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Do, 8. März 2012, 08:24

Software::Emulatoren::Wine

Wine 1.4 erschienen

Das Wine-Team hat nach zwanzigmonatiger Entwicklungszeit Wine, die freie Laufzeitumgebung für Windows-Programme, in der Version 1.4 veröffentlicht. Wine 1.4 enthält über 16.000 Änderungen und ist dem im Mai 2011 verstorbenen Entwickler Gé (Greg) van Geldorp gewidmet, der den Wine Testbot beisteuerte.

Wine HQ

Zu den wichtigsten Neuerungen in Wine 1.4 gehören eine neue Grafik-Engine für geräteunabhängige Bitmaps (DIB), ein überarbeiteter Audio-Stack und vollständige Unterstützung für bidirektionale Text- und Zeichendarstellung.

Das DIB-Rendering muss jetzt nicht mehr über den X-Server abgewickelt werden, wodurch Wine schneller wurde. Die DIB-Engine kann zudem als Fallback-Implementierung für primitive Grafikoperationen eingesetzt werden, unterstützt alle Farbformate und ist nicht mehr auf die Farbauflösung des Monitors begrenzt. Im Grafikbereich sind viele weitere Verbesserungen eingeführt worden. Jetzt werden unter anderem individuelle gestrichelte Linien unterstützt, Gradienten auf Geräten mit geringer Farbtiefe nutzen Dithering für ansehnlichere Darstellungen und die Qualität von PostScript-Ausgaben wurde deutlich verbessert.

Der Audiostack in Wine 1.4 basiert auf dem Vista-Modell und nutzt zu großen Teilen die MMDevAPI-Bibliothek. Die Audio-Subsysteme Jack, NAS, AudioIO, ESD und OSS3 werden nicht mehr unterstützt. Die Audio-Konfiguration wählt jetzt automatisch geeignete Treiber, so dass Anwender hier auf eine manuelle Konfiguration verzichten können. Wine greift vermehrt auf das GStreamer-Framework zurück, so dass alle Audio- und Video-Formate mit einem verfügbaren GStreamer-Codec wiedergegeben werden.

Wine kann besser mit Eingabegeräten wie Maus und Joystick umgehen. Der integrierte Internet-Explorer bekam eine aus Menü, Adresszeile, Werkzeugzeile und Konfigurations-Dialog bestehende Nutzer-Schnittstelle. VBScript wird vollständig unterstützt und der Gecko-basierte Webbrowser kann ActiveX-Inhalte anzeigen. Die Direct3D- und DirectDraw-Unterstützung wurden ausgebaut und schneller.

Die neue Version der freien Windows-Laufzeitumgebung spielt mit vielen neuen Anwendungen zusammen, darunter beispielsweise Microsoft Office 2010. In der DOSbox lassen sich DOS-Anwendungen auf Maschinen ausführen, die keinen vm86-Modus mitbringen. Der Installer wurde an die Anforderungen verschiedener Service Packs angepasst und erlaubt Rollbacks gescheiterter Anwendungs-Installationen. Wine kann jetzt auf ARM-Architekturen kompiliert werden und nutzt neben HAL auch den UDisks-Service. Viele neue integrierte Anwedungen wie cabarc, wscript, taskkill, ipconfig, explorer oder winemsibuilder erleichtern die Arbeit mit Wine. Alle wichtigen Änderungen sind in den Veröffentlichungsnotizen aufgeführt.

Wine steht unter der LGPL 2.1. DIe Version 1.4 ist als Quelltext und Binärpaket für viele Distributionen auf der Download-Seite des Projekts erhältlich.

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