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Mo, 16. Januar 2012, 14:05

Gemeinschaft

OpenStreetMap wendet sich Innenräumen zu

Nachdem das OpenStreetMap-Projekt (OSM) bereits über umfangreiche geodätische Daten (z.B. Straßen, Gebäude, Nutzungsarten, POIs) verfügt, möchten einige Enthusiasten jetzt damit beginnen, auch Innenräume zu erfassen.

OpenStreetMap für Innenräume

Universität Heidelberg

OpenStreetMap für Innenräume

Die Forscher Marcus Götz und Alexander Zipf von der Gruppe Geoinformatik des geografischen Instituts der Universität Heidelberg haben in einer Arbeit aufgezeigt, was nötig ist, um Innenräume für OpenStreetMap zu kartografieren. Hier gibt es verschiedene Herausforderungen zu meistern. GPS funktioniert nicht in Innenräumen, Gebäude haben oft mehrere Stockwerke, viele Daten überlagern sich und müssen visualisiert und die Privatsphäre beim Datensammeln berücksichtigt werden.

In ihrer Machbarkeitsstudie IndoorOSM arbeiteten Götz und Zipf heraus, welche Daten wichtig sind, um Innenräume zu erfassen und zu beschreiben. Das OSM-Projekt enthält bereits Ansätze, um Gebäude (building key) grob zu beschreiben, z.B. indem Fläche, Höhe und Anzahl der Stockwerke angegeben werden können. Es lassen sich auch Objekte speichern, die sich innerhalb eines Gebäudes befinden (indoor key). Sowohl Gebäude als auch Innenraumobjekte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Um die Struktur von Innenräumen gut zu erfassen, entwickelten Götz uns Zipf eine 3D-Gebäude-Ontologie (3DBO). Diese haben sie so einfach wie möglich gehalten, so dass sie auch von Nutzern ohne professionelle Fähigkeiten anwendbar ist. In ihr lässt sich das Gebäude äußerlich beschreiben (Bauart, Material, Farbe, Zustand, Stockwerke etc.) und der innere Aufbau wiedergeben. Zu letzterem zählen beispielsweise Daten über Gebäudeteile, Ein- und Ausgänge, Flure, Treppen, abgehende Räume und Einrichtungsgegenstände.

Um die Innenräume ihres Instituts zu beschreiben, nutzten Götz und Zipf Gebäudegrundrisse der Baubehörden und den OSM-Editor JOSM. Um mehrere individuelle Stockwerke in die OSM-Datenbestände einzupflegen, mussten die Forscher die OSM-XML-Dateien bearbeiten, denn bisher gibt es keine OSM-Editoren, die mehrere Stockwerke visualisieren können. Auch beim Hochladen der kartografierten Innenräume in die OSM-Datenbank gab es noch einige Probleme, weil der OSM-Renderer die Gebäude nicht als Relationen erkannte. Götz und Zipf gaben an, dass die OSM-Editoren erweitert und der OSM-Renderer verfeinert werden müssen, um Innenräume problemlos in die OSM-Datenbank aufzunehmen.

Zukünftig muss sich zudem zeigen, wie relevante Daten erfasst werden. Während Farbe und Gebäudeform noch einfach zu bestimmen sind, müssen die Entfernungen in Gebäuden ohne öffentlich zugängliche Grundrisse mit Lasermessgeräten oder Schrittzählern ermittelt werden. Herausforderungen, denen sich die OSM-Gemeinschaft sicher erfolgreich stellen wird.

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