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Sa, 16. Juni 2012, 08:19

Software::Wissenschaft

Mini-Satellit ArduSat als günstige Experimentierplattform

Verschiedene Forscher und Unternehmen arbeiten an der Realisierung des »ArduSat«-Projektes. Ziel ist es, günstige Klein-Satelliten auf Basis von Open-Source-Technologie zu bauen und in die Umlaufbahn zu befördern, wo sie als kosteneffiziente Plattformen zur Aufnahme von Bildern und Durchführung von Experimenten dienen sollen.

Aufbau des ArduSat

ArduSat

Aufbau des ArduSat

Für den letzten Finanzierungs-Schritt hat das Projekt nun eine Kampagne auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter gestartet. Die ArduSat-Konstruktion hat rund ein Kilogramm Gewicht und weist eine Grundfläche von etwa zehn mal zehn Zentimetern auf. Die Basis bildet die standardisierte CubeSat-Plattform von NanoSatisfi, auf der fünf bis zehn individuell programmierte und angepasste Arduino-Boards gekoppelt werden. Sie dienen für den Anschluss zahlreicher Sensoren, die Steuerung der Experimente und der Auswertung der gesammelten Daten.

Das Arsenal des Projektes umfasst aktuell 14 verschiedene Module und Sensoren, vom Druckmesser über ein GPS-Modul, Kamera bis hin zu einem Geigerzähler und dem weltweit ersten Open-Source-Spektrometer »Spectrino«. Für weitere Vorschläge ist man offen. Geplant ist, den ersten Satelliten mit bis zu 25 verschiedenen Messgeräten auszustatten. Solarpanels versorgen das System während des Raumfluges mit Strom.

ArduSat im All (symbolisch)

ArduSat

ArduSat im All (symbolisch)

Ein Prototyp der Konstruktion sowie der Software für den Remote Upload von Software ins All existiert bereits, über Kickstarter-Zusagen soll nun die finale Hardware und der Zusammenbau finanziert werden. Im Gegenzug für die Spenden ermöglicht man den Geldgebern die Durchführung eigener Forschungsprojekte. Für 150 Dollar können bis zu 15 Bilder selbstgewählter Ziele geschossen werden, die ArduSat anschließend aus dem All per E-Mail übermittelt. Für 300 Dollar darf man einen Tag lang eine beliebige Nachricht vom Satelliten übermitteln lassen. Eine Woche Experimentierzeit und Zugriff auf die Sensoren gibt es ab 500 Dollar.

Um die ArduSat-Systeme in den Orbit zu transportieren, strebten die Entwickler die Teilnahme an den Ride-Along-Programmen der NASA und ESA an. Bei diesen würden die Mini-Satelliten im Rahmen ohnehin geplanter Raumflüge als zusätzliche Fracht kostenlos mitgenommen. Dafür gilt es jedoch gewisse Standards hinsichtlich Zielsetzung und Wissenschaftlichkeit zu erfüllen. Sollte dies wider Erwarten nicht gelingen, strebt das Team die Finanzierung eines kommerziellen Starts an.

Die Lebensspanne eines ArduSats wird aktuell auf sechs Monate bis zwei Jahre geschätzt. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem ersten Modell, möchte man den Open-Source-Satelliten weiterentwickeln. 35.000 Dollar (etwa 27.700 Euro) ist das Funding-Ziel der Kampagne, 30 Tage vor Ablauf wurden rund 2.600 Dollar an Zusagen getätigt. (pte)

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