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Fr, 13. April 2012, 11:48

Software::Distributionen::Mandriva

Mandriva sucht Feedback

Der Linux-Distributor Mandriva bricht nach langer Zeit sein Schweigen und kündigt die Bekanntgabe einer neuen Strategie nach der Hauptversammlung am 30. April an.

Mandriva

Annähernd drei Monate lang war von Mandriva nichts zu hören, doch die jetzt erfolgte Mitteilung des Unternehmens enthält auch keine neuen Aufschlüsse. Vielmehr kündigt sie lediglich an, dass am 30. April die lang erwartete Hauptversammlung der Aktionäre stattfinden wird, bei der SARL Linlux (mit 42% der Anteile) und ROSALab (mindestens 50%) dominieren werden. Ein Kommentar zur Funkstille der letzten Zeit und zur Strategie der nächsten zwölf Monate, die nach der Hauptversammlung verkündet werden soll, wird nicht gegeben. Stattdessen wird die Gemeinschaft der Mandriva-Anwender und -entwickler aufgefordert, dem Unternehmen ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Motivationen mitzuteilen.

Offenbar weiß Mandriva, nachdem ein Großteil der Gemeinschaft zu Mageia abgewandert ist, überhaupt nicht, wer noch zur Gemeinschaft gehört und was die verbliebenen Anwender wünschen. Als sicher kann gelten, dass es auch heute noch Beitragende aus der Gemeinschaft gibt, die Mandriva treu geblieben sind. Wie aus den Kommentaren zur Meldung herauszulesen ist, wurde die Distribution trotz aller Turbulenzen unvermindert weiterentwickelt und besitzt immer noch ein deutlich größeres Paket-Repositorium als Mageia.

Bis zur Hauptversammlung am 30. April bleibt daher vieles unklar. Nachdem Mandriva Anfang Januar 2012 nach eigenen Angaben kurz vor der Insolvenz stand, konnte die Finanzierung wohl kurzfristig doch noch gesichert werden. Jedenfalls wurde der Gang zum Konkursrichter vertagt und ist bis heute nicht erfolgt. Die Zukunft des Unternehmens kann nur in einer stärkeren kommerziellen Ausrichtung liegen, um gesicherte Einnahmen zu erzielen. Dabei dürfte es Mandriva schwierig werden, die Entwicklung der Distribution vollständig selbst zu leisten, was auch der Grund für den Appell an die Gemeinschaft sein dürfte. Ob es vielleicht doch wieder zu einer Zusammenarbeit mit Mageia kommt, wie von einigen Kommentatoren angeregt, bleibt abzuwarten.

In der Zwischenzeit ist der Hauptinvestor von Mandriva, die russische ROSALab, mit einer neuen Version der ROSA-Distribution vorgeprescht. Das Unternehmen hatte schon mit ROSA 2011 eine eigene Distribution auf der Basis von Mandriva herausgebracht, wobei der Schwerpunkt wohl auf Russland liegt. Jetzt steht eine Betaversion von ROSA Marathon 2012 zum Download bereit, diese Version wird laut der Ankündigung fünf Jahre lang unterstützt und somit auch als kommerzielles Produkt interessant. Nach eigenen Angaben ist ROSALab vollständig unabhängig von Mandriva, mit eigenen Servern, und nur den russischen Gesetzen unterworfen. Dies soll zu mehr Fortschritt führen, als es in anderen europäischen Ländern möglich wäre. Ende April soll ROSA Marathon 2012 offiziell erscheinen, und es wird unter anderem KDE SC 4.8.2 und Firefox 10 enthalten.

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