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So, 11. Juni 2000, 11:02

Unternehmen

Zerschlagung von Microsoft geht nicht weit genug

In einer ersten Stellungahme kritisierte der Linux Verband LIVE das Urteil im Microsoft-Prozess als nicht weitgehend genug.

»Als Basistechnologie der Informationsgesellschaft müssen Betriebssysteme als Open-Source-Software allen zur Verfügung stehen«, erklärte Thomas Uhl, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes.
»Jetzt ist zu befürchten, dass durch die Aufteilung zwei noch mächtigere Unternehmen entstehen, die in ihrem Gebiet immer noch eine marktbeherrschende Stellung einnehmen.« Die Zerschlagung des Software-Monopolisten alleine löse die Probleme noch nicht.

Eine Mindestforderung, so der LINUX-Verband, sei es, wenigstens die Dokumentenformate und Schnittstellen der Microsoft-Betriebssysteme offenzulegen, um konkurrierenden Unternehmen eine Chancengleichheit zu garantieren. »Vor allem die Kontrolle über die Basistechnologie, die Dateiformate und die Schnittstellen verschafft Microsoft die Machtfülle und behindert den Wettbewerb«, so Uhl weiter. »Die eindeutig beste Lösung bietet das Open-Source-Modell: Wie bei dem freien Betriebssystem LINUX sollte man alle öffentlichen Standards unter eine Open-Source-Lizenz stellen und so verhindern, dass einzelne Hersteller Kunden und Konkurrenten durch proprietäre Erweiterungen schaden können.«

Uhl äusserte die Hoffnung, dass nun auch in Europa wirkungsvolle Massnahmen gegen die marktbeherrschende Stellung einzelner Unternehmen ergriffen würden. »Es muss kein Kartell-Prozess sein. Gezielte Aktivitäten der Öffentlichen Hand zur Unterstützung von Open-Source-Software wären ein viel eleganterer Weg, der möglicherweise sogar schneller zum Erfolgt führt als ein Gerichtsverfahren.«

Erste Initiativen in diese Richtung seien derzeit schon beim Wirtschafts- und beim Innenministerium zu beobachten.
Uhl bekräftigte die Auffassung des Linux-Verbandes, dass nur offene Standards und klare Schnittstellen in der heutigen vernetzten IT-Welt den Wettbewerb sicherstellen könnten und zudem noch ein Plus an Sicherheit brächten.

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