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So, 18. Juni 2000, 21:06

Software::Multimedia

Freies Audio-Format als Alternative zu MP3

Viele glauben vielleicht, daß das populäre MP3-Format frei ist, da ja die Spezifikation und eine Referenz-Implementierung als Quellcode erhältlich sind.

Doch in Wirklichkeit ist das Format vom Münchner Fraunhofer-Institut patentiert, das die Lizenz an Thomson Multimedia vergeben hat, um die Lizenzgebühren zu kassieren.

Diese Lizenzgebühren übersteigen schon jetzt für einige Firmen die Schmerzgrenze, und ab nächstes Jahr soll es noch schlimmer werden, wenn auch Internet-Rundfunkstationen abkassiert werden sollen.

Daher ist es nicht weiter verwunderlich, daß es mindestens zwei Initiativen gibt, um Alternativen zu entwickeln. Die eine ist das Windows Media Audio Format (WMA) von Microsoft, nachzulesen in dieser News vom 2. Mai. Doch wie man nach dem Patent auf das Videoformat ASF vermuten muß, ersetzt das lediglich die Pest durch die Cholera.

Die zweite Alternative geht von dem Internet-Radio iCast aus. Vorbis ist ein freies Format, dessen Betaversion nächste Woche vorgestellt werden soll. Die ersten Tester waren sehr angetan von den bereits verfügbaren Programmen und Plugins (u. a. ein XMMS-Plugin).

Beide neuen Formate behaupten, nicht nur besser zu komprimieren als MP3, sondern auch Sicherheit zu unterstützen, so daß z.B. ein Handel mit kopiergeschützten Musikdateien möglich wird. Sicher wird WMA es zunächst einfacher haben, als Vorbis, sich zu verbreiten, doch ist zu hoffen, daß das freie Vorbis sich durchsetzt. Sobald es eine stabile Version gibt, sollte das MP3-Format boykottiert werden. Doch vieles hängt auch davon ab, ob die Benutzer bereit sind, MP3 aufzugeben. Denn alle als MP3 verfügbaren Songs müßten in den neuen Formaten neu aufgenommen werden, da das Konvertieren des verlustbehafteten MP3-Formats zu schlechtem Sound führen würde.

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