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Thema: Bitrig startet Fork von OpenBSD

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Von glasen am Mi, 13. Juni 2012 um 13:51 #

Als Nicht-BSD-Nutzer:

Wie groß sind eigentlich die Unterschiede zwischen den einzelnen Derivaten? Auf User-Ebene dürften sie ja minimal sein, aber wie groß ist eigentlich noch die Kompatibilität zwischen den einzelnen Kernel der Derivate?

Ist es z.B. ohne größeren Aufwand möglich z.B. einen Treiber aus OpenBSD nach FreeBSD zu portieren?

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    Von gol am Mi, 13. Juni 2012 um 14:34 #

    Kommt darauf an, wie groß die Strukturen sind. Am Beispiel von einem WLAN Treiber: Net- und FreeBSD brauchen wpa_supplicant, OpenBSD hat das im Kernel integriert. Wenn der Kram einmal zu einem BSD gewandert ist, ist es im Allgemeinen nicht besonders aufwendig auf ein anderes BSD zu portieren. Es gibt glücklicherweise einige Treiber bei denen man's abschauen kann.
    Auf einige Sachen aber muss man verzichten, bspw. sind Net- und OpenBSD nicht vorbereitet für 802.11n Betrieb.

    Auf User Ebene sehe ich kaum Unterschiede. Die Parameter heißen anders funktionieren aber gleich. Wenn du mit Kompat. sowas wie binärkomp. meinst, es gibt Binäremulation, aber heutzutage verwenden das nicht viele, warum auch? Die Programmen gibt's meistens dann für alle BSD-Systeme.

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      Von finger am Mi, 13. Juni 2012 um 15:23 #

      FreeBSD hat 802.11n ath treiber.

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      Von Lars am Mi, 13. Juni 2012 um 16:43 #

      Leider sind die Kernel der einzelnen BSDs inzwischen zu unterschiedlich, als dass es sich lohnen würde, Code zu portieren, deswegen passiert das nur noch sehr selten.
      Bei den Userlandprogrammen sieht es anders aus, hier wird öfter mal was ausgetauscht.

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        Von glasen am Mi, 13. Juni 2012 um 17:35 #

        Danke erst einmal für die Antworten.

        Wenn man das ganze so betrachtet, schaden die ganzen Forks BSD im Grunde 1000x mehr als hunderte von Linux-Distributionen. Alle Linux-Distributionen basieren ja auf dem gleichen Kernel und im Grunde auch auf den gleichen Programmen (Wenn auch in unterschiedlichen Versionen), die (Entwickler-)Gemeinschaft dahinter ist also lange nicht so fragmentiert wie bei den BSD-Systemen.

        Und gerade im Hardware-nahen Bereich ist für die ganzen BSDs doch der Zug schon lange abgefahren. Da hilft es doch kaum, wenn es ein weiteres BSD mit einem weiteren Kernel gibt, welche die Entwickler noch weiter voneinander entfernt?

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          Von blablabla am Mi, 13. Juni 2012 um 18:19 #

          Im gegenteil, bei hardwarenahem kommen öfter BSD-Artige vor, in Japan z.b ist es standard ein Bare-metal-webserver mit FreeBSD einzurichten.
          Ebenso gibt es wohl kein BS dass soviele Architekturen unterstützt wie NetBSD, unsere schleusensteuerung fürs Datencenter läufft mit z.b netbsd und einem SuperH.

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            Von SD-Kuh am Do, 14. Juni 2012 um 09:30 #

            in Japan z.b ist es standard ein Bare-metal-webserver mit FreeBSD einzurichten.
            Und meine Großutter hat mir erzählt, dass man in China auf Haiku setzt.

            Ebenso gibt es wohl kein BS dass soviele Architekturen unterstützt wie NetBSD

            Doch, Linux. Das unterstützt Alpha, ARM, AVR32, Blackfin, C6x, ETRAX CRIS, FR-V, H8/300, Hexagon, Itanium, M32R, m68k, Microblaze, MIPS, MN103, OpenRISC, PA-RISC, PowerPC, s390, S+core, SuperH, SPARC, TILE64, Unicore32, x86 und Xtensa Prozessoren, während NetBSD nur auf Alpha, ARM, PA-RISC, 68k, MIPS, PowerPC, SH3, SPARC, VAX und x86 läuft.

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          Von gol am Mi, 13. Juni 2012 um 19:39 #

          Verschlechtung würde ich das weniger sehen, eher Variantenreichtum und unterschiedlichen Anforderungen hier am Beispiel Standardcompiler:

          FreeBSD setzt auf modernen llvm/clang, GCC kannst/musst(kaputte Ports) du weiterhin nutzen
          NetBSD setzt auf stabilen GCC(4.5.2) mit Patches für die ganzen Architekturen, Spielwiese pcc
          OpenBSD setzt auf antike GCC Versionen, Beweggründe eine Kombi. aus Free-(Probleme mit der GPLv3) + NetBSD(merkwürdige Architekturen) + eigene Security Patches und pcc Spielwiese
          Dragonfly setzt pragmatisch auf akt. GCC

          Es gibt einige Überschneidungen bei den Entwickler, sodass auch Codeaustausch stattfindet. Beispielsweise gibt bei NetBSD einen Entwickler der zuständig ist, FreeBSD Änderungen zu verfolgen und sinnvolle werden übernommen. Wie gesagt, die meisten Entwickler machen das in der Freizeit, kein Vergleich zu bezahlten Vollzeitentwickeln.

          Im Grunde benutzen auch alle BSD unterschiedliche Userland Programme, bei den einen gibt's noch GNU, bei den anderen wird versucht diese zu ersetzen. Unterschiedliche Projektstrukturen und Ausstattungen sind sicherlich auch ein Unterscheidungsmerkmal. Das einzige was allen freien BSDs eint sind: Dokumentation, wohlüberlegte Entwicklung, UNIX-Philosophie und -Geschichte.

          Und zu den Fork, ich sehe es eher als Spielwiese. Mit Theo ist manchmal ziemlich kompli. und jede strukt. Veränderung muss gut da argum. werden. 2 Mann können den OpenBSD Projekt schwer schaden. Bin mal gespannt, wie sie dass umsetzen wollen. Gerade feingranulares SMP ist ein heißes Pflaster.

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          Von BSDler am Do, 14. Juni 2012 um 08:40 #

          So schlimm ist es eigentlich auch nicht. Da alle Treiber und andere Kernel-Errungenschaften unter der BSD-Lizenz stehen, gibt es schon einen regen Austausch mit Abgucken dort, wo Interesse besteht.

          Viele WLAN-Treiber in FreeBSD sind z.B. trotz der doch unterschiedlichen Strukturen eben aus OpenBSD portiert worden.

          Mit viel Wohlwollen könntest du es als mehrere Branches desselben Kernels sehen: Wenn ein Feature gut ist, wird es übernommen.

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