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Thema: Doch keine Zunahme des Linux-Anteils auf dem Desktop?

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Von squirrel am Di, 6. März 2012 um 23:24 #

Ich kann diesen Schwachsinn von wegen "zu wenig Entwickler" nicht mehr hören!

Ach tatsächlich? Hast du darüber auch wirklich mal nachgedacht? Du sagst ja selbst, dass KDE4 für dich nicht gut genug ist, u.a. auch wegen der mangelnden Stabilität. Jetzt sitzen die meisten Entwickler von KDE an KDE4. Und dennoch ist auch KDE4 nicht frei von Bugs, was du in deinem Kommentar ja mehr als Verständlich gemacht hast. Und welche Entwickler sollen dann noch die älteren Version von KDE weiter supporten, wenn schon nicht genügen für KDE4 da sind? Vor allem weil der größte Teil der Entwickler der Desktop-Oberflächen es ja auch noch in ihrer Freizeit machen. Du scheinst dir noch nicht einmal im Grundsatz Gedanken darüber gemacht zu haben, dass nicht genügend Entwickler da sind. Aber hauptsache es mal als Schwachsinn abgetan.

Wenn alle Entwickler von Gnome, KDE, Xfce, lxde, ... zusammen an _einem_ Desktop arbeiten würden, ja, dann wären sicher genügend Entwickler vorhanden. Auch für ältere Versionen. Aber das ist unmöglich, auch wenn du es dir möglicherweise wünschst. Es gibt eben niemandem, der bei diesen OpenSource-Anwendungen anderen vorschreiben kann, was sie zu tun haben und was nicht. Es wird immer Abspaltungen und Forks geben, weil ein Teil der Entwickler andere Vorstellungen hat und diese auch umsetzen will.

KDE3.5 hat wunderbar funktioniert und ist noch immer besser als KDE4

Da kann man ganz unterschiedlicher Meinung sein. Ich Akzeptiere deine Meinung und glaube dir auch, dass du mit KDE4 nichts anfangen kannst. Aber du solltest ebenso andere Meinungen akzeptieren, dass man mit KDE4 (inzwischen) sehr wohl auch ganz gut Arbeiten kann. Auch für mich ist KDE4 weit fernab von perfekt, aber bei weitem nicht so Schlimm wie es von diversen Leuten behauptet wird. Ich bin jedenfalls zufrieden damit. Und nein, meine Anforderungen an einen stabilen Desktop sind sicher nicht geringer als deine. Ich würde sonst nicht tagtäglich damit arbeiten. Was glaubst du was ich von meinem Chef oder von den Arbeitskollegen für ein Ständchen vorgehalten bekommen würde, wenn ich bei meiner täglichen Arbeit durch einen instabilen Desktop gestört werden würde? Glaubst du wirklich ich würde dann so einen Desktop noch verwenden?

Für KDE4 wurde single-sign-on versprochen (also ein Passwort für User und kwallet) und sie haben es NOCH IMMER NICHT gebacken. Das war das einzige Feature was mich interessiert hat. Wirklich *ALLES* andere (durchscheinende Fenster, drehbare Fenster, usw.) interessiert mich überhaupt nicht, im Gegenteil.

Auch ich habe keine durchscheinende Fenster. Und der Desktop dreht sich bei mir auch nicht. Dafür verwende ich aber z.B. die Activities in Verbindung mit diversen Plasmoiden. Und das je nachdem was ich gerade mache. Eine Aktivität für die Arbeit, eine für zu Hause, eine für mein laufendes Fernstudium zum Master.

Wenn ich Arbeite, dann sehe ich auf meinem Desktop zwei Plasmoide mit einem Ordner für den Eclipse-Workspace und einem für temporäre Dateien. Daneben ein Plasmoid, bei dem ich jeden Morgen immer die Termin-Übersicht für den aktuellen und den nächsten Tag bekomme (Meetings, etc...). Zudem bekomme ich über ein weiteres Plasmoid auch den Status Und das wird mir auf dem Notebook-Bildschirm angezeigt, während ich im Büro auf einem angeschlossenem 24" Monitor Arbeite. Und Dolphin, sowie auch alle Programme die die Favoriten/Orte als Seitenleiste anzeigen, zeigt mir die Verknüpfungen bzw. Netzlaufwerke für das Büro an.

Wenn ich zu Hause bin, schalte ich on-the-fly zu meiner "Home"-Aktivität um. Dort habe ich einen leeren Desktop ohne Plasmoide. Und weil ich zu Hause in Dolphin & Co. nicht die Verknüpfungen der Netzlaufwerke und Ordner von der Arbeit benötige, werden sie mir in dieser Aktivität auch nicht angezeigt. Dafür bekomme ich zu Hause andere Verknüpfungen angezeigt, wie z.B. die von meinem NAS oder einem Filme/Fotos - Ordner. Und diese Verknüpfungen werden mir auch wiederum nicht bei meiner Arbeits-Aktivität angezeigt, da ich sie im Büro ja nicht benötige. Und wenn ich zu Hause Arbeiten will, kann ich natürlich auch innerhalb einer Sekunde jederzeit wieder umschalten.

In meiner Aktivität für das Studium bekomme ich auch zwei Plasmoide angezeigt. Zum einen einen für die eBook-Sammlung, und dann noch einen für die Dateien für das Studium. Und das gute an den Aktivitäten ist ja, dass man die jederzeit pausieren und wieder starten kann. Die in der Aktivität geöffneten Programme werden dann beim pausieren auch entsprechend beendet. Aber das Session-Management merkt sich genau, welche Programme geöffnet waren, und an welcher Position. Und Dolphin merkt sich z.B. auch das zuvor geöffnete Verzeichnis, und zeigt es dann auch entsprechend wieder an. Ich kann also jederzeit meine Arbeit beim Studium (oder beliebig anderes) unterbrechen, mit dem Computer etwas anderes machen. Sowie ich wieder etwas für das Studium machen will, starte ich die Aktivität einfach wieder. Und dann werden bei mir auch die zuletzt geöffneten eBooks wieder automatisch geöffnet und auch das Dokument, in dem ich zuletzt etwas geschrieben hatte. Und vor allem kann ich das auch Ad-Hoc mal auf der Arbeit im Büro machen.

Und ich kenne keinen anderen Desktop, der mir eine ähnliche Funktion bieten kann, auch nicht KDE 3.5. Für mich sind die Aktivitäten eine tolle Funktionalität, um meine Welten (Arbeit, zu Hause, Studium) bequem voneinander trennen zu können. Leider fehlt bei vielen KDE-Anwendungen noch die Integration der Aktivitäten (z.B. in KMail, Kopete/K-Telepathy). Es ist aber auch heute schon eine nützliche Funktion.

Und nun muss ich mir aber vorsagen lassen, dass KDE4 keine echte Vorteile bietet? Und das obwohl es bei mir zwar nicht 100% perfekt, aber weit mehr als ausreichend stabil läuft. Und zudem auch noch Funktionen biete, die es woanders nicht gibt? Na dann muss ich bisher ja geträumt haben.

Wann kommt endlich ein Chef einer Distribution, der genügend Eier in der Hose hat um diesen elendiglichen, schwachsinnigen, hirnrissigen Wettlauf um immer die letzte Version von allem zu haben ignoriert und einfach nur ein stabiles Linux rausbringt?

Vielleicht hast du ja Glück, und Mark Shuttleworth ist genau so ein Chef den du suchst. Denn mit deren eigenen Desktop sind sie ja nicht auf externe Entwicklungen (KDE, Gnome) angewiesen. Die können nun also selbst bestimmen, wie lange sie ihren alten Desktop supporten. Für die neugierigen Home-User gibt es die gewohnten Release-zyklen mit neuen Versionen, und für die Leute wie dich eine LTS-Version, bei der auch der Desktop noch supported wird. Vielleicht wäre Ubuntu Business ja was für dich. Ich kenne es allerdings nicht, da ich Ubuntu überhaupt nicht verwende.

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