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Mi, 4. April 2012, 09:30

Software::Kernel

Kernel-Jahresbericht der Linux Foundation

Die Linux Foundation hat die Entwicklungsaktivitäten des Jahres 2011 am Linux-Kernel bis zur Version 3.2 in ihrem neuesten Bericht zusammengefasst.

Larry Ewing

Die Linux Foundation hat einen aktualisierten Bericht (PDF) über die Entwicklung des Kernels vorgelegt. Desweiteren hat sie ein Video publiziert, das die Kernel-Entwicklung in Animationen veranschaulicht.

Der Bericht schließt sich an den Jahresbericht 2010 an, der bereits im Dezember 2010 erschienen war. Die Autoren des Berichtes waren wie schon zuvor Amanda McPherson von der Linux Foundation, Jonathan Corbet von LWN.net und Greg Kroah-Hartman, Fellow der Linux Foundation. Die Statistiken geben den interessierten Lesern einen Einblick in das Entwicklungsmodell des Kernels.

Der Bericht umfasst die Linux-Kernel 2.6.36 bis 3.2, die zwischen Oktober 2010 und Januar 2012 erschienen sind. Detailliert geben die Autoren an, wieviele Patches und geänderte Zeilen in jede Version seit Linux 2.6.11 eingeflossen sind, in welchen Zeitabständen neue Versionen und Updates veröffentlicht werden, und wer die Hauptautoren der Änderungen sind. Die Autoren lassen sich, mit einigen Einschränkungen, auch Firmen zuordnen. Während weiterhin Red Hat, Intel, Novell und IBM die größten Beiträge leisten, haben andere Unternehmen ihre Beteiligung erhöht. Selbst Microsoft ist nach Auffassung der Linux Foundation dabei, sich anzupassen. Durch Beiträge, die die Interoperabilität und Leistung von Linux unter dem Hypervisor Hyper-V erhöhen, erreichte Microsoft den 17. Platz unter den beteiligten Unternehmen.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit hat sich in letzter Zeit erhöht. Während die Anzahl der Patches zwischen zwei Versionen seit Linux 2.6.24 um die 10.000 liegt, verringerte sich der Zeitraum zwischen zwei Versionen im letzten Jahr auf um die 70 Tage, wobei Linux 3.1 mit 95 Tagen eine Ausnahme bildete. Im Durchschnitt wurden seit Linux 2.6.36 jede Stunde 5,64 Patches eingebracht, mit Linux 3.2 wurde ein Rekord von 6,88 erreicht. Mit diesen Zahlen wird die eigentliche Aktivität aber noch stark unterbewertet, denn viele Patches gehen durch mehrere Zyklen von Vorstellung, Review, Verfeinerung und Test in verschiedenen Kernel-Zweigen. Viele Patches gelangen erst gar nicht in den Kernel, sondern werden zugunsten alternativer Lösungen verworfen.

Die Kernel-Größe ist in den letzten fünf Jahren stetig gewachsen und hat jetzt 15 Mio. Zeilen überschritten. Ständig kommen neue Features und Treiber hinzu, während so gut wie nie etwas entfernt wird. Nur eine Kernel-Version war je kleiner als ihr Vorgänger (2.6.36), und nur einmal (2.6.39) wurde die Anzahl der Dateien kleiner.

Seit 2005 wurden Beiträge von mehr als 7800 Entwicklern von über 800 Unternehmen registriert. 75% der Entwicklung wird von Unternehmen bezahlt. Eine große Zahl von Freiberuflern und individuellen Entwicklern, die möglicherweise in ihrer Freizeit mitarbeiten, existiert immer noch und trägt in der Summe fast 25% bei, auch wenn die einzelnen Beiträge meist klein sind. Aus dem akademischen Umfeld kommen nur 1,3% der Beiträge. Der Entwickler mit den meisten individuellen beigetragenen Patches im Berichtszeitraum war Mark Brown, Treiberentwickler bei Wolfson, gefolgt von Thomas Gleixner, dem Hauptverantwortlichen für die Echtzeit-Patches.

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