Also es war nicht schlecht. Ich habe interessante devs getroffen und es gab auch ein paar schöne Vorträge. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, daß letztes Jahr mehr und interessantere Vorträge (im Durschschnitt) waren und daß irgendwie ein bißchen mehr Betrieb war. Gut, ich war nur Fr/Sa da, aber irgendwie fand ich es ruhiger. In Chemnitz konnte ich mich vor Vorträgen kaum retten, hier... naja, ist vielleicht auch eine Frage der Interessenlage.
Dennoch, ich war nicht der einzige mit diesem Gefühl.
Das hört sich eher nach einer örtlich begrenzten Stadtmesse an. Es existieren aber zentrale, bundesweite, traditionell sehr gut besuchte Messestandorte, die für so eine Veranstaltung vielleicht besser geeignet wären.
Das nicht, man kann aber nüchtern die tatsächliche Lage beurteilen und dann entsprechend rational handeln. Danach sieht es ja wohl nicht aus. Ich will hier nicht von Jubelpersertum reden, aber ein bisschen davon ist deutlich sichtbar.
Vielleicht ist das ja "virtuell" geschehen. Wenn Du einige mit PR befasste Leute so siehst, bitte schön. Allerdings kämpfen solche Leute nicht direkt mit Schlaglatten, dafür haben sie andere Instrumentarien zur Verfügung.
Phoronix: "Sadly, the overall quality of the annual LinuxTag event seems to be going down hill. In the four years that I have been trekking to northern Germany for LinuxTag, this year seems to have been the worst. In talking with others who have been regular attendees to LinuxTag even before the event took place in Berlin, they all agree that LinuxTag 2012 wasn't the best.
The number of booths, the companies and developers in attendance, and the quality of the actual talks all seemed to be on a decline. Most of the time I and others were simply sitting by a coffee stand to catch-up since most of the schedule was less than interesting. For being Germany's premiere Linux/open-source conference -- unless counting CeBit -- this was a disappointment."
Das waren nie im Leben 12000 Besucher. Selbst wenn man alle Helfer, Vortragenden, Standbetreuer hinzurechnet und Dauertickets jeden Tag neu zählt dürfte man nicht auf 12000 kommen. Bleibt trotzdem dank ganzer vier Tage Vorträge für diesen Preis eine unschlagbare Fortbildungsveranstaltung wenn der Arbeitgeber bezahlt, aber viel mehr auch nicht.
Der Linuxtag findet zu einem Zeitpunkt statt, bei dem es in der letzten Jahren einfach zu warm für einen Messebesuch war. Bei - in der Regel 25-30° - kommen selbst viele Nerds nicht auf die Idee, sich in einer Halle auszutoben, wo die aufgebauten Rechner noch mehr Wärme produzieren und man den Tag auch schön im Biergarten oder im Grünen verbringen kann. Weiterhin sind trotz Freikartenkontingent die regulären Karten mit 20 € einfach zu teuer. Selbst für jemanden, der in Berlin wohnt, fällt aufgrund mangelnder Werbung kaum auf, das Linuxtag stattfindet (mir ist schon klar, daß sowas eine Menge Geld kostet).
Also heiß war es da drin NICHT. Werbung: Ja, davon hat man vermutlich nicht viel mitbekommen wenn man nicht ohnehin auf Seiten wie heise oder PL rumfährt. Preise: Naja, Messe halt die dahinter steht. Einzelticket ermäßigt 10 E für einen Tag... ist schon viel mehr als Chemnitz 5 E (früher sogar 3?) für beide Tage. Vor allem ist das Catering in Chemnitz besser. Ich hab schließlich dieses Jahr sogar dabei mitgeholfen. ;) Aber mal im Ernst: In Berlin so eine Ditsch-Bude mit Pseudo-Pizz"chen" für 3,80 oder sowas und in C kriegste dafür 2-3 belegte Brötchen und vor allem mehr Auswahl. Wäre die Frage ob man den BLT auch auf einem Unigelände in Berlin oder Potsdam machen könnte.
Das gute sommerliche Wetter selbst kann man wohl nicht verantwortlich machen, bei schlechtem Wetter kommt auch keiner. Die Hallen sind gut Klimatisiert. Das Wetter ist immer eine billige einfache Ausrede, warum man irgendwo nicht hin geht.
Pfingsten ist eher grundsätzlich ein Problem für eine solche Veranstaltung egal ob private oder geschäftliche Zielgruppen im Focus sind. Viele wollen über Pfingsten einfach nur mal Urlaub machen und entspannen, die Familie wieder sehen, ... . Dazu kommt eine Vielzahl von Events vom kleinen Dorffest um die Ecke bis zu größeren mehrtägigen bekannten Szene-Höhepunkten (WGT), ... . Wer entscheidet sich dann für ein Nerdtreffen? In Firmen haben die Mitarbeiter sich langfristig auf Urlaub eingestellt. Schwierig jemand zu finden, den man mal eben durch Deutschland schicken kann. Wenn dann noch die Werbung zu schwach ist, kann man nicht mehr viel erwarten. Ich fand die beiden Tage, die ich da war die Veranstaltung etwas schwächer besucht als im letzten Jahr.
Das Catering sollte eindeutig überdacht werden, diese überteuerten Imbissstände gehen gar nicht. Weder qualitativ noch preislich ist das geeignet um den kleinen Hunger zu bekämpfen.
Von Eintagesstandbetreuer am Mo, 28. Mai 2012 um 15:46 #
Die Veranstalter haben angekündigt, viele neue Ideen mit Hilfe der Gemeinschaft in den nächsten Jahren umsetzen zu wollen
Und das wäre auch bitter nötig, wenn die Veranstaltung ne Zukunft haben will, vor allem als selbsterklärte "führende Fachmesse und Konferenz" in Europa. Vielleicht für Firmen und Behörden führend. Da wohl die einzige Veranstaltung, bei der diese auch mit im Fokus stehen. Was an sich ja gut ist, schließlich will wohl jeder, daß Freie Software nicht nur in elitären bzw. esoterischen Zirkeln in Gebrauch ist, sondern auch die Allgemeinheit erreicht und aller Leben bereichert.
Aber der Spagat zwischen Firmen-Messe und FLOSS-Gemeinschaftstreff scheint nicht zu klappen. Am Tag, als ich da war, sah man vor allem gelangweilte Firmenstandsbetreuer, die nichts zu tun hatten, und an den Projektständen war die gefühlte Hälfte der Besucher Betreuer anderer Projektstände. Die zwei Vorträge, die ich mir anschaute, waren gähnend leer (und auch schlecht, vermutlich, da Zielgruppe nicht definiert war).
Klar eigentlich: Als Unternehmen/Behörde, wenn ich an einer Software-Lösung für ein Problem im Betrieb interessiert bin, gehe ich wenn auf ne richtige, große Software-Messe, nicht eine, die sich ideologisch (nicht negativ gemeint) auf ganz wenige Angebote reduziert. Schließlich will ich einfach nur eine Lösung, mein Hauptaufgabengebiet ist das, was mein Unternehmen/meine Behörde eigentlich tut. Und solange die eingekaufte Lösung nicht ernsthaft verpönt ist, geht alles klar.
Und für die Entwicklergemeinschaft sind FOSDEM, CLT und Co. führend, nicht der LinuxTag, da man bei denen gefühlt unter sich ist und entsprechend alles ausgerichtet ist.
Meine Empfehlung an den LinuxTag: Back to the roots Firmen, deren Angebote auf Freier Software basieren, haben eigentlich auch keinen Grund, sich auf richtigen Software-Messen zu verstecken. Oder einfach auflösen. Wer braucht den LinuxTag? Vor allem im Sommer, wenn jeder Mensch lieber im Freien herumhüpft oder liegt...
Nein, ich gehe auf gar keine Messe wenn ich eine Software-Lösung brauche weil ich aufgrund menes Know-Hows auch so weiß welche Lösungen in Frage kommen. Bei Nischenlösungen rechierchiert man im Internet viel effektiver. Messen sind allgemein out.
Sehe es nicht als Messe, sondern als Veranstaltung auf der die Community zusammen kommen kann.
"Messen" haben sich noch nicht überholt, doch sind hier die Veranstalter und Standbetreiber gefordert ein gutes Paket für die interessierten auf die Beine zu stellen wo man auch gerne hin geht.
Ich war zum ersten Mal auf dem LinuxTag bzw. auf einer solchen Messe überhaupt. Teilweise war das Programm zu überladen für mich; ich hätte mir z.B. gerne das Distrobattle angesehen, wollte aber auch nicht drei der Vorträge in dem Zeitraum verpassen. Andererseits gab es auch Phasen, in denen alle Vorträge zumindest laut Titel uninteressant für mich waren. Die Stände selbst haben mich wenig interessiert, dort war selten was los, was mich zum Stehenbleiben animiert hätte. Die 12.000 Besucher kann ich auch nicht unbedingt bestätigen (Fr + Sa), vom Gefühl her war die Messe ziemlich unterbesucht (in den Vorträgen zum Teil auch nur 5 Leute).
Mal in die Runde gefragt: viele (alle?) der Präsentationen sollten laut Ankündigung irgendwann online verfügbar sein. Weiß jemand wo und wann die dann abrufbar sind?
Also es war nicht schlecht. Ich habe interessante devs getroffen und es gab auch ein paar schöne Vorträge. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, daß letztes Jahr mehr und interessantere Vorträge (im Durschschnitt) waren und daß irgendwie ein bißchen mehr Betrieb war. Gut, ich war nur Fr/Sa da, aber irgendwie fand ich es ruhiger.
In Chemnitz konnte ich mich vor Vorträgen kaum retten, hier... naja, ist vielleicht auch eine Frage der Interessenlage.
Dennoch, ich war nicht der einzige mit diesem Gefühl.
Das hört sich eher nach einer örtlich begrenzten Stadtmesse an. Es existieren aber zentrale, bundesweite, traditionell sehr gut besuchte Messestandorte, die für so eine Veranstaltung vielleicht besser geeignet wären.
Man kann es leider nie allen recht machen.
Das nicht, man kann aber nüchtern die tatsächliche Lage beurteilen und dann entsprechend rational handeln.
Danach sieht es ja wohl nicht aus. Ich will hier nicht von Jubelpersertum reden, aber ein bisschen davon ist deutlich sichtbar.
Wurden die Jubelperser auch wie damals von der Polizei vorbeigebracht mitsamt den notwendigen Schlaglatten?
Vielleicht ist das ja "virtuell" geschehen. Wenn Du einige mit PR befasste Leute so siehst, bitte schön. Allerdings kämpfen solche Leute nicht direkt mit Schlaglatten, dafür haben sie andere Instrumentarien zur Verfügung.
Phoronix: "Sadly, the overall quality of the annual LinuxTag event seems to be going down hill. In the four years that I have been trekking to northern Germany for LinuxTag, this year seems to have been the worst. In talking with others who have been regular attendees to LinuxTag even before the event took place in Berlin, they all agree that LinuxTag 2012 wasn't the best.
The number of booths, the companies and developers in attendance, and the quality of the actual talks all seemed to be on a decline. Most of the time I and others were simply sitting by a coffee stand to catch-up since most of the schedule was less than interesting. For being Germany's premiere Linux/open-source conference -- unless counting CeBit -- this was a disappointment."
Das waren nie im Leben 12000 Besucher. Selbst wenn man alle Helfer, Vortragenden, Standbetreuer hinzurechnet und Dauertickets jeden Tag neu zählt dürfte man nicht auf 12000 kommen. Bleibt trotzdem dank ganzer vier Tage Vorträge für diesen Preis eine unschlagbare Fortbildungsveranstaltung wenn der Arbeitgeber bezahlt, aber viel mehr auch nicht.
Da gibt es sicherlich bessere Veranstaltungen mit deren Teilnahme man auch beruflich weiterkommt.
Der Linuxtag findet zu einem Zeitpunkt statt, bei dem es in der letzten Jahren einfach zu warm für einen Messebesuch war. Bei - in der Regel 25-30° - kommen selbst viele Nerds nicht auf die Idee, sich in einer Halle auszutoben, wo die aufgebauten Rechner noch mehr Wärme produzieren und man den Tag auch schön im Biergarten oder im Grünen verbringen kann. Weiterhin sind trotz Freikartenkontingent die regulären Karten mit 20 € einfach zu teuer. Selbst für jemanden, der in Berlin wohnt, fällt aufgrund mangelnder Werbung kaum auf, das Linuxtag stattfindet (mir ist schon klar, daß sowas eine Menge Geld kostet).
Also heiß war es da drin NICHT.
Werbung: Ja, davon hat man vermutlich nicht viel mitbekommen wenn man nicht ohnehin auf Seiten wie heise oder PL rumfährt.
Preise: Naja, Messe halt die dahinter steht. Einzelticket ermäßigt 10 E für einen Tag... ist schon viel mehr als Chemnitz 5 E (früher sogar 3?) für beide Tage. Vor allem ist das Catering in Chemnitz besser. Ich hab schließlich dieses Jahr sogar dabei mitgeholfen. ;)
Aber mal im Ernst: In Berlin so eine Ditsch-Bude mit Pseudo-Pizz"chen" für 3,80 oder sowas und in C kriegste dafür 2-3 belegte Brötchen und vor allem mehr Auswahl.
Wäre die Frage ob man den BLT auch auf einem Unigelände in Berlin oder Potsdam machen könnte.
Du meinst sowas wie den BLIT?
Das gute sommerliche Wetter selbst kann man wohl nicht verantwortlich machen, bei schlechtem Wetter kommt auch keiner. Die Hallen sind gut Klimatisiert. Das Wetter ist immer eine billige einfache Ausrede, warum man irgendwo nicht hin geht.
Pfingsten ist eher grundsätzlich ein Problem für eine solche Veranstaltung egal ob private oder geschäftliche Zielgruppen im Focus sind. Viele wollen über Pfingsten einfach nur mal Urlaub machen und entspannen, die Familie wieder sehen, ... . Dazu kommt eine Vielzahl von Events vom kleinen Dorffest um die Ecke bis zu größeren mehrtägigen bekannten Szene-Höhepunkten (WGT), ... . Wer entscheidet sich dann für ein Nerdtreffen? In Firmen haben die Mitarbeiter sich langfristig auf Urlaub eingestellt. Schwierig jemand zu finden, den man mal eben durch Deutschland schicken kann. Wenn dann noch die Werbung zu schwach ist, kann man nicht mehr viel erwarten. Ich fand die beiden Tage, die ich da war die Veranstaltung etwas schwächer besucht als im letzten Jahr.
Das Catering sollte eindeutig überdacht werden, diese überteuerten Imbissstände gehen gar nicht. Weder qualitativ noch preislich ist das geeignet um den kleinen Hunger zu bekämpfen.
Und das wäre auch bitter nötig, wenn die Veranstaltung ne Zukunft haben will, vor allem als selbsterklärte "führende Fachmesse und Konferenz" in Europa. Vielleicht für Firmen und Behörden führend. Da wohl die einzige Veranstaltung, bei der diese auch mit im Fokus stehen. Was an sich ja gut ist, schließlich will wohl jeder, daß Freie Software nicht nur in elitären bzw. esoterischen Zirkeln in Gebrauch ist, sondern auch die Allgemeinheit erreicht und aller Leben bereichert.
Aber der Spagat zwischen Firmen-Messe und FLOSS-Gemeinschaftstreff scheint nicht zu klappen. Am Tag, als ich da war, sah man vor allem gelangweilte Firmenstandsbetreuer, die nichts zu tun hatten, und an den Projektständen war die gefühlte Hälfte der Besucher Betreuer anderer Projektstände. Die zwei Vorträge, die ich mir anschaute, waren gähnend leer (und auch schlecht, vermutlich, da Zielgruppe nicht definiert war).
Klar eigentlich: Als Unternehmen/Behörde, wenn ich an einer Software-Lösung für ein Problem im Betrieb interessiert bin, gehe ich wenn auf ne richtige, große Software-Messe, nicht eine, die sich ideologisch (nicht negativ gemeint) auf ganz wenige Angebote reduziert. Schließlich will ich einfach nur eine Lösung, mein Hauptaufgabengebiet ist das, was mein Unternehmen/meine Behörde eigentlich tut. Und solange die eingekaufte Lösung nicht ernsthaft verpönt ist, geht alles klar.
Und für die Entwicklergemeinschaft sind FOSDEM, CLT und Co. führend, nicht der LinuxTag, da man bei denen gefühlt unter sich ist und entsprechend alles ausgerichtet ist.
Meine Empfehlung an den LinuxTag: Back to the roots
Firmen, deren Angebote auf Freier Software basieren, haben eigentlich auch keinen Grund, sich auf richtigen Software-Messen zu verstecken. Oder einfach auflösen. Wer braucht den LinuxTag? Vor allem im Sommer, wenn jeder Mensch lieber im Freien herumhüpft oder liegt...
Nein, ich gehe auf gar keine Messe wenn ich eine Software-Lösung brauche weil ich aufgrund menes Know-Hows auch so weiß welche Lösungen in Frage kommen. Bei Nischenlösungen rechierchiert man im Internet viel effektiver. Messen sind allgemein out.
Sehe es nicht als Messe, sondern als Veranstaltung auf der die Community zusammen kommen kann.
"Messen" haben sich noch nicht überholt, doch sind hier die Veranstalter und Standbetreiber gefordert ein gutes Paket für die interessierten auf die Beine zu stellen wo man auch gerne hin geht.
Ich war zum ersten Mal auf dem LinuxTag bzw. auf einer solchen Messe überhaupt. Teilweise war das Programm zu überladen für mich; ich hätte mir z.B. gerne das Distrobattle angesehen, wollte aber auch nicht drei der Vorträge in dem Zeitraum verpassen. Andererseits gab es auch Phasen, in denen alle Vorträge zumindest laut Titel uninteressant für mich waren.
Die Stände selbst haben mich wenig interessiert, dort war selten was los, was mich zum Stehenbleiben animiert hätte. Die 12.000 Besucher kann ich auch nicht unbedingt bestätigen (Fr + Sa), vom Gefühl her war die Messe ziemlich unterbesucht (in den Vorträgen zum Teil auch nur 5 Leute).
Mal in die Runde gefragt: viele (alle?) der Präsentationen sollten laut Ankündigung irgendwann online verfügbar sein. Weiß jemand wo und wann die dann abrufbar sind?