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Di, 8. Mai 2012, 11:01

Software::Distributionen::Chrome

Linus Torvalds äußert sich über Chrome OS mit Aura Desktop

Wenn Linus Torvalds hustet, überschlägt sich die Blog-Szene. Laut seinem Eintrag auf Google+ vom 1. Mai hat sich Torvalds anlässlich des Erwerbs eines der ersten Chrome Books etwas intensiver mit der neusten Version von Googles Chrome OS mit Aura Window Manager auseinandergesetzt.

Google Chrome OS mit Aura Window Manager

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Google Chrome OS mit Aura Window Manager

Nachdem sich Torvalds in der Vergangenheit mehrfach kritisch über Gnome 3 geäußert hatte, sorgen solche - an sich unbedeutenden - Blog-Einträge für reges Interesse in der Gemeinschaft. Jedenfalls ist der Blog-Eintrag durchzogen von ironischen Seitenhieben auf Gnome 3. Seine allgemein bekannte Gnome-Ablehnung im Kontext erster Gehversuche mit Chrome OS aber als Seligsprechung für Chrome OS zu verkaufen, wie es die Blog-Szene in diesem Tagen tut, geht deutlich zu weit, denn auch in Bezug auf Google ist sein Blog-Eintrag nicht frei von Ironie und Kritik. Torvalds äußert sich allenfalls freundlich und interessiert zur neuen Chrome OS-Version mit Aura Window Manager, mit der Google bekanntlich versucht, seinem eigentlich als reines Web-OS konzipiertes Betriebssystem mit Taskleiste, Systray und Desktop etwas mehr Desktop-Feeling zu verleihen, auch wenn Chrome OS im neuen Look nach wie vor als Vehikel zum Starten von Web-Anwendungen in der Google Cloud dient.

Torvalds schreibt in seinem Blog, dass der Chrome Book bei ihm zuhause als Gemeinschafts-Computer in der Küche hauptsächlich die Funktion eines Familienkalenders übernehme, wozu sich Google Calendar anbiete. Eigentlicher Anlass des Blog-Eintrages war aber seine spontane Entscheidung, auf dem Gerät das neue Chrome OS mit Aura Window Manager auszuprobieren.

Google arbeitet seit einigen Monaten daran, Chrome OS mit einem neuen Window Managers namens Aura mehr Flexibilität zu spendieren. Die »Aura Shell« ist laut einem Eintrag in Googles Operationg System Blogs seit kurzem in den aktuellen Entwickler-Builds von Chrome OS enthalten und soll dafür sorgen, dass Chrome OS einem Desktop-Betriebssystem wie Linux, Windows oder Mac OS X ähnlicher wird, indem es jetzt über Task- und Systemleiste und Desktop verfügt. Außerdem kann der Nutzer der Aura Shell einzelne Browser-Fenster minimieren, maximieren oder gar nebeneinander anordnen und so mehrere (Web)Anwendungen gleichzeitig nutzen. Faktisch dient Chrome OS mit oder ohne Aura aber nur dem schnellen Zugriff auf Web-Anwendungen. Im Unterschied zu bisherigen Versionen kann der Nutzer jetzt aber auf dem Desktop Verknüpfungen zu ausgewählten Google-Diensten anlegen, Hintergrundbilder anzeigen oder mit Hilfe der Taskleiste zwischen mehreren geöffneten Fenstern wechseln. Optisch erinnert Aura auf ersten Screenshots mit seinen Transparenzeffekten durchaus etwas an Windows 7. Am Grundkonzept von Chrome OS hat sich also nichts geändert. Altmodisches, wie das Installieren von Software, kennt das Web-Betriebssystem nicht. Allerdings gibt es im Chrome Web Store eine Reihe von Apps und Erweiterungen. Diese versteht Google als Kreuzung zischen lokalem Mini-Programm und Web-Dienst. Chrome OS öffnet solche Erweiterungen stets in einem neuen Tab, stellt sie aber anders dar als Webseiten.

Torvalds' erster Eindruck von Chrome OS mit Aura sei, obwohl er nach einigen Angaben kaum mehr als ein wenig mit dem System herumgespielt habe, als Desktop-System gar nicht schlecht; er kenne schlechtere. Unschwer zu erraten, dass der Seitenhieb auf Gnome 3 abzielt. Immerhin verwirkliche Chrome OS so radikale Ideen wie das einfache Starten von Anwendungen per Maus, Dinge, welche die Gnome-Entwickler als zu verwirrend für den Anwender einstufen und daher wegoptimiert haben, was den gesamten Startvorgang via Gnome Shell aus Torvalds' Sicht unbrauchbar macht. Wenn das Chrome Boook irgendwann noch ein Terminal bekomme, mit deren Hilfe sich eine Entwicklungsumgebung installieren ließe, könne es durchaus brauchbar sein, etwa wie ein Laptop. Immerhin scheint nach Torvalds' Ansicht der neue Ansatz in Aura, einerseits als traditioneller Window-Manager zu fungieren, andererseits Web-Anwendungen ohne erkennbares Browser-Framework im Vollbild laufen zu lassen, durchaus zukunftsfähig zu sein.

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