Es wäre schön, wenn man eine Version mit "Lanzeit Support" hätte, um damit Server im Internet (root server/virtual root server) zu betreiben. Dort wäre es nicht notwendig sich um Desktop Anwendungen zu kümmern.
Von core--------- am Di, 24. Januar 2012 um 12:19 #
Das wird kaum machbar sein. Evergreen fehlt es schlichtweg an Leuten, die die Patches einpflegen, paketieren und die Updates testen. Viele Evergreennutzer sind zwar eher fortgeschrittene Nutzer, nur heißt das eben nicht, dass man mit rpm-Paketierung umgehen und selbst Patches einpflegen kann.
Wer sich damit und dem OBS auskennt und gleichzeitig an länger als 18 Monate unterstützten openSUSE-Versionen interessiert ist, der soll sich bitte hier melden: http://lists.rosenauer.org/pipermail/evergreen/2012-January/thread.html
Es ist offensichtlich, dass das jetzt die letzte Möglichkeit ist. Wolfgang Rosenauer hat schon angekündigt, dass er von seinem beruflichen Zeitdruck her openSUSE 11.1 kaum noch (alleine) am Leben halten kann, auch wenn er jetzt, im 37. Monat der openSUSE 11.1-Existenz, trotzdem noch einige Updates veröffentlicht. Außerdem stellt er ja auch noch sämtliche Mozilla-OBS-Software für alle openSUSE-Versionen ab 11.1 bereit (!).
Stefan Lijewski hat - weil er als Admin openSUSE 11.2 mit Gnome sehr breit einsetzt - einen Support bis Anfang 2014 angekündigt, was natürlich nicht ausschließt, dass irgendwann einmal irgendetwas dazwischen kommt. Bei nur einem Maintainer einer openSUSE-Version kann das schnell passieren. Auch hier könnte etwas Unterstützung nicht schaden.
Also, werte Leser, letzte Chance. Klappt das nicht, dann muss man wirklich feststellen, dass openSUSE-Nutzer anscheinend gar keine LTS-Version benötigen.
Klappt das nicht, dann muss man wirklich feststellen, dass openSUSE-Nutzer anscheinend gar keine LTS-Version benötigen.
Es ist ein gewaltiger Unterschied ob man eine LTS-Version nur nutzen will oder bereit ist sich an der Pflege einer solchen Version zu beteiligen. Zu letzterem gehört nämlich eine gehörige Menge Erfahrung in Sachen Paketbau, Lesen von Security-Bulletins, usw.
Es ist aber nun einmal so: Alle (wieviele Nutzer das auch immer sein mögen) nutzen Evergreen und nur einer pflegt die jeweilige Distro? Wie soll das dauerhaft funktionieren?
Und dann:
Mittlerweile ist selbst der openSUSE 11.1-gcc zu alt, um z.B. eine Glibc 2.11 kompilieren zu können. Man müsste den gcc selbst updaten. Spätestens ab hier wird das für einen Desktop doch schon etwas unrentabel.
Hinzu kommt, dass das in openSUSE 11.1 enthaltene rpm mit zu langen Schlüsseln, z.B. 4096-bit Keys, nicht umgehen kann, weshalb unter openSUSE 11.1 die Installation von Software aus dem aktuellen Packman Evergreen 11.1-Angebot fehlschlägt (nur unter Missachtung aller üblichen Sicherheitsvorkehrungen ist eine Installation möglich).
Und da die zu anfangs noch zu openSUSE 11.1 vorhandene Binärkompatibilität von SLES 11 mittlerweile mittels zweier "brechender" Updates (SP1 und SP2) vollkommen zerstört wurde, hat sich auch dieser kleine Vorteil in Luft aufgelöst. Das ist übrigens ein schwerer Nachteil des SLED-Angebotes, das man prinzipiell auch als Nutzer für 50 Euro im Jahr kaufen könnte: Die Service Packs hauen den jeweils älteren SLED softwaremäßig weg wie ein Erdbeben. Mit konservativer Pflege wie in Debian oder RHEL hat das nichts zu tun, SLED SPx ist im Vergleich zu SLED SP0 praktisch eine neue Distro.
IMHO würde der Novell-/Attachmate-Druck auf openSUSE auch massiv ansteigen, wenn Evergreen sich zum LTS-Support einer reinen Serverversion entschließen sollte. openSUSE ist nun einmal von Novell/Attachmate finanziell abhängig. Bisher war Evergreen (in Gestalt von Evergreen 11.1 und 11.2) tatsächlich eher ein Desktop-LTS a la Ubuntu.
[quote] IMHO würde der Novell-/Attachmate-Druck auf openSUSE auch massiv ansteigen, wenn Evergreen sich zum LTS-Support einer reinen Serverversion entschließen sollte. openSUSE ist nun einmal von Novell/Attachmate finanziell abhängig. [/quote]
Nein, würde es nicht. Die Leute, die LTS + Support wollen, werden weiterhin zu SLE oder RHEL greifen, worauf diese ja auch abzielen.
Es scheitert am Ende an den Nutzern bzw. den Maintainern und am Marketing. Mal ehrlich, wie viele Pro-Linux Leser kennen Evergreen?
Für Anregungen offen,
Kim Leyendecker, openSUSE leyendecker[at]opensuse[dot]org
Nachdem Lesen der nachfolgenden Mailinglistennachricht gebe ich Dir recht. Das von Dir vermutete Verhalten der Mutterfirma dürfte letztendlich auch an den geringen Nutzerzahlen liegen:
"as the question came up a few times recently, I've asked the openSUSE guys to get some numbers from the download infrastructure. (Thanks to Stephan Kulow!)
So these numbers only contain clients which are actually using download.opensuse.org (instead of mirrors directly).
According to that there were (unique machines) 714 for Evergreen 11.1 530 for Evergreen 11.2 during the last week or so."
Also keine "Gefahr" für irgendwen. Über 1200 Nutzer wöchentlich ist für ein reines Communityprojekt, das mit einer derartigen Komplexität, die das Warten ganzer Distros mit sich bringt, recht erfolgreich umzugehen versucht, trotzdem ein gutes Ergebnis.
Daraus schließe ich aber auch (nach immerhin mehr als einem Jahr Evergreenexistenz), dass openSUSE-Nutzer im allgemeinen kein openSUSE Evergreen benötigen bzw. benutzen.
Ich denke es liegt daran, dass dann doch ziemlich viele 11.4 oder 12.1 verwenden. 11.4 scheint ein guter Kandidat für langzeitige Pflege zu sein, da in 12.1 neben GNOME 3 auch systemd aufgenommen wurde, welches immer noch einigermaßen experimentell ist. Wir warten ab...
Andersherum wird ein Schuh daraus. :-) Wenn die meiste openSUSE-Nutzer 11.4 und 12.1 verwenden, dann benutzen sie ja die derzeit von openSUSE selbst unterstützten Versionen. Wird 11.4 einmal EOL, dann sind das eben 12.1 und 12.2.
Die Diskussion auf der Mailingliste (leider gibt es kein Evergreen-Forum) zeigt IMHO auch ganz deutlich, woran es liegt: Die meisten Nutzer können keinen "technischen Support" leisten. Meine Wenigkeit zähle ich natürlich zu dieser eher "Nur-Nutzer-Fraktion" hinzu, schließlich bekomme ich in openSUSE 11.1 noch nicht einmal ein Update auf Glibc 2.11 hin (s.o.).
Was bringt Dir auch eine Distro, in welcher Du glibc und gcc aktualisieren musst, um einigermaßen zufriedenstellend arbeiten zu können?
Das ist doch dann kein "LTS" mehr, das wäre nur noch absurd.
Um das Update auf eine neuere Version zu vermeiden - aus Stabilitätsgründen (!) - zerlegst Du Dir Deine alte Version so wie die neue von openSUSE niemals zerlegt werden könnte, vorausgesetzt, Deine Megaupdates klappen nicht so wie gedacht.
Absurd ist das nicht, das macht Spaß, vor allem dann, wenn es klappt. Dein Vorredner klingt eher nach einem Nutzer, der mehrere Linuxe auf seinem Rechner vorhält. Eine kaputte oder etwas in Mitleidenschaft gezogene openSUSE 11.1 stört da nicht weiter. Auch wenn es natürlich stimmt, dass openSUSE eigentlich nicht als eine Art Gentoo gedacht ist.
Hoffentlich schafft es Evergreen, irgendwie. Es ist nämlich das momentane openSUSE-Entwicklungsmodell, was nicht funktioniert. Die acht Monate Abstand zwischen neuen Veröffentlichungen wurden bestimmt nicht gewählt, um so eine verbuggte openSUSE 12.1 als Ergebnis vorzulegen. Systemd funktioniert recht oft nicht, KMail ist eine Katastrophe und KDE4 fühlt sich an wie Windows7 auf schwacher Hardware. Hinter solchen Problemen verblassen die ganzen positiven Ansätze.
Wieso hat openSUSE nicht KMail herausgelassen? Was ist denn in Euch gefahren, einen solchen Mist auszuliefern? Ihr kennt doch die Fehler allesamt und Ihr wusstest genau Bescheid. openSUSE ist nahezu führungslos, das ist es. Man drückt sich dort gerne um die wirklich harten Entscheidungen, das Ganze plätschert dann eher so dahin.
Der eine paketiert dann halt ein verbuggtes Kmail, der andere findet das schlecht, der andere auch, veröffentlicht wird es trotzdem, man behilft sich dann mit freundlich formulierten Warnungen in den Release Notes. Genial.
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Chromium 18 und damit Chromium Alpha als openSUSE "Stable"-Version im OSS-Repo auszuliefern? Geht's noch? Da könnt Ihr ja gleich Firefox 11 als Standardbrowser ausliefern, das wäre genau dasselbe. Dieses krude Nebeneinander von Chromium 18 Alpha und Firefox 9 Stable zeigt mir, dass da irgendetwas völlig schief läuft. Auch die Reintegration von KDE3 in OSS spricht für meine Beobachtung. Hier sind openSUSE sämtliche Pferde durchgegangen, führungs- und orientierungslos treibt das openSUSE-Schiff dahin. Kein Wunder, dass da manche versuchen, in ihren Evergreen-LTS-Traum zu flüchten.
Von Idiotenpfleger am Mi, 25. Januar 2012 um 19:40 #
Zitat: "Wieso hat openSUSE nicht KMail herausgelassen?"
weil es evtl. mit dem Upstream aka KDE so sehr verwoben ist, dass man es nicht weglassen kann?
Dennoch: 12.1 ist derzeit wirklich kein gutes Release. 11.3 und 11.4 waren bei weitem besser. Gut, in 12.1 sind eine Menge neuer Technologien enthalten. Aber auch das katastrophale KDE 4.7 tut sein übriges dazu.
bzgl. Entwicklungsmodell:
das funktioniert schon. Alle 18 Monate oder so ein neues Release ist für die meisten schon okay. Das Problem ist nur, dass man nie weiß, ob das Folge-Release qualitativ okay sein wird. 12.1 ist ein gutes (schlechtes) Beispiel dafür. Wenn ich jetzt noch 11.3 hätte und auf 12.1 gewartet hätte, wäre ich bitter enttäuscht worden und hätte dann trotzdem auf die nun schon alte Version 11.4 umsteigen müssen, um z.B. Mails versenden und empfangen zu können und einen Konqueror zu haben, der nicht beim leisesten Verdacht auf Plugin-Bedarf in sich zusammenfällt Das hätte ich dann ja auch gleich tun können, als 11.4 herauskam...
Oder ich würde support-los bis zur Nachfolge-Release von 12.1 warten, in der Hoffnung, dass diese besser abschneidet.
Wenn man sich also darauf verlassen könnte, dass man qualitativ immer einigermaßen gleichbleibende Systeme bekommt, wären die 18 Monate kein Problem. Nur macht da der Upstream, in diesem Fall Gnome mit dem unsäglichen Gnome 3 und KDE mit seinem Durchhänger namens 4.7 einen Strich durch die Rechnung.
Die Sache mit dem KDE 3 scheint eine Reaktion auf die zahlreichen Wünsche der Benutzer zu sein. Verstehen muss man das nicht, aber wenn es die Nutzer glücklich macht?
Wahrscheinlich flüchten sich die meisten User in die LTS-Lösung, weil sie sich eben nicht darauf verlassen wollen, dass nach 18 Monaten ein gutes Release kommt.
"Die Sache mit dem KDE 3 scheint eine Reaktion auf die zahlreichen Wünsche der Benutzer zu sein. Verstehen muss man das nicht, aber wenn es die Nutzer glücklich macht?"
So wie ich das verfolgt habe, hängt alles an einem einzigen, ehrenamtlich arbeitenden Maintainer. Für einen 18-Monate-Unterstützungszyklus finde ich das ebenfalls sehr gewagt. Dazu braucht der Maintainer nur im "Real Life" anzukommen. Das hat man auch an anderer Stelle schon oft beobachten können.
"Wahrscheinlich flüchten sich die meisten User in die LTS-Lösung, weil sie sich eben nicht darauf verlassen wollen, dass nach 18 Monaten ein gutes Release kommt."
Dieses LTS-Denken ist vielleicht das größte Hindernis. Es würde doch auch reichen, wenn Evergreen den alten 24 Monate-Support wieder herstellt. 18 Monate ist wirklich etwas wenig, da eine neue openSUSE drei bis sechs Monate braucht, bis sie einigermaßen stabil und bugfrei ist.
Zu KMail 4.7: openSUSE 12.1 dürfte alsbald ein paar entsprechende Updates bekommen.
Das sind immerhin 1250 Nutzer und das zu einer Zeit, da sich zumindest der Support für openSUSE 11.1 in der Schwebe befindet und Evergreen praktisch gar nicht promotet wird, noch nicht einmal in den openSUSE-Foren selbst.
Wenn man auf der Evergreenliste mitliest, merkt man schnell, um was für Nutzer es sich handelt: Es sind überwiegend fortgeschrittene Nutzer, die anscheinend mit aktuellsten openSUSE-Versionen wegen zuvieler Bugs oft nichts anfangen können, dann aber openSUSE nicht den Rücken kehren, sondern versuchen, irgendwie ihre alten EOL-Versionen mit eigenen Updates am Leben zu erhalten. Absolut krass. Ich kann mir schon denken, welche Betriebssysteme sie ihren Bekannten und ihren Arbeitgebern (!) empfehlen. Evergreennutzer sind also Nutzer, die man als Community-Distro und auch aus Sicht Attachmates keinesfalls verlieren sollte.
Es wäre schön, wenn man eine Version mit "Lanzeit Support" hätte,
um damit Server im Internet (root server/virtual root server) zu betreiben.
Dort wäre es nicht notwendig sich um Desktop Anwendungen zu kümmern.
Auf dem Desktop ist mir LTS nicht so wichtig.
Gibts doch... Suse enterprise?
Warum nimmst du dafür nicht einfach eine Distribution, die soetwas bietet?
Das wird kaum machbar sein.
Evergreen fehlt es schlichtweg an Leuten, die die Patches einpflegen, paketieren und die Updates testen.
Viele Evergreennutzer sind zwar eher fortgeschrittene Nutzer, nur heißt das eben nicht, dass man mit rpm-Paketierung umgehen und selbst Patches einpflegen kann.
Wer sich damit und dem OBS auskennt und gleichzeitig an länger als 18 Monate unterstützten openSUSE-Versionen interessiert ist, der soll sich bitte hier melden:
http://lists.rosenauer.org/pipermail/evergreen/2012-January/thread.html
Es ist offensichtlich, dass das jetzt die letzte Möglichkeit ist.
Wolfgang Rosenauer hat schon angekündigt, dass er von seinem beruflichen Zeitdruck her openSUSE 11.1 kaum noch (alleine) am Leben halten kann, auch wenn er jetzt, im 37. Monat der openSUSE 11.1-Existenz, trotzdem noch einige Updates veröffentlicht. Außerdem stellt er ja auch noch sämtliche Mozilla-OBS-Software für alle openSUSE-Versionen ab 11.1 bereit (!).
Stefan Lijewski hat - weil er als Admin openSUSE 11.2 mit Gnome sehr breit einsetzt - einen Support bis Anfang 2014 angekündigt, was natürlich nicht ausschließt, dass irgendwann einmal irgendetwas dazwischen kommt. Bei nur einem Maintainer einer openSUSE-Version kann das schnell passieren.
Auch hier könnte etwas Unterstützung nicht schaden.
Also, werte Leser, letzte Chance.
Klappt das nicht, dann muss man wirklich feststellen, dass openSUSE-Nutzer anscheinend gar keine LTS-Version benötigen.
Siehe auch:
http://en.opensuse.org/openSUSE:Evergreen
Es ist aber nun einmal so:
Alle (wieviele Nutzer das auch immer sein mögen) nutzen Evergreen und nur einer pflegt die jeweilige Distro?
Wie soll das dauerhaft funktionieren?
Und dann:
Mittlerweile ist selbst der openSUSE 11.1-gcc zu alt, um z.B. eine Glibc 2.11 kompilieren zu können. Man müsste den gcc selbst updaten.
Spätestens ab hier wird das für einen Desktop doch schon etwas unrentabel.
Hinzu kommt, dass das in openSUSE 11.1 enthaltene rpm mit zu langen Schlüsseln, z.B. 4096-bit Keys, nicht umgehen kann, weshalb unter openSUSE 11.1 die Installation von Software aus dem aktuellen Packman Evergreen 11.1-Angebot fehlschlägt (nur unter Missachtung aller üblichen Sicherheitsvorkehrungen ist eine Installation möglich).
Und da die zu anfangs noch zu openSUSE 11.1 vorhandene Binärkompatibilität von SLES 11 mittlerweile mittels zweier "brechender" Updates (SP1 und SP2) vollkommen zerstört wurde, hat sich auch dieser kleine Vorteil in Luft aufgelöst.
Das ist übrigens ein schwerer Nachteil des SLED-Angebotes, das man prinzipiell auch als Nutzer für 50 Euro im Jahr kaufen könnte: Die Service Packs hauen den jeweils älteren SLED softwaremäßig weg wie ein Erdbeben. Mit konservativer Pflege wie in Debian oder RHEL hat das nichts zu tun, SLED SPx ist im Vergleich zu SLED SP0 praktisch eine neue Distro.
IMHO würde der Novell-/Attachmate-Druck auf openSUSE auch massiv ansteigen, wenn Evergreen sich zum LTS-Support einer reinen Serverversion entschließen sollte. openSUSE ist nun einmal von Novell/Attachmate finanziell abhängig.
Bisher war Evergreen (in Gestalt von Evergreen 11.1 und 11.2) tatsächlich eher ein Desktop-LTS a la Ubuntu.
[quote]
IMHO würde der Novell-/Attachmate-Druck auf openSUSE auch massiv ansteigen, wenn Evergreen sich zum LTS-Support einer reinen Serverversion entschließen sollte. openSUSE ist nun einmal von Novell/Attachmate finanziell abhängig.
[/quote]
Nein, würde es nicht. Die Leute, die LTS + Support wollen, werden weiterhin zu SLE oder RHEL greifen, worauf diese ja auch abzielen.
Es scheitert am Ende an den Nutzern bzw. den Maintainern und am Marketing. Mal ehrlich, wie viele Pro-Linux Leser kennen Evergreen?
Für Anregungen offen,
Kim Leyendecker, openSUSE
leyendecker[at]opensuse[dot]org
Nachdem Lesen der nachfolgenden Mailinglistennachricht gebe ich Dir recht.
Das von Dir vermutete Verhalten der Mutterfirma dürfte letztendlich auch an den geringen Nutzerzahlen liegen:
"http://lists.rosenauer.org/pipermail/evergreen/2012-January/000603.html"
Dort heißt es:
"as the question came up a few times recently, I've asked the openSUSE guys to get some numbers from the download infrastructure. (Thanks to Stephan Kulow!)
So these numbers only contain clients which are actually using
download.opensuse.org (instead of mirrors directly).
According to that there were (unique machines)
714 for Evergreen 11.1
530 for Evergreen 11.2
during the last week or so."
Also keine "Gefahr" für irgendwen.
Über 1200 Nutzer wöchentlich ist für ein reines Communityprojekt, das mit einer derartigen Komplexität, die das Warten ganzer Distros mit sich bringt, recht erfolgreich umzugehen versucht, trotzdem ein gutes Ergebnis.
Daraus schließe ich aber auch (nach immerhin mehr als einem Jahr Evergreenexistenz), dass openSUSE-Nutzer im allgemeinen kein openSUSE Evergreen benötigen bzw. benutzen.
Ich denke es liegt daran, dass dann doch ziemlich viele 11.4 oder 12.1 verwenden. 11.4 scheint ein guter Kandidat für langzeitige Pflege zu sein, da in 12.1 neben GNOME 3 auch systemd aufgenommen wurde, welches immer noch einigermaßen experimentell ist. Wir warten ab...
Andersherum wird ein Schuh daraus. :-)
Wenn die meiste openSUSE-Nutzer 11.4 und 12.1 verwenden, dann benutzen sie ja die derzeit von openSUSE selbst unterstützten Versionen.
Wird 11.4 einmal EOL, dann sind das eben 12.1 und 12.2.
Die Diskussion auf der Mailingliste (leider gibt es kein Evergreen-Forum) zeigt IMHO auch ganz deutlich, woran es liegt: Die meisten Nutzer können keinen "technischen Support" leisten. Meine Wenigkeit zähle ich natürlich zu dieser eher "Nur-Nutzer-Fraktion" hinzu, schließlich bekomme ich in openSUSE 11.1 noch nicht einmal ein Update auf Glibc 2.11 hin (s.o.).
Was bringt Dir auch eine Distro, in welcher Du glibc und gcc aktualisieren musst, um einigermaßen zufriedenstellend arbeiten zu können?
Das ist doch dann kein "LTS" mehr, das wäre nur noch absurd.
Um das Update auf eine neuere Version zu vermeiden - aus Stabilitätsgründen (!) - zerlegst Du Dir Deine alte Version so wie die neue von openSUSE niemals zerlegt werden könnte, vorausgesetzt, Deine Megaupdates klappen nicht so wie gedacht.
Noch einmal, das ist vollkommen absurd.
Absurd ist das nicht, das macht Spaß, vor allem dann, wenn es klappt.
Dein Vorredner klingt eher nach einem Nutzer, der mehrere Linuxe auf seinem Rechner vorhält. Eine kaputte oder etwas in Mitleidenschaft gezogene openSUSE 11.1 stört da nicht weiter.
Auch wenn es natürlich stimmt, dass openSUSE eigentlich nicht als eine Art Gentoo gedacht ist.
Hoffentlich schafft es Evergreen, irgendwie.
Es ist nämlich das momentane openSUSE-Entwicklungsmodell, was nicht funktioniert.
Die acht Monate Abstand zwischen neuen Veröffentlichungen wurden bestimmt nicht gewählt, um so eine verbuggte openSUSE 12.1 als Ergebnis vorzulegen. Systemd funktioniert recht oft nicht, KMail ist eine Katastrophe und KDE4 fühlt sich an wie Windows7 auf schwacher Hardware.
Hinter solchen Problemen verblassen die ganzen positiven Ansätze.
Wieso hat openSUSE nicht KMail herausgelassen?
Was ist denn in Euch gefahren, einen solchen Mist auszuliefern?
Ihr kennt doch die Fehler allesamt und Ihr wusstest genau Bescheid.
openSUSE ist nahezu führungslos, das ist es.
Man drückt sich dort gerne um die wirklich harten Entscheidungen, das Ganze plätschert dann eher so dahin.
Der eine paketiert dann halt ein verbuggtes Kmail, der andere findet das schlecht, der andere auch, veröffentlicht wird es trotzdem, man behilft sich dann mit freundlich formulierten Warnungen in den Release Notes. Genial.
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Chromium 18 und damit Chromium Alpha als openSUSE "Stable"-Version im OSS-Repo auszuliefern?
Geht's noch?
Da könnt Ihr ja gleich Firefox 11 als Standardbrowser ausliefern, das wäre genau dasselbe.
Dieses krude Nebeneinander von Chromium 18 Alpha und Firefox 9 Stable zeigt mir, dass da irgendetwas völlig schief läuft.
Auch die Reintegration von KDE3 in OSS spricht für meine Beobachtung. Hier sind openSUSE sämtliche Pferde durchgegangen, führungs- und orientierungslos treibt das openSUSE-Schiff dahin. Kein Wunder, dass da manche versuchen, in ihren Evergreen-LTS-Traum zu flüchten.
Zitat: "Wieso hat openSUSE nicht KMail herausgelassen?"
weil es evtl. mit dem Upstream aka KDE so sehr verwoben ist, dass man es nicht weglassen kann?
Dennoch: 12.1 ist derzeit wirklich kein gutes Release. 11.3 und 11.4 waren bei weitem besser. Gut, in 12.1 sind eine Menge neuer Technologien enthalten. Aber auch das katastrophale KDE 4.7 tut sein übriges dazu.
bzgl. Entwicklungsmodell:
das funktioniert schon. Alle 18 Monate oder so ein neues Release ist für die meisten schon okay. Das Problem ist nur, dass man nie weiß, ob das Folge-Release qualitativ okay sein wird. 12.1 ist ein gutes (schlechtes) Beispiel dafür. Wenn ich jetzt noch 11.3 hätte und auf 12.1 gewartet hätte, wäre ich bitter enttäuscht worden und hätte dann trotzdem auf die nun schon alte Version 11.4 umsteigen müssen, um z.B. Mails versenden und empfangen zu können und einen Konqueror zu haben, der nicht beim leisesten Verdacht auf Plugin-Bedarf in sich zusammenfällt
Das hätte ich dann ja auch gleich tun können, als 11.4 herauskam...
Oder ich würde support-los bis zur Nachfolge-Release von 12.1 warten, in der Hoffnung, dass diese besser abschneidet.
Wenn man sich also darauf verlassen könnte, dass man qualitativ immer einigermaßen gleichbleibende Systeme bekommt, wären die 18 Monate kein Problem.
Nur macht da der Upstream, in diesem Fall Gnome mit dem unsäglichen Gnome 3 und KDE mit seinem Durchhänger namens 4.7 einen Strich durch die Rechnung.
Die Sache mit dem KDE 3 scheint eine Reaktion auf die zahlreichen Wünsche der Benutzer zu sein. Verstehen muss man das nicht, aber wenn es die Nutzer glücklich macht?
Wahrscheinlich flüchten sich die meisten User in die LTS-Lösung, weil sie sich eben nicht darauf verlassen wollen, dass nach 18 Monaten ein gutes Release kommt.
"Die Sache mit dem KDE 3 scheint eine Reaktion auf die zahlreichen Wünsche der Benutzer zu sein. Verstehen muss man das nicht, aber wenn es die Nutzer glücklich macht?"
So wie ich das verfolgt habe, hängt alles an einem einzigen, ehrenamtlich arbeitenden Maintainer.
Für einen 18-Monate-Unterstützungszyklus finde ich das ebenfalls sehr gewagt.
Dazu braucht der Maintainer nur im "Real Life" anzukommen. Das hat man auch an anderer Stelle schon oft beobachten können.
"Wahrscheinlich flüchten sich die meisten User in die LTS-Lösung, weil sie sich eben nicht darauf verlassen wollen, dass nach 18 Monaten ein gutes Release kommt."
Dieses LTS-Denken ist vielleicht das größte Hindernis.
Es würde doch auch reichen, wenn Evergreen den alten 24 Monate-Support wieder herstellt.
18 Monate ist wirklich etwas wenig, da eine neue openSUSE drei bis sechs Monate braucht, bis sie einigermaßen stabil und bugfrei ist.
Zu KMail 4.7:
openSUSE 12.1 dürfte alsbald ein paar entsprechende Updates bekommen.
Das sind immerhin 1250 Nutzer und das zu einer Zeit, da sich zumindest der Support für openSUSE 11.1 in der Schwebe befindet und Evergreen praktisch gar nicht promotet wird, noch nicht einmal in den openSUSE-Foren selbst.
Wenn man auf der Evergreenliste mitliest, merkt man schnell, um was für Nutzer es sich handelt: Es sind überwiegend fortgeschrittene Nutzer, die anscheinend mit aktuellsten openSUSE-Versionen wegen zuvieler Bugs oft nichts anfangen können, dann aber openSUSE nicht den Rücken kehren, sondern versuchen, irgendwie ihre alten EOL-Versionen mit eigenen Updates am Leben zu erhalten.
Absolut krass.
Ich kann mir schon denken, welche Betriebssysteme sie ihren Bekannten und ihren Arbeitgebern (!) empfehlen.
Evergreennutzer sind also Nutzer, die man als Community-Distro und auch aus Sicht Attachmates keinesfalls verlieren sollte.