Nun man darf bei OpenSUSE nicht vergessen, dass es sich dabei primär um die "Spielwiese" für SLES/SLED handelt. Das hier mal unschöne Änderungen einfliessen muss man eben hinnehmen, vergleiche das mit Fedora.
Leider ist es nicht möglich so praktische Tools wie yast zu erstellen, ohne die Programme, die Konfiguriert werden sollen an manchen stellen etwas zu Patchen. Wo dabei wirr am Paketmanagement rumgebaut wird kann ich beim besten willen nicht erkennen. Die Frontends wechseln von Zeit zu Zeit, bleiben aber kompatibel zueinander (sollte einen Sysadmin ja eigentlich vor kein Problem stellen) Die Codec Geschichte hat Lizensrechtliche Hintergründe, die mittlerweile jedem hinreichend bekannt sein sollten. Auch andere Distributionen haben dieses Problem. Nur weil manche das ignorieren, weil noch nichts passiert ist, heisst das noch lange nicht, dass das so korrekt ist. Die Releasepolitik ist seit mindestens drei Jahren bekannt: alle 8 Monate ein neues Release. Bei SLES/SLED ist das leider wirklich etwas intransparent.
Ich denke OpenSUSE richtet sich primär an Leute, die ihren Rechner schnell und unkompliziert konfiguriert haben wollen (yast). Genau das ist auch der Vorteil gegenüber anderen Distris.
Das Problem mit den Service Packs kann ich nicht wirklich nachvollziehen: Es wird nicht von selbst installiert, man muss es explizit installieren. Von daher kann man das ja erstmal auf einer Testmaschine machen und falls Probleme (z.B. Kernel Module) auftreten, ein paar Wochen warten bis der Hersteller sein Produkt gepatcht hat. Das letzte Service Pack wird ja immer noch für eine Übergangszeit supportet.
> Die Codec Geschichte hat Lizensrechtliche Hintergründe, die mittlerweile jedem hinreichend bekannt sein sollten. Auch andere Distributionen haben dieses Problem.
Jein. Das Problem mit Codecs und proprietärer Software/Treibern/Firmware ist letztendlich immer jenes, dass die Distributoren diese nicht direkt mit ihrem "Produkt" ausliefern dürfen, wenn der Hersteller/Lizenzgeber dies nicht wünscht. Heißt: Ubuntu darf den Kram nicht mit in die ISO der Standardinstallation packen, aber ich als Endnutzer darf mir die Software ziehen und es installieren. SuSe, Fedora und manch andere gehen den einfachsten Weg und lassen mich als Nutzer einfach im Regen stehen. Ich muss mich aus Drittquellen bedienen, über deren Sicherheit und Qualität ich nichts weiß. Wenn ich später dann ein Problem habe, bekomme ich keinen Support. Das ist in der Realität einfach nicht praktikabel. 95% der Nutzer wollen nun mal MP3s hören und die z.B. Videobeschleunigung ihrer Grafikkarte nutzen. Dieses Verhalten ist einfach kontraproduktiv und muss nicht sein, wie Ubuntu ja schön zeigt: Bei denen liegen die ganzen Pakete schön fertig und qualitätsgesichert in den distributionseigenen Repositories, aber halt in einem Pfad, welcher in der Default-Installation nicht aktiviert ist. Während der Installation setze ich als Nutzer einen Haken, und mein System zieht die Pakete automatisch nach. Die Problematik wird umgangen, ohne dass ich als Nutzer jemals belästigt, im Regen stehen gelassen oder in die Nutzung fremder Repositories getrieben werde.
Was OpenSuSe und Fedora da machen, ist einfach unzeitgemäßer Kindergarten, der mit der mantraartig wiederholten Lüge "das halt halt lizenzrechtliche Gründe" gerechtfertigt werden soll. Wenn man sich z.B. mal bei RPM Fusion umschaut, um wie viele Pakete es da wirklich geht, kann man eigentlich nur lachen. Aber es sind halt genau die Pakete, unter deren Abwesenheit man ziemlich leidet. Und die einen unbedarften Anfänger dann zu Ubuntu treiben, weil er dort seinen Grafikkartentreiber einfach über eine schöne GUI aktivieren kann.
genau das kann ich mir nicht vorstellen: Der Distributor gibt weiterhin Software weiter, ohne die Zustimmung des Herstellers/Lizensgebers. Dass das in einem anderen, nicht per Default aktivem Repo liegt ändert nichts an dieser Tatsache. Genauso wenig die Aussage, es nur nutzen zu sollen, wenn man dies im eigenen Land darf (bzw. es noch zu keinen Klagen gekommen ist).
In SLES/SLED sind meines IMO auch diese Pakete enthalten, also ein MP3-Codec, Flashplayer, Adobe Reader, etc. Dafür werden dann natürlich auch entsprechend Lizenzgebühren bezahlt.
"Ich muss mich aus Drittquellen bedienen, über deren Sicherheit und Qualität ich nichts weiß."
Im Fall von openSUSE trifft das nicht zu. Die Repos für die Multimediacodecs sind samt und sonders über die Yast-Paketverwaltung über "Hinzufügen/Community-Repos" zugänglich und können mit einem Mausklick ausgewählt werden. Es steht auch ausrücklich da, für welche Anwendungszwecke die jeweiligen Repos gedacht sind. Die Repos, auch Packman, werden mit den entsprechenden Schlüsseln versehen und gewartet.
"95% der Nutzer wollen nun mal MP3s hören und die z.B. Videobeschleunigung ihrer Grafikkarte nutzen."
Der rechtlich korrekt lizenzierte Fluendo-MP3-Codec ist über das standardmäßig aktivierte Non-OSS-Repo zugänglich, andere MP3- und Multimediacodecs u.a. über das voreingetragene Packman-Repo. Die proprietären Grafiktreiber von AMD/Ati und Nvidia werden von openSUSE aktiv mit Unterstützung der Hersteller gewartet. Siehe u.a. diese Diskussion: https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=756962 Hieraus geht klar hervor, dass z.B. die NVidia-Treiber für openSUSE tatsächlich "gewartet" werden.
Was Du also in punkto openSUSE schreibst, ist eher eine unzutreffende Legende. Du kennst openSUSE sehr wahrscheinlich nur sehr obrflächlich aus eigener Anschauung, ansonsten wären Dir diese Dinge irgendwann einmal aufgefallen.
Dass openSUSE seine Nutzer in punkto MP3- und Multimediacodecs sowie im Hinblick auf die unfreien AMD/ATI- bzw. Nvidia-Grafiktreiber im Regen stehen lassen würde, das trifft hundertprozentig nicht zu. Man muss natürlich als Computernutzer schon so weit sein, dass man in der Lage ist, ein Repo namens "Nvidia" hinzuzufügen, wenn man denn die unfreien Grafiktreiber benutzen möchte. Das ist aber selbst bei Leuten, die gerade erst bei Linux neu aufgeschlagen sind, durchweg der Fall. Computer-DAUs benutzen meist kein Linux, ansonsten hätte Ubuntu schon 10% Marktanteil und würde nicht immer noch bei unter 1% herumdümpeln.
Nun man darf bei OpenSUSE nicht vergessen, dass es sich dabei primär um die "Spielwiese" für SLES/SLED handelt. Das hier mal unschöne Änderungen einfliessen muss man eben hinnehmen, vergleiche das mit Fedora.
Leider ist es nicht möglich so praktische Tools wie yast zu erstellen, ohne die Programme, die Konfiguriert werden sollen an manchen stellen etwas zu Patchen. Wo dabei wirr am Paketmanagement rumgebaut wird kann ich beim besten willen nicht erkennen. Die Frontends wechseln von Zeit zu Zeit, bleiben aber kompatibel zueinander (sollte einen Sysadmin ja eigentlich vor kein Problem stellen)
Die Codec Geschichte hat Lizensrechtliche Hintergründe, die mittlerweile jedem hinreichend bekannt sein sollten. Auch andere Distributionen haben dieses Problem. Nur weil manche das ignorieren, weil noch nichts passiert ist, heisst das noch lange nicht, dass das so korrekt ist.
Die Releasepolitik ist seit mindestens drei Jahren bekannt: alle 8 Monate ein neues Release. Bei SLES/SLED ist das leider wirklich etwas intransparent.
Ich denke OpenSUSE richtet sich primär an Leute, die ihren Rechner schnell und unkompliziert konfiguriert haben wollen (yast). Genau das ist auch der Vorteil gegenüber anderen Distris.
Das Problem mit den Service Packs kann ich nicht wirklich nachvollziehen:
Es wird nicht von selbst installiert, man muss es explizit installieren. Von daher kann man das ja erstmal auf einer Testmaschine machen und falls Probleme (z.B. Kernel Module) auftreten, ein paar Wochen warten bis der Hersteller sein Produkt gepatcht hat. Das letzte Service Pack wird ja immer noch für eine Übergangszeit supportet.
> Die Codec Geschichte hat Lizensrechtliche Hintergründe, die mittlerweile jedem hinreichend bekannt sein sollten. Auch andere Distributionen haben dieses Problem.
Jein. Das Problem mit Codecs und proprietärer Software/Treibern/Firmware ist letztendlich immer jenes, dass die Distributoren diese nicht direkt mit ihrem "Produkt" ausliefern dürfen, wenn der Hersteller/Lizenzgeber dies nicht wünscht. Heißt: Ubuntu darf den Kram nicht mit in die ISO der Standardinstallation packen, aber ich als Endnutzer darf mir die Software ziehen und es installieren. SuSe, Fedora und manch andere gehen den einfachsten Weg und lassen mich als Nutzer einfach im Regen stehen. Ich muss mich aus Drittquellen bedienen, über deren Sicherheit und Qualität ich nichts weiß. Wenn ich später dann ein Problem habe, bekomme ich keinen Support. Das ist in der Realität einfach nicht praktikabel. 95% der Nutzer wollen nun mal MP3s hören und die z.B. Videobeschleunigung ihrer Grafikkarte nutzen. Dieses Verhalten ist einfach kontraproduktiv und muss nicht sein, wie Ubuntu ja schön zeigt: Bei denen liegen die ganzen Pakete schön fertig und qualitätsgesichert in den distributionseigenen Repositories, aber halt in einem Pfad, welcher in der Default-Installation nicht aktiviert ist. Während der Installation setze ich als Nutzer einen Haken, und mein System zieht die Pakete automatisch nach. Die Problematik wird umgangen, ohne dass ich als Nutzer jemals belästigt, im Regen stehen gelassen oder in die Nutzung fremder Repositories getrieben werde.
Was OpenSuSe und Fedora da machen, ist einfach unzeitgemäßer Kindergarten, der mit der mantraartig wiederholten Lüge "das halt halt lizenzrechtliche Gründe" gerechtfertigt werden soll. Wenn man sich z.B. mal bei RPM Fusion umschaut, um wie viele Pakete es da wirklich geht, kann man eigentlich nur lachen. Aber es sind halt genau die Pakete, unter deren Abwesenheit man ziemlich leidet. Und die einen unbedarften Anfänger dann zu Ubuntu treiben, weil er dort seinen Grafikkartentreiber einfach über eine schöne GUI aktivieren kann.
genau das kann ich mir nicht vorstellen:
Der Distributor gibt weiterhin Software weiter, ohne die Zustimmung des Herstellers/Lizensgebers. Dass das in einem anderen, nicht per Default aktivem Repo liegt ändert nichts an dieser Tatsache. Genauso wenig die Aussage, es nur nutzen zu sollen, wenn man dies im eigenen Land darf (bzw. es noch zu keinen Klagen gekommen ist).
In SLES/SLED sind meines IMO auch diese Pakete enthalten, also ein MP3-Codec, Flashplayer, Adobe Reader, etc. Dafür werden dann natürlich auch entsprechend Lizenzgebühren bezahlt.
"Ich muss mich aus Drittquellen bedienen, über deren Sicherheit und Qualität ich nichts weiß."
Im Fall von openSUSE trifft das nicht zu. Die Repos für die Multimediacodecs sind samt und sonders über die Yast-Paketverwaltung über "Hinzufügen/Community-Repos" zugänglich und können mit einem Mausklick ausgewählt werden. Es steht auch ausrücklich da, für welche Anwendungszwecke die jeweiligen Repos gedacht sind.
Die Repos, auch Packman, werden mit den entsprechenden Schlüsseln versehen und gewartet.
"95% der Nutzer wollen nun mal MP3s hören und die z.B. Videobeschleunigung ihrer Grafikkarte nutzen."
Der rechtlich korrekt lizenzierte Fluendo-MP3-Codec ist über das standardmäßig aktivierte Non-OSS-Repo zugänglich, andere MP3- und Multimediacodecs u.a. über das voreingetragene Packman-Repo.
Die proprietären Grafiktreiber von AMD/Ati und Nvidia werden von openSUSE aktiv mit Unterstützung der Hersteller gewartet.
Siehe u.a. diese Diskussion:
https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=756962
Hieraus geht klar hervor, dass z.B. die NVidia-Treiber für openSUSE tatsächlich "gewartet" werden.
Was Du also in punkto openSUSE schreibst, ist eher eine unzutreffende Legende. Du kennst openSUSE sehr wahrscheinlich nur sehr obrflächlich aus eigener Anschauung, ansonsten wären Dir diese Dinge irgendwann einmal aufgefallen.
Dass openSUSE seine Nutzer in punkto MP3- und Multimediacodecs sowie im Hinblick auf die unfreien AMD/ATI- bzw. Nvidia-Grafiktreiber im Regen stehen lassen würde, das trifft hundertprozentig nicht zu. Man muss natürlich als Computernutzer schon so weit sein, dass man in der Lage ist, ein Repo namens "Nvidia" hinzuzufügen, wenn man denn die unfreien Grafiktreiber benutzen möchte. Das ist aber selbst bei Leuten, die gerade erst bei Linux neu aufgeschlagen sind, durchweg der Fall. Computer-DAUs benutzen meist kein Linux, ansonsten hätte Ubuntu schon 10% Marktanteil und würde nicht immer noch bei unter 1% herumdümpeln.