickelt wird. In der ARM-Architektur wurden zahlreiche Aufräumarbeiten vorgenommen, um die ausgeuferte Code-Duplizierung schrittweise zu beseitigen.

Das Schreiben von Daten vom RAM auf die Festplatte wurde optimiert. In bestimmten Situationen wurden mehrere Prozesse dazu gebracht, ihre Daten gleichzeitig zu schreiben, was zu ungünstigen Zugriffsmustern führte. Zudem gab es ein SMP-Skalierungsproblem, das behoben wurde. Die Systemaufrufe ptrace und lseek erhielten Erweiterungen. Das Werkzeug cpupowerutils wurde hinzugefügt.

Die Speicherverwaltung wurde weiter beschleunigt und die Skalierbarkeit der virtuellen Dateisystemschicht (VFS) weiter verbessert. Viele Änderungen flossen in virtuelle Xen-Maschinen ein. Ihre Speicherverwaltung wurde verbessert, Speicher-Hotplug wird unterstützt und PCI-Geräte können nun an Gastsysteme durchgereicht werden.

Das iSCSI-Target LIO wurde integriert, was eine ziemlich kontroverse Entscheidung von Torvalds war, da noch eine zweite Alternative in Frage gekommen wäre. Im Dateisys ext3 sind Barrieren jetzt standardmäßig eingeschaltet, was einige Distributionen schon lange praktizieren, weil es sicherer ist, aber etwas Geschwindigkeit kostet. pNFS unterstützt nun IPv6, eCryptfs kann verschlüsselte Schlüssel nutzen und der RAID-Treiber md kann fehlerhafte Blöcke verwalten. Der Device-Mapper kann Metadaten jetzt auf separate Geräte legen, um Ausfälle besser handhaben zu können. Bei den neu hinzugekommenen Treibern dürfte das Subsystem für die Near-Field Communication am bemerkenswertesten sein. Zu erwähnen ist auch die Low-Level-Unterstützung für den XO-1-Laptop von OLPC, die nach langer Verzögerung nun endlich im Kernel ist, und ein Treiber für die Fernbedienung der Nintendo Wii.

Linux 3.1 erhielt zudem eine neue Personality, die sich auf Anfrage als »linux2« meldet, da ein paar Anwendungen mit den neuen Versionsnummern 3.x nicht korrekt umgehen können. Darüber hinaus gab es zahlreiche neue Treiber sowie Verbesserungen an Treibern und vielen anderen Kernel-Komponenten.

Eine Liste aller Änderungen enthält das sehr ausführliche Changelog. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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