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Mi, 13. Juni 2012, 11:58

Software::Distributionen::BSD::OpenBSD

Bitrig startet Fork von OpenBSD

Eine Reihe von Entwicklern hat das Projekt Bitrig gegründet, um eine modernere Version von OpenBSD zu schaffen.

OpenBSD entstand 1994 als Fork von NetBSD mit dem Ziel, ein besonders sicheres freies Betriebssystem zu entwickeln. Dieses Ziel wurde mittels umfangreicher Code-Audits zweifelsohne in hohem Maße erreicht. Theo de Raadt wurde dafür bereits mit dem FSF-Award 2004 ausgezeichnet, da er im Rahmen des OpenBSD-Projektes unschätzbare Beiträge zur Netzwerk-Sicherheit leistete, von denen heute die gesamte freie Software - und nicht nur die - profitiert. Die starke Ausrichtung auf Sicherheit bedeutet aber auch, dass OpenBSD ein ziemlich konservatives System ist, was die Software angeht.

Nach Ansicht einiger Entwickler ist eine Modernisierung von OpenBSD nötig. Da dies wohl kaum auf die Zustimmung von de Raadt treffen dürfte, haben sie sich von OpenBSD abgespalten und das Projekt Bitrig gegründet. Noch in diesem Monat soll die erste Version des Betriebssystems erscheinen.

Die Ziele von Bitrig sind unter anderem das Erstellen der ganzen Distribution mit LLVM/Clang statt GCC, Virtualisierung mit einer KVM-Implementierung, das Journaling-Dateisystem WAPBL, effizientere SMP-Unterstützung durch Abschaffung der globalen Kernel-Sperren, Unterstützung für Userspace-Dateisysteme (FUSE), Integration der neuesten GNU-Binutils, Portierung von libc++, um auf die libstdc++ von GNU verzichten zu können, und die Portierung von compiler-rt als Ersatz für libgcc.a.

Bitrig soll sich auf die x86-Architektur (32 und 64 Bit) konzentrieren, zusätzlich aber ARM unterstützen. An den anderen von OpenBSD unterstützten Architekturen haben die Entwickler kein Interesse.

Weitere Ziele von Bitrig sind laut dem FAQ, das Basissystem so klein wie möglich zu machen, um den Einsatz als eingebettetes System zu ermöglichen, Studenten und angehenden Programmierern Einsteigerprojekte anzubieten, mit anderen Projekten zu kooperieren, »unternehmensfreundliche« Lizenzen zu verwenden, da sie die GPL und andere Copyleft-Lizenzen als nicht unternehmensfreundlich ansehen, langfristig unterstützte Versionen zu veröffentlichen und einmal im Jahr eine neue offizielle Version herauszugeben.

Bitrig ist nicht die erste Abspaltung von OpenBSD. Schon 2004 gründeten zwei Entwickler aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Theo de Raadt MirOS. MirOS wird von einer sehr kleinen Gruppe von Entwicklern weiter gepflegt, ist aber fast noch konservativer als OpenBSD. So verzichtet das System auf SMP-Unterstützung vollständig und richtet sich weitgehend auf kleine Server und eingebettete Systeme aus.

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