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Sa, 7. Januar 2012, 10:58

Gemeinschaft

Steigt Linux-Anteil auf dem Desktop?

Nach Statistiken der Firma Net Applications ist der Linux-Marktanteil am Desktop binnen fünf Monaten von 1,0 auf 1,4% gestiegen, ein Anstieg um rund 40%.

Glaubt man den wenigen vorliegenden Zahlen, so lag der Linux-Marktanteil am Desktop mehr als ein Jahr lang ziemlich konstant bei 1%. Bei solchen Angaben ist allerdings zu bedenken, dass es nicht möglich ist, verlässliche Zahlen zu ermitteln. Zum einen ist es nicht möglich, Verkaufs- oder Download-Zahlen heranzuziehen. Während Microsoft zwar Verkaufszahlen von Windows angeben kann, sagen diese nichts darüber aus, wieviele der verkauften Lizenzen tatsächlich genutzt werden; auf der anderen Seite bleiben auch Raubkopien unberücksichtigt. Ähnlich sieht es bei Apple aus. Bei Linux hingegen können zwar einzelne Distributionen Angaben über die Zahl der heruntergeladenen Updates machen, die ein Indiz für aktiv gepflegte Systeme sind, aber für die Gesamtheit aller Distributionen existieren keine Zahlen. Für den Desktop-Einsatz kommt noch hinzu, dass es bei Linux nicht die rein künstliche Unterscheidung zwischen Server- und Desktop-Systemen gibt.

In Ermangelung besserer Zahlen werten daher Firmen wie Net Applications die Zugriffe auf Web-Server verschiedener Anbieter aus. Doch auch diese Methode ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Zum einen hängen die Zugriffe von den Vorlieben der Benutzer ab, und die Auswertung macht implizit die Annahme, dass diese nicht mit der Wahl des Betriebssystems korreliert sind - eine Annahme, die unbewiesen ist. Die Identifikation des Betriebssystems wird zudem nur über die Browser-Identifikation vorgenommen, die vom Benutzer oder zwischengeschalteten Proxy-Servern beliebig geändert werden kann. Unklar ist auch, ob die ausgewerteten Webseiten repräsentativ für die weltweite Benutzerschaft sind oder bestimmte Benutzerkreise bevorzugen - in anderen Regionen, Sprach- oder Kulturkreisen können die eingesetzten Betriebssysteme ganz anders verteilt sein. Und ein weiterer Aspekt ist die Frage, wieviele der Zugriffe auf Spammer und andere Kriminelle entfallen. Da kaum einer dieser Zugriffe als Linux-System identifiziert wird, könnte dadurch die Statistik zum Nachteil von Linux verfälscht sein. Dennoch glaubt Net Applications, dass seine Messung, die 40.000 Webseiten weltweit umfasst, die größte Genauigkeit im Vergleich mit anderen Methoden bietet.

Lässt man alle diese Bedenken beiseite, so zeigt die Statistik von Net Applications einen bemerkenswerten, wenn auch kleinen Trend. Während der Marktanteil von Windows von Dezember 2010 bis Dezember 2011 von 93,78 auf 92,23% fiel, legte Linux von 1,00 auf 1,41% zu, und zwar insbesondere seit August. Der Anstieg war recht konstant 0,1% pro Monat. Noch mehr konnte allerdings Mac OS X hinzugewinnen, von 5,21 auf 6,36%, wobei allerdings die letzten beiden Monate wieder ein Rückgang zu verzeichnen war.

Während vor zwölf Monaten noch ein winziger Anteil von 0,01% für FreeBSD verblieb, ist nun neben Linux, Mac OS X und Windows kein anderes Betriebssystem auf dem Desktop nennenswert vertreten. Eine Erklärung für den Anstieg von Linux hat der Analyst nicht zu bieten. Der Nachrichtenticker Heise Online wagt eine Erklärung damit, dass sich ChromeBooks mit Chrome OS von Google einen gewissen Marktanteil gesichert haben. Während die Zunahme für Linux absolut gering ist, würde sie dennoch bedeuten, dass die Linux-Gemeinschaft um 40% gewachsen wäre.

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