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Do, 28. Juni 2012, 08:22

Software::Mobilgeräte

Android 4.1 ist fertig

Google hat Android 4.1 »Jelly Bean« vorgestellt, die sich zwar optisch nur marginal von Android 4.0 unterscheidet, aber deutlich schneller sein soll und eine Reihe neuer Apps und Funktionen bringt, darunter den Assistenten »Google now«.

android.com

Google now, eine Art persönlicher Assistent, kann auf Basis personalisierter Informationen etwa die Anfahrten zu Terminen planen, den Nutzer selbständig bei der Orientierung an fremden Orten unterstützen oder Tickets für Veranstaltungen vorschlagen. Was Google now kann und wie es funktioniert, demonstriert Google in einem Live-Video.

Google now organisiert die personalisierten Informationen auf Karten. So zeigt beispielsweise die Karte »Sport« die Spielergebnisse der eigenen Lieblingsmannschaft, die Google now aus den gespeicherten Suchanfragen kennt. Die Karte »Flight« beispielsweise zeigt in Echtzeit alle Daten zum gebuchten Flug in Echtzeit, während »Places« nicht nur auf Restaurants und Orte in der Nähe hinweist, sondern auch weiß, was im jeweiligen Restaurant besonders gut ist. Die Karte »Public Transport« dagegen sagt Bescheid, wenn der Nutzer sich zu einem vereinbarten Termin auf den Weg machen muss und berücksichtigt etwa bei einer geplanten Busfahrt auch den Laufweg zur Bushaltestelle. Google now weiß auch, dass ein Flug verschoben wurde und kann den Nutzer nicht nur über die Verspätung informieren, sondern auch einen Tipp geben, was er auf dem Weg zum Flughafen stattdessen noch Interessantes tun kann. Google now analysiert dazu Suchanfragen, häufige Aufenthaltsorte und Fahrtrouten des Benutzers, um seine Ergebnisse und Vorschläge an die Bedürfnisse des Anwenders anzupassen. Google Now lässt sich per Sprache bedienen und liefert direkte Antworten auf die gestellte Fragen, wozu es auf Googles »Knowledge Graph« zurück greift. Letzteres ist Googles semantische Suchfunktion, die Inhalte in einer Sidebar inhaltlich gruppieren kann, was bei Personen, Gegenständen, Filmen und Musik besonders gut funktioniert.

Android 4.1 - Jelly Bean

Google

Android 4.1 - Jelly Bean

Die Sprachsteuerung von Jelly Bean funktioniert ähnlich wie bei Siri und ermöglicht es, Nachrichten dem Gerät direkt zu diktieren. Die eigentliche Spracherkennung findet wahlweise in Googles Rechenzentren oder auf dem Gerät selbst statt, sollte keine Datenverbindung zur Verfügung stehen.

Die größten Innovation der neuen Android-Version fasst Google und dem Begriff »Project Butter« zusammen. Diese sollen in ihrer Gesamtheit dafür sorgen, dass sich die Bedienoberfläche »schnell, flüssig und glatt« anfühlt, mit gegenüber Version 4.0 sichtbar weniger Verzögerungen bei Eingaben durch den Benutzer. Wie das aussieht, demonstriert ebenfalls ein kurzes Video. Project Butter bündelt dazu unter anderem Technologien wie vertikale Synchronisation (VSync) und Tripple Buffering. VSync kümmert sich etwa darum, dass der Grafikchip nicht mehr Bilder pro Sekunde abliefert, als der Bildschirm anzeigen kann, so dass CPU, GPU und Display voneinander unabhängig arbeiten. Tripple Buffering berechnet Bilder vor und lagert sie im Speicher zwischen. Für den flüssigen Gesamteindruck sorgt auch die Tatsache, dass Jelly Bean bei Animationen mit 60 Bildern pro Sekunde arbeitet und die Darstellung per Vsync (16 ms) abgleicht.

Auch an der Bedienung haben die Google-Entwickler geschraubt. Verändert der Nutzer auf dem Hauptbildschirm die Größe eines Widgets, machen im Weg stehende Verknüpfungen automatisch Platz. Andersherum passt ein auf den Homescreen gezogenes Widget seine Größe automatisch an, sollte der Screen zu wenig Platz bieten. Zum Löschen eines Widgets oder einer Verknüpfung vom Homescreen genügt es, sie einfach aus dem Bildschirm zu schieben. Darüber hinaus lassen sich aufgenommen Bilder jetzt per Wischgeste über das Sucherbild der Kamera anzeigen. Auch das Löschen ist per Wischgeste möglich. Ferner zeigt die die Benachrichtigungsleiste in Kombination mit einigen Apps bei Jelly Bean mehr Informationen. Laut Google soll der Anwender Beiträge aus sozialen Netzwerken unmittelbar in der Leiste bewerten oder Musik-Apps steuern können. Zudem zeigen eine Reihe von News-Apps in der Benachrichtigungsleiste Nachrichten mit Bildern und Links.

Darüber hinaus haben die Google-Entwickler auch die Texteingabe verbessert und neue Wörterbücher eingebaut. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Mechanismus integriert, der es dem System ermöglicht, mit der Zeit hinzu zu lernen. Android 4.1 kann damit das nächste Wort oft schon erraten, bevor der Nutzer mit dem Eintippen begonnen, was in den gezeigten Videos schon recht gut funktioniert.

Google führt mit Android 4.1 außerdem Unterstützung für »Multicast DNS-basiertes Service Discovery« ein. Apps können sich in Jelly Bean mit Diensten verbinden, die andere Geräte im Netz zur Verfügung stellen. Auch Entwickler können so ihre Apps für beliebige Dienste registrieren, die dann automatisch in einem Netz zur Verfügung stehen, sobald entsprechende Geräte zueinander kommen. Ferner haben die Entwickler die für den Datentausch mit NFC verantwortliche App »Android Beam« erweitert, die es in Android 4.1 erlaubt, Fotos und Videos zu übertragen. Via Bluetooth über NFC ist es sogar möglich, dass sich entsprechende Geräte per Instant-Pairing verbinden. Dazu müssen sie nur an ein anderes Android-Gerät gehalten werden. Auch die schon mit Android 4.0 eingeführte Unterstützung von »Wifi Direct«, zum direkten Datenaustausch zwischen Geräten, wurde derart erweitert, dass Geräte jetzt bereits anzeigen, welche Dienste andere Geräte anbieten, noch bevor sie sich mit ihnen verbinden. Entwickler können jedoch selbst bestimmen, auf welche Dienste ihre App reagieren soll. Jelly Bean erlaubt es Apps auch festzustellen, ob eine Internetverbindung nach Datenvolumen abgerechnet wird, sogar wenn dazu »Tethering« zum Einsatz kommt. Die App kann damit etwa dafür sorgen, einen größeren Download nicht zu starten, falls der Anwender nur via UMTS online ist.

Auch der in Android 4.1 enthaltene Android-Browser wurde von den Entwicklern verbessert. So soll etwa das Abspielen von HTML5-Videos besser funktionieren und sanfte Übergänge von der Inline- zur Vollbilddarstellung ermöglichen. Laut Google haben die Entwickler auch die Darstellungsgeschwindigkeit verbessert, bei gleichzeitiger Verringerung des Speicherverbrauchs, was unter anderem das Scrollen und Zoomen beschleunigt. Auch CSS3-Animationen und Darstellungen im Canvas-Element sollen schneller laufen.

Google Play sorgt zudem mit »Smart App Updates« dafür, dass bei neuen App-Versionen nur die Daten übertragen werden, die sich im Vergleich zur installierten Version geändert haben, was wiederum Bandbreite einspart und Updates schneller beim Anwender ankommen lässt. Als Faustregel soll ein Update nur etwa ein Drittel so groß sein wie die vollständige App.

Google beabsichtigt, Android 4.1 ab Mitte Juli für die ersten Geräte auszuliefern, darunter das Galaxy Nexus und Nexus S. Das Android-4.1-SDK steht für Entwickler dagegen ab sofort zum Download zur Verfügung. Diese und weitere Informationen zu Android 4.1 finden sich im Developer-Blog.

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