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Mo, 21. Mai 2012, 12:59

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.4 veröffentlicht

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel 3.4 freigegeben. Beachtlich ist diesmal der relativ kurze Entwicklungszeitaum von 63 Tagen gegenüber der Vorversion.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Trotz kurzer Entwicklungszeit bringt der Kernel 3.4 Neuerungen im üblichen Umfang, davon ein beträchtlicher Anteil bei den Grafiktreibern für Nvidia-, AMD- und Intel-Chips. Ferner soll das neue »x32-ABI« den Overhead von 64-Bit-Code beim Ausnutzen der Vorteile von 64-Bit-Prozessoren reduzieren und das neue Btrfs-Dateisystem schneller werden. Darüber hinaus kann das neu in den Kernel aufgenommene Security-Modul »Yama«, ähnlich wie seit Kurzem auch SELinux, Prozessen verbieten, mit Hilfe des Funktionsaufrufs Ptraceden Speicher anderer Prozesse zu analysieren.

Mit Hilfe des neuen x32-ABI können dafür kompilierte 32-Bit-Programme bei für x64-Bit übersetzten Kerneln auf deren 64-Bit-Register zugreifen, ohne dafür echte 64-Bit-Zeiger verwenden zu müssen, was weniger Arbeitsspeicher benötigt, für viele Aufgaben aber ausreicht. Weitere Neuerungen gab es in den Bereichen Virtualisierung und Storage. So kann KVM im Kernel 3.4 beispielsweise PCI-2.3-Geräte an den Gast durchreichen. Ein neuer Treiber für das SCSI-Subsystem ermöglicht zusammen mit der gleich lautenden Qemu-Unterstützung eine Datenträgeremulation, die den Datenverkehr zwischen Gast und Host gegenüber dem bisherigen »Virtio-Blk«-Treiber mit weniger Overhead regelt, besser skaliert und flexibler und einfacher zu handhaben ist. Im Bereich Storage haben die Entwickler eine Reihe von Verbesserungen bei der Fehlerbehandlung von Btrfs vorgenommen und außerdem die Geschwindigkeit verbessert.

Ferner gab es zahlreiche Neuerungen bei einzelnen Treibern. So unterstützt etwa der »Broadcom«-WLAN-Treiber jetzt auch die USB-Chips Bcm43235/6/8, der Ralink-Treiber »rt2x00« den WLAN-Chipsatz RT5372 und der Realtek-Treiber »rtl8187« bietet ab sofort Ad-Hoc-Unterstützung. Auch bei den zahlreichen Treibern für DVB gab es viele Änderungen, sowie einen komplett neuen Treiber für DVB-T-Hardware mit dem Realtek-Chip RTL2831U.

Die weitaus meisten Neuerungen betreffen aber die Grafiktreiber für Nvidia-, Intel- und AMD-Chips. Das Erweitern des Nouveau-Treibers im Kernel mit rudimentärer Unterstützung für Nvidias GeForce GTX 680 erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Nvidia mit der Vorstellung der neuen Karte den Generationswechsel auf die Kepler-Architektur vollzogen hatte. Es dürfte allerdings noch einige Zeit dauern, bis die großen Distributionen volle Unterstützung für Nvidias GeForce GTX 680 bieten, weil neben der erforderlichen Kernel-Aktualisierung im Moment noch eine freie Firmware fehlt. Der DRM-Treiber für Radeon-Chips unterstützt jetzt die Grafikkerne »Southern Islands« (SI) und damit die Grafikchips »Tahiti«, »Pitcairn« und »Verde«, sowie der »Trinity«-Familie (TN). Letzterer ist der Codename für AMDs erst im Mai vorgestellte CPUs mit Grafikkern, die als Nachfolger der Llano-CPUs (Serie A) gedacht sind, welche bei PCs und Notebooks der unteren Preisklasse zum Einsatz kommen. Von den Intel-Entwicklern gab es vor allem einen Patch, mit dessen Hilfe der Kernel 3.4 die Stromspartechnik »RC6« von Intels Sandy-Bridge-Prozessoren mit Grafikkern standardmäßig benutzt. Darüber hinaus besitzt der Kernel jetzt einen einfachen DRM-Treiber namens »udl«, der das »DisplayLink«-Protokoll versteht, das bei USB-Monitoren zum Einsatz kommt. Ebenfalls neu ist die Aufnahme des Prime/Dma-Buf-Frameworks, mit dessen Hilfe GPUs ohne großen Overhead Daten direkt austauschen können, was in Zukunft eine Unterstützung für zur Laufzeit zuschaltbare Grafikchips ermöglichen soll.

Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen; auf dem FTP-Server wird die Liste offenbar nicht mehr regelmäßig abgelegt. Die Seite Kernelnewbies.org hat eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlicht. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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