Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mi, 2. November 2011, 09:27

Gesellschaft::Politik/Recht

Verwaltung enttäuscht spanische Open-Source-Enthusiasten

Anhänger offener und freier Software in den spanischen autonomen Regionen Extremadura und Andalusien fürchten, dass die Einführung proprietärer Software das Ende der Open-Source-Initiativen der öffentlichen Verwaltungen einleitet.

In Extremadura gibt es Gerüchten zufolge eine Machbarkeitsstudie, um eine proprietäre, Cloud-basierte Bürosoftwaresuite und einen proprietären Datenbankserver in Betrieb zu nehmen. In Andalusien sorgen sich Open-Source-Enthusiasten, weil ein von der Verwaltung entwickeltes Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) durch eine proprietäre Alternative ersetzt werden soll.

Laut osor.eu, dem Open-Source-Portal der Europäischen Union, beantwortet die Verwaltung in Extremadura keine Mails, in denen Bürger weitere Informationen zu den Plänen verlangen. Öffentliche Einrichtungen der Region, die ebenfalls freie Software einsetzen, können die Gerüchte um die proprietären Softwarelösungen weder bestätigen noch widerlegen. Der regionale Blogger Santiago Vicente schrieb in seinem Blog, dass sowohl die Bürosoftware als auch der Datenbankserver durchgesetzt werden. Vicente beruft sich auf andere Blogger wie den Open-Source-IT-Berater Ramón Ramón, die jedoch ebenfalls keine gesicherten Informationen haben.

Ramón kritisiert, dass die neuen Volksvertreter der autonomen Region »nicht verstanden haben, was es heißt, die nächste Generation bzgl. Freiheit und Werten auszubilden.« Noch mehr enttäuscht den Berater, dass die Verwaltung Andalusiens 14 Millionen Euro für proprietäre Lizenzen für ein ERP-System aus Deutschland ausgeben will, um das System »Jupiter« der Region zu ersetzen.

Dass das bisherige ERP-System ersetzt werden soll, bloggte der Lokal-Politiker Francisco Vázquez Cañas, der die IT-Abteilung der Provinz Cadiz leitet und der Open-Source-Gemeinschaft Andalusiens angehört. Cañas kann nicht nachvollziehen, dass die Verwaltung ein System ausmustert, das auch von anderen Verwaltungen genutzt werden könnte. »Wenn Sie einmal auf dieses proprietäre System gewechselt sind, werden Sie sein Sklave. Die geringen Anfangskosten verbergen, dass sich die Kosten innerhalb der nächsten paar Jahre auf einhundert Millionen Euro hochschrauben. Hat die Verwaltung diesen Schritt einmal getätigt, gibt es keinen Weg zurück«, so Cañas.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung