Wayland soll X11 ersetzten. Wird es aber faktisch für lange, lange Zeit nicht.
Wayland soll nur einen Teil von X11 ersetzen, genauer gesagt IPC, Compositing und Input. Das heißt aber nicht, dass X nicht trotzdem sterben wird. Über die Jahre hat man systematisch Teile von X11 ersetzt. 3D-Grafik wird heute am X-Server vorbei per DRI erledigt, Mode setting findet im Kernel statt, Videowiedergabe läuft per VA-API oder VDPAU, Eingabegeräte werden im Kernel per evdev bedient. Gerendert wird auch nicht mehr im X-Server, sondern mit Bibliotheken (Cairo, AGG, Qt, Freetype, Pango und weitere).
D.h. es wird, selbst wenn es sich durchsetzt, erstmal eine Doppel-Lösung sein, die kaum einen Mehrwehrt bringt, stattdessen eine zusätzliche Komplexität.
Es bringt sehr wohl einen Mehrwert, z. B. ermöglicht Wayland endlich Input Redirection, was unter X11 bis heute nicht geht. Wozu man das braucht? Probier mal, mit einem X-Compositor ein Fenster auf die doppelte Größe zu skalieren und dann Input-Events noch korrekt zu verarbeiten -- das geht heute schlicht nicht. Und wenn native Wayland-Clients verwendet werden, funktioniert der ganze Stack einfacher und effizienter. Nicht einmal Deine Behauptung von erhöhter Komplexität im Falle von Legacy-X-Applikationen stimmt. Es läuft im Prinzip genauso wie heute: der X-Client kommuniziert mit dem X-Server, der X-Server mit dem Compositor. Der einzige Unterschied ist, dass der Compositor kein X-Client ist, sondern per Wayland mit dem X-Server kommuniziert.
Da Wayland einige Features von X11 gar nicht supported, wird es wohl auch nie ein vollständiger Ersatz für X11, d.h. in einigen Bereichen wird eine Doppel-Lösung bestehen bleiben.
Mal Butter bei die Fische: Welche Features von X11 sind mit Wayland nicht machbar? Netzwerktransparenz? Klar, das X-Protokoll ist prima für solche Desktops: Keine Farbverläufe, keine Grafiken, Fonts ohne Antialiasing. Für einen modernen Desktop ist es gnadenlos ineffizient, und das weiß auch jeder, der es mal übers Internet genutzt hat. Außerdem ist es problemlos möglich, ein Remote-Rendering-Protokoll über Wayland zu legen. Und das könnte man dann so auslegen, dass es die Features unterstützt, die heutzutage sinnvoll sind, und nicht die, die vor 20 Jahren sinnvoll waren. Und selbst wenn es dazu nicht kommt, ist eine "Pixel-scraping"-Lösung a la VNC X immer noch überlegen, da VNC wenigstens Kompression unterstützt - nicht einmal das tut X11.
Dazu kommt eben das Problem, mit der Grafikkarten-Treiber. Was soll ein System, dass von Nvidia nicht unterstützt wird? Auf Desktop-Systemen wird es daher für lange Zeit nicht laufen. Aber wo denn sonst?
Früher oder später wird Nvidia seine Politik ändern müssen, wenn sie unter Linux nicht den Anschluss verlieren wollen. Ich bin optimistisch, dass es in den nächsten Jahren eine Entwicklung in dieser Richtung geben wird.
Und was ist mit der Zukunft? Der X-Server ist alt, aber auch Wayland wird altern. Wird Waylands Alterung tatsächlich besser skalieren, als das bei X der Fall ist? Wenn sich Wayland nach Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten durchsetzt, wird sich dann durch Wayland die Situation nicht genauso darstellen, wie jetzt durch X?
Die Argumentation ist behämmert. Es ist kaum möglich, die Zukunft vorherzusagen, aber das kann doch kein Argument dafür sein, eine Technologie beizubehalten, die heute schon veraltet ist. Obwohl, wieso heute? Man lese diesen Kommentar von Mike Paquette, einem der Entwickler von Apples Quartz-Technologie. X11 war 2003 schon völlig veraltet.
Also ich persönlich würde mir in diesem elementaren Bereich, einen deutlich ingeneursmäßigeren Ansatz wünschen, statt eben mal was zusammen zu hacken, was im Moment vielleicht gut funktionieren würde.
Kannst Du dieses Gewäsch auch nur _irgendwie_ begründen? Was ist an Wayland nicht "ingeneursmäßig" (sic)? Mir scheint, Du hast einfach keine Ahnung, worüber Du hier redest.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 12. Feb 2012 um 22:29.
Nicht einmal Deine Behauptung von erhöhter Komplexität im Falle von Legacy-X-Applikationen stimmt. Es läuft im Prinzip genauso wie heute: der X-Client kommuniziert mit dem X-Server, der X-Server mit dem Compositor. Der einzige Unterschied ist, dass der Compositor kein X-Client ist, sondern per Wayland mit dem X-Server kommuniziert.Mal Butter bei die Fische: Welche Features von X11 sind mit Wayland nicht machbar? Netzwerktransparenz? Klar, das X-Protokoll ist prima für solche Desktops: Keine Farbverläufe, keine Grafiken, Fonts ohne Antialiasing. Für einen modernen Desktop ist es gnadenlos ineffizient, und das weiß auch jeder, der es mal übers Internet genutzt hat.
Außerdem ist es problemlos möglich, ein Remote-Rendering-Protokoll über Wayland zu legen. Und das könnte man dann so auslegen, dass es die Features unterstützt, die heutzutage sinnvoll sind, und nicht die, die vor 20 Jahren sinnvoll waren. Und selbst wenn es dazu nicht kommt, ist eine "Pixel-scraping"-Lösung a la VNC X immer noch überlegen, da VNC wenigstens Kompression unterstützt - nicht einmal das tut X11.Früher oder später wird Nvidia seine Politik ändern müssen, wenn sie unter Linux nicht den Anschluss verlieren wollen. Ich bin optimistisch, dass es in den nächsten Jahren eine Entwicklung in dieser Richtung geben wird.Die Argumentation ist behämmert. Es ist kaum möglich, die Zukunft vorherzusagen, aber das kann doch kein Argument dafür sein, eine Technologie beizubehalten, die heute schon veraltet ist. Obwohl, wieso heute? Man lese diesen Kommentar von Mike Paquette, einem der Entwickler von Apples Quartz-Technologie. X11 war 2003 schon völlig veraltet.Kannst Du dieses Gewäsch auch nur _irgendwie_ begründen? Was ist an Wayland nicht "ingeneursmäßig" (sic)? Mir scheint, Du hast einfach keine Ahnung, worüber Du hier redest. Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 12. Feb 2012 um 22:29.