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Di, 21. Februar 2012, 09:32

Software::Desktop::KDE

KWin will Unterstützung für OpenGL 1.x aufgeben

Der KDE-Entwickler Martin Gräßlin hat in seinem Blog Überlegungen angestellt, die Unterstützung für OpenGL 1.x aus dem Window-Manager KWin zu entfernen. Sehr alte Grafikchips würden eventuell über Software-Rendering weiter unterstützt.

Die Unterstützung älterer Hardware ist laut Gräßlin immer mit Kosten verbunden. Dazu kommt noch das praktische Problem, dass die Entwickler diese Hardware nicht verfügbar haben und möglicherweise auch gar nicht mehr beschaffen können. Firmen wie Apple stellen regelmäßig die Unterstützung für ältere Hardware ein. Das brachte Gräßlin dazu, Überlegungen anzustellen, was diese Unterstützung KWin kostet. Speziell geht es um Chips, deren Treiber nur OpenGL 1.x unterstützen. Solche mit OpenGL ES 2.0 oder neuer sind problemlos, so Gräßlin. Aber für OpenGL 1.x gibt es separaten Code in KWin und X11. Es dürfte sich um tausende von Zeilen handeln, exakte Werte sind schwer zu ermitteln. Diesen Code loszuwerden, würde die Entwickler entlasten.

Wichtig ist für Gräßlin die Unterscheidung zwischen veralteter Hardware und langsamer Hardware - nur erstere ist für KWin ein Problem. Die Mesa-Bibliothek unterstützt inzwischen OpenGL 2 vollständig, und bei Chips, wo das nicht der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass die Hardware dazu nicht in der Lage ist. Alle ATI/AMD-Chips seit dem R300 aus dem Jahr 2002 sind demnach ausreichend, alle Nvidia-Chips ab dem NV40 im Jahr 2004 und alle Intel-Chips seit dem i965 im Jahr 2006 ebenso.

Für Gräßlin ist es unmöglich, für ältere Hardware zu entwickeln, denn dazu bräuchte er ein entsprechend altes System, das er nicht hat. Die weitere Unterstützung von OpenGL 1.x würde demnach erhöhten Wartungsaufwand bedeuten für Code, der von ihm selbst nicht getestet werden kann. Zudem hat OpenGL 1.x keine Zukunft in Wayland oder Qt 5. Andererseits würde die Entfernung der OpenGL 1.x-Unterstützung nicht nur Proteste einiger Benutzer auslösen, sondern auch Probleme mit dem proprietären AMD-Treiber ergeben, der indirektes Rendering nur mit OpenGL 1.x unterstützt. Der freie AMD-Treiber hingegen kann mit OpenGL 2 auch bei indirektem Rendering arbeiten, und für Gräßlin wäre es kein Problem, die Unterstützung für den proprietären Treiber aufzugeben.

Eine Lösung könnten die llvmpipe-Treiber in Mesa sein. Es handelt sich dabei um eine neue Software-Rendering-Lösung, die auch auf alter Hardware die Kompatibilität zu OpenGL Es 2.0 herstellen kann. Gräßlin will sich diesen Treiber demnächst näher ansehen, und wenn er ausreichend schnell läuft, würde er gern OpenGL 1.x aus KWin verbannen. Von llvmpipe ist allerdings generell keine hohe Geschwindigkeit zu erwarten, da die ganze Arbeit der CPU aufgebürdet wird. Allerdings ist in älterer Hardware auch die CPU generell langsamer als in aktuellen Systemen.

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