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Di, 22. Mai 2012, 09:47

Software::Büro

Rob Weir: OpenOffice ist auferstanden

Rob Weir, ODF-Spezialist von IBM und Mitglied von Apache OpenOffice, sieht trotz einer Ausrichtung auf Unternehmensanforderungen und Stabilität aufregende Neuerungen auf OpenOffice zukommen.

openoffice.org

Wenige Tage nach der Freigabe von Apache OpenOffice 3.4 führte die Webseite Unixmen ein Interview mit Rob Weir, dem Vorsitzenden des Technischen Komitees für ODF bei OASIS. Weir ist bei IBM beschäftigt und arbeitete an ODF und Lotus Symphony. Bevor er durch die Übernahme von Lotus zu IBM kam, arbeitete er bereits an der damaligen Lotus SmartSuite mit. Nachdem OpenOffice.org von Oracle an die Apache Foundation übertragen wurde, ist Weir auch an den Projekten Apache OpenOffice und Apache ODF Toolkit beteiligt. Innerhalb dieser Projekte arbeitet er gern an verschiedenen Dingen, zuletzt unter anderem an der Veröffentlichung von Sicherheitshinweisen zu den in Version 3.4 geschlossenen Sicherheitslücken.

Im Interview beschreibt Weir zunächst die Gründung des Apache-OpenOffice-Projekts und die Vorgehensweisen von Apache. Noch ist OpenOffice kein offizielles Apache-Projekt, sondern befindet sich noch im Incubator. Weir zeigt sich begeistert von Apache, wo OpenOffice in jedem Fall weiterleben wird, anders als die Lotus-SmartSuite, die als proprietärer Code schließlich von der Bildfläche verschwand.

Apache OpenOffice hatte laut Weir anfangs rund 100 Mitarbeiter, die alle aus der früheren OpenOffice-Gemeinschaft kamen. Seit der Freigabe von Apache OpenOffice 3.4 (AOO) seien weitere Mitarbeiter, insbesondere Übersetzer, zurückgekommen. Die Frage, warum man AOO statt LibreOffice einsetzen sollte, beantwortet Weir nicht direkt. Mehr Auswahl sei gut, meint er, da wohl kaum ein Projekt die Interessen aller Anwender befriedigen könne. Monolithische Projekte mit vielen Entwicklern seien nicht das Ideale oder die einzige Möglichkeit, viele Benutzer zufriedenzustellen.

Weir sieht bereits jetzt eine rege Zusammenarbeit zwischen AOO und LibreOffice, sie könnte allerdings noch verbessert werden. Zusammenarbeit wird bereits bei den Sicherheitskorrekturen praktiziert, was aber nicht sichtbar ist, da sie notwendigerweise auf privaten Mailinglisten stattfindet. Die Zusammenarbeit findet auch an beim Open Document Format (ODF)-Standard statt. Das Support-Forum von AOO unterstützt laut Weir sowohl AOO als auch LibreOffice und wird von Benutzern beider Suiten frequentiert. Einige Entwickler stellen ihre Patches beiden Projekten zur Verfügung.

AOO und LibreOffice werden sich weiter auseinander entwickeln, vermutet Weir, denn die Interessen der Entwickler sind nicht gleich. Beide arbeiten unabhängig voneinander an neuen Versionen, von denen einige als stabile Versionen mit langfristigem Support gepflegt werden. Beide sind im Kern noch gleich, mit einigen wenigen zusätzlichen Funktionen, die das andere Projekt nicht hat. AOO ist laut Weir etwas mehr auf die Bedürfnisse von Unternehmen und auf Stabilität ausgerichtet.

AOO hat laut Weir nun auch Entwickler von RedOffice aus China, die einen Fork von OpenOffice.org mit Ergänzungen für die ostasiatischen Sprachen erstellten. Diese Verbesserungen dürften damit bald in AOO gelangen. Eine große Neuerung, die hohe Erwartungen wecken soll, soll in naher Zukunft die Integration von Verbesserungen aus IBM Symphony sein. Besonders die Oberfläche von Symphony, die weithin gelobt wurde, soll AOO zu neuem Glanz verhelfen.

Einer Cloud-Version von AOO erteilt Weir eine Absage. Wenn überhaupt, sollte ein separates Projekt solche Funktionalitäten entwickeln. AOO konzentriert sich ganz auf die Desktop-Suite. Eine Version 3.4.1 mit Korrekturen und mehreren neuen Übersetzungen ist in Arbeit, und über die nächste Version, die entweder 3.5 oder 4.0 sein könnte, wird nachgedacht. Änderungen, die möglicherweise einfließen könnten, sind Unterstützung von Standards wie CMIS, OData, OpenSocial und UOF 2.0 sowie die Integration von Calc und des Statistikpakets R. Die Benutzbarkeit von AOO soll studiert und verbessert werden. Außerdem sind Portierungen auf BSD, Solaris und OS/2 in Arbeit.

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