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Mo, 7. November 2011, 17:38

Software::Distributionen

Ausblick auf Linux Mint 12

In wenigen Wochen soll Version 12 der Distribution Linux Mint mit einer speziellen Version von Gnome 3.2 erscheinen. Die auf Ubuntu beruhende Distribution will Ubuntu überflügeln und Einkommen aus dem Internet-Traffic ihrer Benutzer generieren.

Linux Mint 12 mit Gnome Shell Extensions

Linux Mint

Linux Mint 12 mit Gnome Shell Extensions

Was das Überflügeln von Ubuntu angeht, strebt Linux Mint an, in absehbarer Zeit eine größere Benutzerzahl als Ubuntu zu haben. Bei Distrowatch, das allerdings nur die Zugriffe auf die eigenen Seiten misst, hat Linux Mint das Ziel schon erreicht. Nach sage und schreibe sechseinhalb Jahren, in denen Ubuntu einsam an der Spitze stand, gab es erstmals wieder eine Änderung. Vor wenigen Tagen konnte Linux Mint die Position der populärsten Distribution bei Distrowatch übernehmen. Linux Mint existiert seit mehr als fünf Jahren und drang schon früh in die Top Ten bei Distrowatch ein. Es baut zwar auf Ubuntu auf, fügt aber eigene Werkzeuge hinzu und geht bei der grafischen Oberfläche eigene Wege.

Laut Distrowatch könnte die Unzufriedenheit einiger Benutzer mit Unity und die wachsende Zahl nicht behobener Fehler den Wechsel vieler Anwender von Ubuntu zu Linux Mint verursacht haben. Die Entwickler von Linux Mint wollen sich dies zunutze machen und die Popularität der Distribution weiter steigern.

Wie das Projekt nun im Blog bekannt gibt, wird die Zukunft von Linux Mint bei Gnome 3 liegen. Die Entwickler sind sich aber bewusst, dass viele Anwender Gnome 3 nicht mögen, weil es sehr verschieden von Gnome 2 ist. Das größte Problem sehen sie darin, dass Gnome 3 den Benutzern keine Alternative zu den neuen Methoden lässt. Daher wird Linux Mint 12 die »MGSE« (Mint Gnome Shell Extensions) einführen, die dem Desktop ein traditionelleres Verhalten verpassen. Das Panel am unteren Rand, das Anwendungsmenü, die Fensterliste, Anwendungs-Icons im Panel und ein fenster-, nicht anwendungszentriertes Arbeiten kehren damit in die Gnome-Shell zurück.

Gerne hätte das Projekt auch Gnome 2.32 weiter mitgeführt, doch dessen Entwicklung ist eingestellt und es lässt sich nicht zugleich mit Gnome 3 installieren. Als Ausweg bietet sich der Fork Mate an, mit dessen Entwicklern Linux Mint in Kontakt steht. Es wird eine Variante von Linux Mint 12 mit Mate geben, allerdings sieht das Team diese Variante vorerst als experimentell an und rechnet mit anfänglichen Problemen, die aber schnell behoben sein sollen.

Die Entwicklung von Linux Mint ist kein Hobby mehr, falls es jemals eines war. Bisher wurde Linux Mint hauptsächlich durch Spenden und Sponsoren finanziert, was monatlich etwa 5.000 US-Dollar erbrachte. In guten Monaten kam zusätzlich noch Geld durch direkte Anzeigen hinzu. Jetzt existiert ein Geschäftsmodell, das wie bei den kommerziellen Suchmaschinen funktionieren soll. Diese verdienen Geld, indem sie auf jeder Ergebnisseite passende Werbung einblenden. Wie schon Mozilla, das durch ein entsprechendes Abkommen mit Google an dieser Werbung mitverdiente, wenn sie über den Webbrowser Firefox abgerufen wurde, will auch Linux Mint künftig an der Werbung mitverdienen. Die Voraussetzungen sind günstig, da Linux Mint nach eigener Einschätzung bereits über Millionen von Benutzern verfügt und noch in diesem Jahr Ubuntu überholen will. In Linux Mint 12 werden standardmäßig nur noch Suchmaschinen konfiguriert sein, die bereit sind, mit der Distribution zu kooperieren. Dabei handelt es sich nach bisherigem Stand um Ask.com, Google, Amazon und eBay. Allen anderen kommerziellen Suchmaschinen droht der Distributor damit, ihre Anzeigen zu blockieren.

Linux Mint 12 mit Gnome 3.2 wird um den 20. November erscheinen. Varianten mit KDE und anderen Desktops dürften wenig später bereitstehen.

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