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Mo, 12. März 2012, 19:40

Software::Distributionen::Debian

Debian-Projektleiterwahl beginnt

Bei der anstehenden jährlichen Debian-Projektleiterwahl haben drei Kandidaten fristgerecht ihre Bewerbung eingereicht. Der amtierende Projektleiter Stefano Zacchiroli kandidiert erneut und dürfte gute Chancen für eine dritte Amtszeit haben.

Software in the Public Interest (SPI)

Im letzten Jahr war die Wahl des Debian-Projektleiters reine Formsache: Gegen Stefano Zacchiroli, der ein erfolgreiches erstes Jahr als Projektleiter absolviert hatte, wollte niemand antreten. Prompt wurde der Italiener für eine zweite Amtszeit gewählt. Auch dieses Mal scheint es, als sei die Debian-Gemeinschaft mit seiner Arbeit sehr zufrieden.

Die beiden Gegenkandidaten zu Zacchiroli sind Wouter Verhelst, Mitorganisator der Konferenz FOSDEM, und Gergely Nagy, einer der Entwickler von syslog-ng bei BalaBit. Dies teilte Debian-Projektsekretär Kurt Roeckx mit. Verhelst kandidierte bereits zweimal vergeblich, Nagy einmal im Jahr 2004, allerdings nur als Parodie.

Verhelst schreibt in seiner Wahlplattform, dass der DPL nicht nur administrativ tätig sein sollte, sondern auch eine Vision für das Projekt entwickeln sollte. Deren Fehlen kritisiert er an Zacchiroli, dem er ansonsten eine sehr gute Amtsführung attestiert. Seine eigene Vision ist allerdings auch nicht revolutionär, zumal die Befugnisse des Projektleiters ohnehin nicht für tiefgreifende Änderungen ausreichen. Er will dafür sorgen, dass Debian ein einladendes Projekt für die Entwicklung freier Software bleibt. Außerdem will er dem immer noch verbreitenden Eindruck entgegenwirken, dass die Software in Debian veraltet und altmodisch sei. Dies sei schon seit fünf Jahren nicht mehr der Fall.

Die Wahlplattform von Gergely Nagy zeichnet ein positives Bild von Debian. Viele Ziele wurden erreicht oder sind in Arbeit. Eines der andauernden Probleme sind nach seiner Ansicht die chronisch unterbesetzten Kernteams von Debian. Sein Ziel sei, mehr Leute dazu zu motivieren, dass sie mit Leidenschaft dabei sind. Generell will er die Anwerbung von neuen Mithelfern verbessern, besonders aber Leute motivieren, an den wenig geliebten zentralen Stellen von Debian mitzuwirken.

Zacchiroli, mittlerweile Assistenzprofessor in Paris, will laut seiner Wahlplattform Debian ein weiteres Jahr dienen. Er habe ausreichend Energie dafür. Was in seiner Amtszeit gar nicht funktioniert habe, war sein Bestreben, mehr Leute für Aufgaben zu gewinnen, die sie anstelle des DPL ausführen können, und sie damit an eine Kandidatur heranzuführen. Wahrscheinlich sei auch sein Versuch, die Arbeit als DPL umfassend zu dokumentieren, nicht gut genug gewesen. Dies wolle er weiter verbessern. Er legt dann ausführlich seine Visionen und Pläne dar, die sich seit letztem Jahr nach seinen Angaben nicht wesentlich geändert haben. Es soll leichter werden, zu Debian beizutragen, die gemeinschaftliche Wartung von Paketen soll gestärkt werden, mehr persönliche Treffen sollen stattfinden, und die Zusammenarbeit mit abgeleiteten Distributionen soll weiter verbessert werden.

Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien der Politik des Projektes und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er kann vielerlei Aufgaben delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

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